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5 Lehrbücher

17 Prophetische Bücher
Neues Testament
5 Geschichtsbücher

21 Lehrbücher

1 Prophetisches Buch
P T H 1 Genesis (1. Mose)
P T H 2 Exodus (2. Mose)
P T H 3 Levitikus (3. Mose)
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P T G 54 1. Timotheus
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P T G 61 2. Petrus
P T G 62 1. Johannes
P T G 63 2. Johannes
P T G 64 3. Johannes
P T G 65 Judas
P T G 66 Offenbarung

Prediger

Inhaltsübersicht I
Inhaltsübersicht II

Teil 1: DIE UNTERSUCHUNG "Mensch": Unter der Sonne, auf der Erde, unter dem Himmel (1)

Kapitel 1

1 Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem.
2 Eitelkeit der Eitelkeiten {Eitelkeit: hohl und leer, sinnlos. Eitelkeit der Eitelkeiten (Superlativform): Totale Sinnlosigkeit.}! spricht der Prediger; Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist Eitelkeit.3 Welchen Gewinn hat der Mensch bei all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne {/unter der Sonne/.}?

a) Untersuchung: Alles in dieser Welt verläuft im Kreislaufform (Siehe vorwiegend fernöstliche Religionen) - Alles immer dasselbe, ewiger Alltagstrott (4-11)

b) Die Welt, nur eine Bühne, auf der Akteure kommen und gehen? (1,4ff)

4 Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt; aber die Erde besteht ewiglich.5 Und die Sonne geht auf und die Sonne geht unter; und sie eilt ihrem Orte zu, wo sie aufgeht.
6 Der Wind geht nach Süden, und wendet sich {Eig. kreist.} nach Norden; sich wendend und wendend geht er, und zu seinen Wendungen {Eig. Kreisungen.} kehrt der Wind zurück.7 Alle Flüsse gehen in das Meer, und das Meer wird nicht voll; an den Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie immer wieder.
8 Alle Dinge mühen sich ab: niemand vermag es auszusprechen {d.h. mit Worten völlig erschöpfen.}; das Auge wird des Sehens nicht satt, und das Ohr nicht voll vom Hören.
9 Das, was gewesen, ist das, was sein wird; und das, was geschehen, ist das, was geschehen wird. Und es ist gar nichts Neues unter der Sonne.10 Gibt es ein Ding, von dem man sagt: Siehe, das ist neu, längst ist es gewesen in den Zeitaltern {Eig. nach Ewigkeiten (unabstellbar langen Zeiträumen) gemessen.}, die vor uns gewesen sind.11 Da ist kein Andenken an die Früheren; und für die Nachfolgenden, die sein werden, für sie wird es auch kein Andenken bei denen geben, welche später sein werden.

c) Mit Philosophie untersuchen / Methoden der Wahrheitsfindung (Wissenschaft: Die Theoretische Methode und die Empirische Methode) (1,12-18)

12 Ich, Prediger, war König über Israel, in Jerusalem.
13 Und ich richtete mein Herz darauf, alles mit Weisheit zu erforschen und zu erkunden, was unter dem Himmel {/unter dem Himmel/.} geschieht:
ein übles Geschäft {Das hebr. Wort bedeutet eine Beschäftigung, welche Mühe und Anstrengung kostet.}, das Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen.
14 Ich habe alle die Taten gesehen, welche unter der Sonne geschehen; und siehe, alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

d) >> DAS ERGEBNIS: Es fehlen uns schlicht und einfach Informationen! (1,15)

15 Das Krumme kann nicht gerade werden,
und das Fehlende kann nicht gezählt werden.

e) Ist die Lösung: Wir müssen nur alles Wissen? / Zeit der Aufklärung, endete im totalen Fiasko (1,16)

16 Ich sprach in {O. mit.} meinem Herzen und sagte:

Teil 2: Untersuchung: Durch Probieren (Try-and-Error, Versuch und Irrtum) (2,1-10)

Kapitel 2

Untersuchung: Materialismus, Genuss im Exzess: Total sinnlos! (2,2ff)

1 Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan denn, ich will dich prüfen durch Freude und geniesse {Eig. sieh, schaue; wie V. 24 usw..} das Gute! Aber siehe, auch das ist Eitelkeit.

Alles Ausprobiert: Ist des Rätsels Lösung: Einfach alles Massvoll zu tun? (2,1ff)

"Ich hab alles ausprobiert: Ich war Geniesser, Unternehmer, Bauherr, Landschaftsgestallter, Lebensmittelproduzent, Viehzüchter, Finanzmagnat, Geniesser und Förderer der schönen Künste, Nobelpreisträger in Literatur etc.; ich besass grosse Weisheit und war ein grosser Gelehrter. - Und es war alles total Sinnlos. Ein Haschen nach Wind." (2,1ff)

