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17 Geschichtsbücher

5 Lehrbücher

17 Prophetische Bücher
Neues Testament
5 Geschichtsbücher

21 Lehrbücher

1 Prophetisches Buch
P T H 1 Genesis (1. Mose)
P T H 2 Exodus (2. Mose)
P T H 3 Levitikus (3. Mose)
P T H 4 Numeri (4. Mose)
P T H 5 Deuteronomium (5. Mose)
P T H 6 Josua
P T H 7 Richter
P T H 8 Ruth
P T H 9 1. Samuel
P T H 10 2. Samuel
P T H 11 1. Könige
P T H 12 2. Könige
P T H 13 1. Chronik
P T H 14 2. Chronik
P T H 15 Esra
P T H 16 Nehemia
P T H 17 Ester
P T H 18 Hiob
P T H 19 Psalmen
P T H 20 Sprüche
P T H 21 Prediger
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P T H 23 Jesaja
P T H 24 Jeremia
P T H 25 Klagelieder
P T H 26 Hesekiel
P T H 27 Daniel
P T H 28 Hosea
P T H 29 Joel
P T H 30 Amos
P T H 31 Obadja
P T H 32 Jona
P T H 33 Micha
P T H 34 Nahum
P T H 35 Habakuk
P T H 36 Zephanja
P T H 37 Haggai
P T H 38 Sacharja
P T H 39 Maleachi
P T G 40 Matthäus
P T G 41 Markus
P T G 42 Lukas
P T G 43 Johannes
P T G 44 Apostelgeschichte
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P T G 46 1. Korinther
P T G 47 2. Korinther
P T G 48 Galater
P T G 49 Epheser
P T G 50 Philipper
P T G 51 Kolosser
P T G 52 1. Thessalonicher
P T G 53 2. Thessalonicher
P T G 54 1. Timotheus
P T G 55 2. Timotheus