2 Zum Lachen sprach ich, es sei unsinnig; und zur Freude, was sie denn schaffe!
3 Ich beschloss {Eig. Ich spähte aus, ich ersah.} in meinem Herzen, meinen Leib durch Wein zu pflegen, während mein Herz sich mit Weisheit benähme, und es mit der Torheit zu halten, bis ich sähe, was den Menschenkindern gut wäre, unter dem Himmel zu tun die Zahl ihrer Lebenstage.
4 Ich unternahm grosse Werke: Ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge;5 ich machte mir Gärten und Parkanlagen, und pflanzte darin Bäume von allerlei Frucht;6 ich machte mir Wasserteiche, um daraus den mit Bäumen sprossenden Wald zu bewässern.7 Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte Hausgeborene; auch hatte ich ein grosses Besitztum an Rind- und Kleinvieh, mehr als alle, die vor mir in Jerusalem waren.8 Ich sammelte mir auch Silber und Gold und Reichtum {Eig. eigenes Gut.} der Könige und Landschaften; ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen, und die Wonnen der Menschenkinder: Frau und Frauen.9 Und ich wurde gross und grösser, mehr als alle, die vor mir in Jerusalem waren. Auch meine Weisheit {Weisheit: hier Bildung.} verblieb mir.10 Und was irgend meine Augen begehrten, entzog ich ihnen nicht; ich versagte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und das war mein Teil von all meiner Mühe.
11 Und ich wandte mich hin zu allen meinen Werken, die meine Hände gemacht, und zu der Mühe, womit ich wirkend mich abgemüht hatte:
und siehe, das alles war Eitelkeit und ein Haschen nach Wind;
und es gibt keinen Gewinn unter der Sonne.

a) Relativer Vorzug der Weisheit (Bildung) vor der Torheit - Ausprobieren (2,12-16)

12 Und ich wandte mich, um Weisheit und Unsinn und Torheit zu betrachten. Denn was wird der Mensch tun, der nach dem Könige kommen wird? Was man schon längst getan hat.13 Und ich sah, dass die Weisheit den Vorzug hat vor der Torheit, gleich dem Vorzuge des Lichtes vor der Finsternis:14 der Weise hat seine Augen in seinem Kopfe, der Tor aber wandelt in der Finsternis. Und ich erkannte zugleich {Eig. Und ich, derselbe, erkannte.}, dass einerlei Geschick {Eig. Begegnis, Zufall; so auch V. 15.} ihnen allen widerfährt;15 und ich sprach in meinem Herzen: Und ich sprach in meinem Herzen, dass auch das Eitelkeit sei.16 Denn dem Weisen, gleichwie dem Toren, wird kein ewiges Andenken zuteil, weil in den kommenden Tagen alles längst vergessen sein wird. Und wie stirbt der Weise gleich dem Toren hin!

b) Heilsame Ernüchterung (2,17-23)

17 Da hasste ich das Leben; denn das Tun, welches unter der Sonne geschieht, missfiel mir; denn alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind. -
18 Und ich hasste alle meine Mühe {O. Arbeit; so auch nachher.}, womit ich mich abmühte unter der Sonne, weil ich sie dem Menschen hinterlassen muss, der nach mir sein wird.19 Und wer weiss, ob er weise oder töricht sein wird? Und doch wird er schalten über alle meine Mühe, womit ich mich abgemüht habe, und worin ich weise gewesen bin unter der Sonne. Auch das ist Eitelkeit.

Es ist zum verzweifeln! (2,20ff)

20 Da wandte ich mich zu verzweifeln {Eig. mein Herz (meinen Mut) aufzugeben.} ob all der Mühe, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne.21 Denn da ist ein Mensch, dessen Mühe mit Weisheit und mit Kenntnis und mit Tüchtigkeit geschieht: und doch muss er sie einem Menschen als sein Teil abgeben, der sich nicht darum gemüht hat. Auch das ist Eitelkeit und ein grosses Übel. -
22 Denn was wird dem Menschen bei all seiner Mühe und beim Trachten seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne?23 Denn alle seine Tage sind Kummer {Eig. Schmerzen.}, und seine Geschäftigkeit {O. Anstrengung; s. die Anm. zu Kap. 1,13.} ist Verdruss; selbst des Nachts ruht sein Herz nicht. Auch das ist Eitelkeit.

c) >> DAS ERGEBNIS: Genuss ohne Gott wird zum Verdruss (2,24-26)

24 Es gibt nichts Besseres unter den Menschen, als dass man esse und trinke und seine Seele Gutes sehen lasse bei seiner Mühe. Ich habe gesehen, dass auch das von der Hand Gottes abhängt.25 Denn wer kann essen und wer kann geniessen ohne ihn {So die alten Übersetzungen mit geringfügiger Textänderung; im hebr. Text steht: geniessen ausser mir.}?26 Denn dem Menschen, der ihm wohlgefällig ist, gibt er Weisheit und Kenntnis und Freude; dem Sünder aber gibt er das Geschäft, einzusammeln und aufzuhäufen, um es dem abzugeben, der Gott wohlgefällig ist. Auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

Teil 3: Zeit und Ewigkeit (3)

Alles hat seine von Gott bestimmte Zeit (3)

Kapitel 3

a) Taten und der Menschen haben ihre Zeit (3,1-8)

1 Alles hat eine bestimmte Zeit, und jedes Vornehmen {O. jede Sache, Angelegenheit.} unter dem Himmel hat seine {Eig. eine; so auch nachher.} Zeit.2 Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte Ausreissen hat seine Zeit;
3 Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit;
Abbrechen hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit;
4 Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit und Tanzen hat seine Zeit;
5 Steinewerfen hat seine Zeit, und Steinesammeln hat seine Zeit;
Umarmen hat seine Zeit, und vom Umarmen sich Fernhalten hat seine Zeit;
6 Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit;
Aufbewahren hat seine Zeit, und Fortwerfen hat seine Zeit;
7 Zerreissen hat seine Zeit, und Nähen hat seine Zeit;
Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit;
8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit;
Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.

b) Der ewige Gott hat die Ewigkeit in Ihr Herz gelegt (3,9ff)

9 Was für einen Gewinn hat der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht?10 Ich habe das Geschäft {S. die Anm. zu Kap.1,13.} gesehen, welches Gott den Menschenkindern gegeben hat, sich damit abzuplagen.11 Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit; auch hat er die Ewigkeit {S. die Anm. zu Kap.1,13.} in ihr Herz gelegt, ohne dass der Mensch das Werk, welches Gott gewirkt hat, von Anfang bis zu Ende zu erfassen {Eig. zu dem.} vermag.
12 Ich habe erkannt, dass es nichts Besseres unter ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun;13 und auch, dass er esse und trinke und Gutes sehe bei all seiner Mühe, ist für jeden Menschen eine Gabe Gottes.
14 Ich habe erkannt, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird: es ist ihm nichts hinzuzufügen, und nichts davon wegzunehmen; und Gott hat es also gemacht, damit man sich vor ihm fürchte.15 Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen; und Gott sucht das Vergangene {Eig. das Verdrängte.} wieder hervor.

c) Ohne Beziehung zur Ewigkeit bleibt alles in der Zeit Eitel (3,16-21)

16 Und ferner habe ich unter der Sonne gesehen: an der Stätte des Rechts, da war die Gesetzlosigkeit, und an der Stätte der Gerechtigkeit, da war die Gesetzlosigkeit.17 Ich sprach in meinem Herzen: 18 Ich sprach in meinem Herzen:

d) >> DAS ERGEBNIS: Sich in der Zeit an seinem Teil freuen (3,22)

22 Und so habe ich gesehen, dass nichts besser ist, als dass der Mensch sich freue an seinen Werken; denn das ist sein Teil. Denn wer wird ihn dahin bringen, dass er Einsicht gewinne in das, was nach ihm werden wird? {TRANS: Oder: "Wer wird ihn dahin bringen, dass er das geniessen kann, was nach ihm ist?" Nach Louis Segond (französische Übersetzung) und andere: "Car qui le fera jouir de ce qui sera après lui?".}

Teil 4: Bedrückung und Bedrückte (4-5)

Kapitel 4

a) Bedrückung und Hoffnungslosigkeit (4,1-3)

1 Und ich wandte mich und sah {O. Und wiederum sah ich; so auch V. 7.} alle die Bedrückungen, welche unter der Sonne geschehen: und siehe, da waren Tränen der Bedrückten, und sie hatten keinen Tröster; und von der Hand ihrer Bedrücker ging Gewalttat aus, und sie hatten keinen Tröster.2 Und ich pries die Toten, die längst gestorben, mehr als die Lebenden, welche jetzt noch leben;3 und glücklicher als beide pries ich den, der noch nicht gewesen ist, der das böse Tun nicht gesehen hat, welches unter der Sonne geschieht.

b) Ehrgeiz und Schlendrian; Rivalität und Konkurrenz in der Arbeitswelt (4,4-6)

4 Und ich sah all die Mühe und all die Geschicklichkeit in der Arbeit, dass es Eifersucht des einen gegen den anderen ist. Auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind. -
5 Der Tor faltet seine Hände und verzehrt sein eigenes Fleisch. -
6 Besser eine Hand voll Ruhe, als beide Fäuste voll Mühe {O. Arbeit.} und Haschen nach Wind. {TRANS: Besser: 4:6 Besser nur eine Hand voll, aber Ruhe, als beide Hände voll Mühe und ein Haschen nach Wind..}

c) Einsamkeit und Gemeinschaft (4,7-12)

7 Und ich wandte mich und sah Eitelkeit unter der Sonne:8 Da ist ein einzelner und kein zweiter, auch hat er weder Sohn noch Bruder, und all seiner Mühe ist kein Ende; gleichwohl werden seine Augen des Reichtums nicht satt: "Für wen mühe ich mich doch, und lasse meine Seele Mangel leiden am Guten?" Auch das ist Eitelkeit und ein übles Geschäft {S. die Anm. zu Kap. 1,13.}.9 Zwei sind besser daran als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre Mühe haben;10 denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Genossen auf. Wehe aber dem einzelnen, welcher fällt, ohne dass ein zweiter da ist, um ihn aufzurichten!11 Auch wenn zwei beieinander liegen, so werden sie warm; der einzelne aber, wie will er warm werden?12 Und wenn jemand den einzelnen {Eig. ihn, den einzelnen.} gewalttätig angreift, so werden ihm die zwei widerstehen; und eine dreifache Schnur zerreisst nicht so bald. {EXE: EHE: Ehepartner+HERR+Ehepartnerin.}

d) Es ist keine Veränderung des üblen Zustandes zu erwarten (4,13-16)

-- Hinweis auf den Messias (4,13)

13 Besser ein armer und weiser Jüngling als ein alter und törichter König, der nicht mehr weiss, sich warnen zu lassen.14 Denn aus dem Hause der Gefangenen ging er hervor, um König zu sein, obwohl er im Königreiche jenes arm geboren war.15 Ich sah alle Lebenden, die unter der Sonne wandeln, mit dem Jünglinge, dem zweiten, welcher an jenes Stelle treten sollte:16 kein Ende all des Volkes, aller derer, welchen er vorstand; dennoch werden die Nachkommen sich seiner nicht freuen.
Denn auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

e) Einziger Ausweg: Es ist einer über uns im Himmel; der Zugang zu Gott (4,17-5,8)

Anweisungen, wie man sich verhält, damit man sich den Weg zu Gott nicht verbaut (4,17ff)

17 Bewahre deinen Fuss, wenn du zum Hause Gottes gehst; und nahen, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Schlachtopfer geben: denn sie haben keine Erkenntnis, so dass sie Böses tun. -

Kapitel 5

1 Sei nicht vorschnell mit deinem Munde, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde {/auf der Erde/.}: darum seien deiner Worte wenige.2 Denn Träume kommen durch viel Geschäftigkeit, und der Tor wird laut durch viele Worte {Eig. und die Stimme des Toren durch viele Worte.}. -
3 Wenn du Gott ein Gelübde tust, so säume nicht, es zu bezahlen; denn er hat {Eig. denn es gibt.} kein Gefallen an den Toren. Was du gelobst, bezahle.4 Besser, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht bezahlst.5 Gestatte deinem Munde nicht, dass er dein Fleisch sündigen mache; und sprich nicht vor dem Boten {Vergl. Mal. 2,7.} Gottes, es sei ein Versehen gewesen: warum sollte Gott über deine Stimme zürnen und das Werk deiner Hände verderben?6 Denn bei vielen Träumen und Worten sind auch viele Eitelkeiten {So mit Umstellung des hebr. Satzes.}. Vielmehr fürchte Gott.7 Wenn du die Bedrückung des Armen und den Raub des Rechts und der Gerechtigkeit in der Landschaft siehst, so verwundere dich nicht über die Sache; denn ein Hoher lauert über dem Hohen, und Hohe über ihnen {Hohe über ihnen: Der Hohe, der Allerhöchste: Gott.}.
8 Aber ein König, der sich dem Ackerbau widmet, ist durchaus ein Vorteil für ein Land {Andere übersetzen mit veränderten Interpunktion: Aber ein Vorteil ist das Land in allem; selbst ein König ist dem Felde dienstbar.}. {TRANS: Besser: "Zudem ist der Nutzen der Erde für alle, der König selbst wird durch den Acker bedient." / New King James Version (NKJV): 5:9 "Moreover the profit of the land is for all; even the king is served from the field.".}

f) Eitelkeit des Reichtum (5,9-16)

9 Wer das Geld liebt {Eig. dem Reichtum mit Liebe anhängt.}, wird des Geldes nicht satt; und wer den Reichtum liebt, nicht des Ertrages {O. hat keinen Ertrag (Gewinn).}. Auch das ist Eitelkeit. -
10 Wenn das Gut sich mehrt, so mehren sich, die davon zehren; und welchen Nutzen hat dessen Besitzer, als das Anschauen seiner Augen? -
11 Der Schlaf des Arbeiters ist süss, mag er wenig oder viel essen; aber der Überfluss des Reichen lässt ihn nicht schlafen. -
12 Es gibt ein schlimmes Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe: Reichtum, welcher von dessen Besitzer zu seinem Unglück aufbewahrt wird.13 Solcher Reichtum geht nämlich durch irgend ein Missgeschick verloren; und hat er einen Sohn gezeugt, so ist gar nichts in dessen Hand.14 Gleichwie er aus dem Leibe seiner Mutter hervorgekommen ist, wird er nackt wieder hingehen, wie er gekommen ist; und für seine Mühe wird er nicht das Geringste davontragen, das er in seiner Hand mitnehmen könnte.
15 Und auch dies ist ein schlimmes Übel: ganz so wie er gekommen ist, also wird er hingehen; und was für einen Gewinn hat er davon, dass er in den Wind sich müht?
16 Auch isset er alle seine Tage in Finsternis, und hat viel Verdruss und Leid und Zorn.

g) >> DAS ERGEBNIS: Sich an den Gaben Gottes freuen (5,17-19)

17 Siehe, was ich als gut, was ich als schön ersehen habe: dass einer esse und trinke und Gutes sehe bei all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne, die Zahl seiner Lebenstage, die Gott ihm gegeben hat; denn das ist sein Teil.18 Auch ist für jeden Menschen, welchem Gott Reichtum und Güter gegeben, und den er ermächtigt hat, davon zu geniessen und sein Teil zu nehmen und sich bei seiner Mühe zu freuen, eben dieses eine Gabe Gottes.19 Denn er wird nicht viel an die Tage seines Lebens denken, weil Gott ihm die Freude seines Herzens gewährt {Eig. denn Gott antwortete auf die Freude seines Herzens, d.h. stimmt ihr bei.}.

Teil 5: Alles und doch nichts (6)

Kapitel 6

a) Ein guter Anfang mit schlechtem Ende (6,1-6)

1 Es gibt ein Übel, welches ich unter der Sonne gesehen habe, und schwer lastet es auf dem Menschen:2 Einer, dem Gott Reichtum und Güter und Ehre gibt, und welcher nichts für seine Seele entbehrt von allem, was er wünschen mag; aber Gott ermächtigt ihn nicht, davon zu geniessen, sondern ein Fremder geniesst es. Das ist Eitelkeit und ein schlimmes Übel {Eig. Leid.}. -3 Wenn einer hundert Söhne zeugte und viele Jahre lebte, und der Tage seiner Jahre wären viele, und seine Seele sättigte sich nicht an Gutem, und auch würde ihm kein Begräbnis zuteil, so sage ich: 4 Denn in Nichtigkeit kommt sie, und in Finsternis geht sie dahin, und mit Finsternis wird ihr Name bedeckt;5 auch hat sie die Sonne nicht gesehen noch gekannt. Diese hat mehr Ruhe als jener.6 Und wenn er auch zweimal tausend Jahre gelebt, und Gutes nicht gesehen hätte: geht nicht alles an einen Ort?

b) Die Eitelkeit alles Zeitlichen (6,7-9)

7 Alle Mühe des Menschen ist für seinen Mund, und dennoch wird seine Begierde nicht gestillt {Eig. seine Seele nicht gefüllt.}.8 Denn was hat der Weise vor dem Toren voraus, was der Arme, der vor den Lebenden zu wandeln versteht?9 Besser das Anschauen der Augen als das Umherschweifen der Begierde. {EXE: Der Tor eilt immer dem nach, was er nicht hat, da er meint, es sei besser.}
Auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

c) Die Unabänderlichkeit alles zeitlichen Geschehens (6,10-12)

10 Was entsteht, schon längst war sein Name genannt; und es ist bekannt {Eig. gewusst, d.h. von Gott.}, was ein Mensch sein wird, und er vermag nicht {Auch: darf nicht.} mit dem zu rechten, der stärker ist als er.11 Denn es gibt viele Worte {O. Dinge.}, welche die Eitelkeit mehren; welchen Nutzen hat der Mensch davon?12 Denn wer weiss, was dem Menschen gut ist im Leben, die Zahl der Tage seines eitlen Lebens, welche er wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen kundtun, was nach ihm sein wird unter der Sonne?

Kapitel 7

1 Besser ein guter Name als gutes {d.h. wohlriechendes.} Salböl, und der Tag des Todes als der Tag, da einer geboren wird.

d) Ende besser als Anfang (7,1-9)

2 Besser, in das Haus der Trauer zu gehen, als in das Haus des Gelages zu gehen, indem jenes das Ende aller Menschen ist; und der Lebende nimmt es zu Herzen. -
3 Besser Bekümmernis als Lachen; denn bei traurigem Angesicht ist es dem Herzen wohl. -
4 Das Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, und das Herz der Toren im Hause der Freude.5 Besser, das Schelten der Weisen zu hören, als dass einer den Gesang der Toren hört.6 Denn wie das Geknister der Dornen unter dem Topfe, so das Lachen des Toren. Auch das ist Eitelkeit.7 ... Denn die Erpressung macht den Weisen toll, und das Bestechungsgeschenk richtet das Herz {O. den Verstand.} zu Grunde.8 Besser das Ende einer Sache als ihr Anfang; besser der Langmütige als der Hochmütige.9 Sei nicht vorschnell in deinem Geiste zum Unwillen, denn der Unwille ruht im Busen der Toren.

e) Das Leben nach der Beurteilung des Weisen (7,10-12)

10 Sprich nicht: Wie ist es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach.11 Weisheit ist gut wie ein {O. mir einem.} Erbbesitz, und ein Vorteil für die, welche die Sonne sehen.12 Denn im Schatten ist, wer Weisheit hat, im Schatten, wer Geld hat {Eig. im Schatten ist die Weisheit, im Schatten ist das Geld.}; aber der Vorzug der Erkenntnis ist dieser, dass die Weisheit ihren Besitzern Leben gibt {O. ihre Besitzer am Leben erhält.}.

f) >> DAS ERGEBNIS (7,13-14)

13 Schaue das Werk Gottes an; denn wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat?14 Am Tage der Wohlfahrt sei guter Dinge; aber am Tage des Unglücks bedenke {Eig. siehe.}: auch diesen wie jenen hat Gott gemacht, damit der Mensch nicht irgend etwas nach sich finde {d.h. wahrsch.: nicht ausfindig mache, was nach ihm geschehen wird.}.
15 Allerlei habe ich gesehen in den Tagen meiner Eitelkeit: da ist ein Gerechter, der bei seiner Gerechtigkeit umkommt, und da ist ein Gesetzloser, der bei seiner Bosheit seine Tage verlängert.16 Sei nicht allzu gerecht, und erzeige dich nicht übermässig weise: warum willst du dich verderben?17 Sei nicht allzu gesetzlos, und sei nicht töricht: warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?18 Es ist gut, dass du an diesem festhältst, und auch von jenem deine Hand nicht abziehst; denn der Gottesfürchtige entgeht dem allen {d.h. den beiden Extremen und ihre Folgen.}.
19 Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Machthaber, die in der Stadt sind.20 Denn unter den Menschen ist kein Gerechter auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige.21 Auch richte dein Herz nicht auf alle Worte, die man redet, damit du nicht deinen Knecht dir fluchen hörst;22 denn auch viele Male, dein Herz weiss es, hast auch du anderen geflucht.23 Das alles habe ich mit Weisheit geprüft. Ich sprach: aber sie blieb fern von mir.24 Fern ist das, was ist, und tief, tief: wer kann es erreichen? -
25 Ich wandte mich, und mein Herz ging darauf aus {And. l.: Ich wandte mich in meinem Herzen.}, Weisheit und ein richtiges Urteil {Eig. Rechenschaft, Denkergebnis.} zu erkennen und zu erkunden und zu suchen, und zu erkennen, dass die Gesetzlosigkeit Torheit ist, und die Narrheit Tollheit.26 Und ich fand, was bitterer ist als der Tod: das Weib, welches Netzen gleicht, und dessen Herz Fanggarne, dessen Hände Fesseln sind. Wer Gott wohlgefällig ist, wird ihr entrinnen; aber der Sünder wird durch sie gefangen werden.
27 Siehe, dieses habe ich gefunden, spricht der Prediger, indem ich eines zum anderen fügte, um ein richtiges Urteil {Eig. Rechenschaft, Denkergebnis.} zu finden:

-- Hinweis auf den Messias: Einen Mann aus Tausenden (7,28)

28 Was meine Seele fort und fort gesucht und ich nicht gefunden habe, ist dies: einen Mann aus Tausenden habe ich gefunden, aber ein Weib unter diesen allen habe ich nicht gefunden.
29 Allein, siehe, dieses habe ich gefunden, dass Gott den Menschen aufrichtig {Eig. gerade.} geschaffen hat; sie aber haben viele Ränke {Eig. gerade.} gesucht.

Kapitel 8

1 Wer ist wie der Weise, und wer versteht die Deutung der Dinge? Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht, und der Trotz seines Angesichts wird verwandelt.2 Ich sage: 3 Übereile dich nicht, von ihm wegzugehen, lass dich nicht ein in eine böse Sache, denn er tut alles, was er will;4 weil des Königs Wort eine Macht {Eig. machtgebietend.} ist, und wer will zu ihm sagen: 5 Wer das Gebot hält, wird nichts Böses erfahren, und eines Weisen Herz kennt {O. wird erfahren.} Zeit und richterliche Entscheidung.6 Denn für jede Sache gibt es eine Zeit und eine richterliche Entscheidung; denn das Unglück des Menschen lastet schwer {O. denn das Böse des Menschen wird gross.} auf ihm;7 denn er weiss nicht, was werden wird; denn wer sollte ihm kundtun, wie es werden wird?8 Kein Mensch hat Macht über den Wind {O. Geist.}, den Wind {O. Geist.} zurückzuhalten; und niemand hat Macht {Eig. ist machtgebietend.} über den Tag des Todes; und keine Entlassung gibt es im Kriege; und die Gesetzlosigkeit wird den nicht retten, der sie übt {Eig. wird ihren Herrn nicht retten.}.9 Das alles habe ich gesehen, und habe mein Herz auf alles Tun gerichtet, welches unter der Sonne geschieht, zur Zeit, wo der Mensch über die Menschen herrscht zu ihrem Unglück.10 Und alsdann habe ich Gesetzlose gesehen, die begraben wurden und zur Ruhe eingingen; diejenigen aber, welche recht gehandelt hatten, mussten von der heiligen Stätte wegziehen und wurden in der Stadt vergessen. Auch das ist Eitelkeit.11 Weil das Urteil über böse Taten nicht schnell vollzogen wird, darum ist das Herz der Menschenkinder in ihnen voll, Böses zu tun;12 weil ein Sünder hundertmal Böses tut und doch seine Tage verlängert obgleich ich weiss, dass es denen, die Gott fürchten, wohlgehen wird, weil sie sich {O. welche sich.} vor ihm fürchten;13 aber dem Gesetzlosen wird es nicht wohlgehen, und er wird, dem Schatten gleich, seine Tage nicht verlängern, weil er sich vor Gott nicht fürchtet.14 Es ist eine Eitelkeit, die auf Erden geschieht: dass es Gerechte gibt, welchen nach dem Tun der Gesetzlosen widerfährt, und dass es Gesetzlose gibt, welchen nach dem Tun der Gerechten widerfährt. Ich sagte, dass auch das Eitelkeit sei.15 Und ich pries die Freude, weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen; und dies wird {O möge.} ihn begleiten bei seiner Mühe, die Tage seines Lebens hindurch, welche Gott ihm unter der Sonne gegeben hat.16 Als ich mein Herz darauf richtete, Weisheit zu erkennen, und das Treiben {S. die Anm. zu Kap. 1,13.} zu besehen, welches auf Erden geschieht (denn weder bei Tage noch bei Nacht sieht er {nämlich der Mensch.} den Schlaf mit seinen Augen),17 da habe ich bezüglich des ganzen Werkes Gottes gesehen, dass der Mensch das Werk nicht zu erfassen {Eig. zu erreichen, zu dem Werke hinzugelangen; so auch nachher.} vermag, welches unter der Sonne geschieht, indem der Mensch sich abmüht es zu suchen, aber es nicht erfasst. Und selbst wenn der Weise es zu erkennen meint {sich vornimmt.}, vermag er es doch nicht zu erfassen.

Kapitel 9

1 Denn dies alles habe ich mir zu Herzen genommen {O. in Erwägung gezogen.}, und zwar um dies alles zu prüfen {O. und ich suchte dies alles mir klar zu machen.}: dass die Gerechten und die Weisen und ihre Werke in der Hand Gottes sind; weder Liebe noch Hass kennt der Mensch im voraus: alles ist vor ihnen {d.h. in der Zukunft verborgen.}.2 Alles ist gleicherweise für alle {W. Alles ist so wie allen.}: einerlei Geschick {Eig. Begegnis, zufall; so auch V. 3.} für den Gerechten und den Gesetzlosen, für den Guten und den Reinen und den Unreinen, und für den, der opfert, und den, der nicht opfert: wie der Gute, so der Sünder, der, welcher schwört, wie der, welcher den Eid fürchtet.3 Das ist ein Übel in allem, was unter der Sonne geschieht, dass einerlei Geschick allen zuteil wird; und auch ist das Herz der Menschenkinder voll Bosheit, und Narrheit {Eig. Tollheit.} ist in ihrem Herzen während ihres Lebens; und danach {W. nach ihm, d.h. wenn es mit dem Menschen aus ist.} geht's zu den Toten.4 Denn für einen jeden, der all den Lebenden zugesellt wird, gibt es Hoffnung; denn selbst ein lebendiger Hund ist besser daran als ein toter Löwe.5 Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden; die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Gedächtnis ist vergessen.6 Sowohl ihre Liebe als auch ihr Hass und ihr Eifern sind längst verschwunden; und sie haben ewiglich kein Teil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht.7 Geh, iss dein Brot mit Freude und trinke deinen Wein mit frohem Herzen; denn längst hat Gott Wohlgefallen an deinem Tun.8 Deine Kleider seien weiss zu aller Zeit, und das Öl mangle nicht auf deinem Haupte!9 Geniesse das Leben mit dem Weibe, das du liebst, alle Tage deines eitlen Lebens, welches er dir unter der Sonne gegeben hat, alle deine eitlen Tage hindurch; denn das ist dein Teil am Leben und an deiner Mühe, womit du dich abmühst unter der Sonne.10 Alles, was du zu tun vermagst {Eig. was deine Hand erreichen mag.} mit deiner Kraft, das tue {Andere übersetzen mit veränderten hebräischen Interpunktion: Alles was deine Hand zu tun findet, das tue mit deiner Kraft.}; denn es gibt weder Tun noch Überlegung noch Kenntnis noch Weisheit im Scheol, wohin du gehst.
11 Ich wandte mich und sah {O. Wiederum sah ich.} unter der Sonne,
dass nicht den Schnellen der Lauf gehört,
und nicht den Helden der Krieg,
und auch nicht den Weisen das Brot,
und auch nicht den Verständigen der Reichtum,
und auch nicht den Kenntnisreichen die Gunst;
denn Zeit und Schicksal trifft sie alle.
12 Denn der Mensch weiss auch seine Zeit nicht;
gleich den Fischen, welche gefangen werden im verderblichen Netze,
und gleich den Vögeln, welche in der Schlinge gefangen werden:
gleich diesen werden die Menschenkinder verstrickt zur Zeit des Unglücks, wenn dieses sie plötzlich überfällt.
13 Auch dieses habe ich als Weisheit unter der Sonne gesehen, und sie kam mir gross vor:14 Es war eine kleine Stadt, und wenig Männer waren darin; und wider sie kam ein grosser König, und er umzingelte sie und baute grosse Belagerungswerke wider sie.

-- Hinweis auf Messias: Der arme weise Mann (9,15)

15 Und es fand sich darin ein {Eig. er fand darin einen usw..} armer weiser Mann, der die Stadt durch seine Weisheit rettete; aber kein Mensch gedachte dieses armen Mannes.16 Da sprach ich:

Kapitel 10

1 Tote Fliegen {O. Giftige Fliegen; eig. Fliegen des Todes.} machen das Öl des Salbenmischers stinkend und gärend: ein wenig Torheit hat mehr Gewicht als Weisheit und Ehre. -
2 Des Weisen Herz {Zugl: Verstand.} ist nach seiner Rechten, und des Toren Herz nach seiner Linken gerichtet.3 Und auch wenn der Tor auf dem Wege wandelt, fehlt ihm der Verstand, und er sagt allen, er sei ein Tor {d.h. er trägt seine Torheit zur Schau.}.4 Wenn der Zorn des Herrschers wider dich aufsteigt, so verlass deine Stelle nicht; denn Gelassenheit verhindert grosse Sünden. -
5 Es gibt ein Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe, gleich einem Irrtum, welcher von dem Machthaber ausgeht:6 Die Torheit wird in grosse Würden eingesetzt {W. auf grosse Höhen gestellt.}, und Reiche sitzen in Niedrigkeit.7 Ich habe Knechte auf Rossen gesehen, und Fürsten, die wie Knechte zu Fuss {W. auf der Erde.} gingen.8 Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen; und wer eine Mauer einreisst, den kann eine Schlange beissen.9 Wer Steine bricht, kann sich daran verletzen; wer Holz spaltet, kann sich dadurch gefährden. -
10 Wenn das Eisen stumpf geworden ist, und er hat die Schneide nicht geschliffen, so muss er seine Kräfte mehr anstrengen; aber die Weisheit ist vorteilhaft, um etwas in Stand zu setzen {And. üb.: um Gelingen zu haben, oder: um etwas gelingen zu machen.}. -
11 Wenn die Schlange beisst, ehe die Beschwörung da ist, so hat der Beschwörer keinen Nutzen.12 Die Worte des Mundes eines Weisen sind Anmut, aber die Lippen eines Toren verschlingen ihn.13 Der Anfang der Worte seines Mundes ist Torheit, und das Ende seiner Rede {Eig. seines Mundes.} ist schlimmer Unsinn {Eig. schlimme Tollheit.}.14 Und der Tor macht viele Worte: doch weiss der Mensch nicht, was sein wird; und was nach ihm sein wird, wer wird es ihm kundtun?15 Die Mühe des Toren macht ihn müde, ihn, der nicht einmal nach der Stadt zu gehen weiss.16 Wehe dir, Land, dessen König ein Knabe ist, und dessen Fürsten am Morgen schmausen {Eig. speisen, wie V. 17.}!17 Glücklich, du Land, dessen König ein Sohn der Edlen ist, und dessen Fürsten zu rechter Zeit speisen, als Männer und nicht als Schwelger {Eig. mit Mannhaftigkeit und nicht mit Betrinken.}! -
18 Durch Faulenzen senkt sich das Gebälk, und durch Lässigkeit der Hände tropft das Haus. -
19 Um sich zu belustigen, hält man Mahlzeiten, und Wein erheitert das Leben, und das Geld gewährt alles. -
20 Auch in deinen Gedanken fluche dem Könige nicht, und in deinen Schlafgemächern fluche nicht dem Reichen; denn das Gevögel des Himmels möchte die Stimme entführen, und das Geflügelte das Wort anzeigen.

Kapitel 11

1 Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden.2 Gib einen Teil an sieben, ja, sogar an acht {O. zerlege den Teil in sieben, ja, sogar in acht.}; denn du weisst nicht, was für Unglück sich auf der Erde ereignen wird. -
3 Wenn die Wolken voll Regen sind, so entleeren sie sich auf die Erde; und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt: an dem Orte, wo der Baum fällt, da bleibt er liegen. -
4 Wer auf den Wind achtet, wird nicht säen, und wer auf die Wolken sieht, wird nicht ernten. -
5 Gleichwie du nicht weisst, welches der Weg des Windes ist, wie die Gebeine in dem Leibe der Schwangeren sich bilden, ebenso weisst du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt. -
6 Am Morgen säe deinen Samen, und des Abends ziehe deine Hand nicht ab; denn du weisst nicht, welches gedeihen wird: ob dieses oder jenes, oder ob beides zugleich gut werden wird. -
7 Und süss ist das Licht, und wohltuend den Augen, die Sonne zu sehen.8 Denn wenn der Mensch auch viele Jahre lebt, möge er in ihnen allen sich freuen und der Tage der Finsternis gedenken, dass ihrer viele sein werden: alles, was kommt, ist Eitelkeit.9 Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit, und wandle in den Wegen deines Herzens und im Anschauen deiner Augen; doch wisse, dass um dies alles Gott dich ins Gericht bringen wird.10 Und entferne den Unmut aus deinem Herzen, und tue das Übel von deinem Leibe weg; denn die Jugend und das Mannesalter {Eig. das schwarze Haar And. üb.: die Morgenröte.} sind Eitelkeit.

Teil 6: DAS ENDERGEBNIS der Untersuchung "Mensch" (12)

Kapitel 12

1 Und gedenke deines Schöpfers in den Tagen deiner Jugendzeit, ehe die Tage des Übels kommen, und die Jahre herannahen, von welchen du sagen wirst: Ich habe kein Gefallen an ihnen; -2 ehe sich verfinstern die Sonne und das Licht, und der Mond und die Sterne, und die Wolken nach dem Regen wiederkehren;3 an dem Tage, da die Hüter des Hauses zittern, und sich krümmen die starken Männer, und die Müllerinnen feiern, weil ihrer wenig geworden, und sich verfinstern die durch die Fenster Sehenden,4 und die Türen nach der Strasse geschlossen werden; indem das Geräusch der Mühle dumpf wird, und er {d.h. der zum Greise gewordene Mensch.} aufsteht bei der Stimme des Vogels, und gedämpft werden alle Töchter des Gesanges.5 Auch fürchten sie {die Greise.} sich vor der Höhe, und Schrecknisse sind auf dem Wege; und der Mandelbaum steht in Blüte, und die Heuschrecke schleppt sich hin, und die Kaper {als mittel zur Reizung der Esslust.} ist wirkungslos. Denn der Mensch geht hin zu seinem ewigen Hause, und die Klagenden ziehen umher auf der Strasse; -
6 ehe zerrissen wird die silberne Schnur, und zerschlagen die goldene Schale, und zerbrochen der Eimer am Quell, und zerschlagen die Schöpfwelle an der Zisterne {Eig. in die Zisterne hinein.};7 und der Staub zur Erde zurückkehrt, so wie er gewesen, und der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.

>>>> Das Endergebnis der Untersuchungen: Gottesfurcht und Gottes Wort (12,8ff)

8 Eitelkeit der Eitelkeiten! spricht der Prediger; alles ist Eitelkeit!9 Und überdem, dass der Prediger weise war, lehrte er noch das Volk Erkenntnis und erwog und forschte, verfasste viele Sprüche.10 Der Prediger suchte angenehme Worte zu finden; und das Geschriebene ist richtig {O. und Niedergeschriebenes in Geradheit.}, Worte der Wahrheit.

-- Hinweis auf Messias: Ein Hirte (12,11)

11 Die Worte der Weisen sind wie Treibstacheln, und wie eingeschlagene Nägel die gesammelten Sprüche; sie sind gegeben von einem Hirten.
12 Und überdies, mein Sohn, lass dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ist Ermüdung des Leibes.

Das Endergebnis der Untersuchungen: Gottesfurcht und Gottes Wort / Ausbrechen aus dem Kreislauf der Sinnlosigkeit (12,13)

Hinweis: Weiter mit dem Buch 'Sprüche' (Weisheit von Gott an die Menschen)

13 Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören {O. Das Endergebnis, nachdem alles vernommen, ist.}:
Fürchte Gott {TODO: JHWH, Jahwe, "Der Ewige".} und halte seine Gebote; denn das ist der ganze Mensch {O. denn das soll jeder Mensch.}.
14 Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über alles Verborgene bringen.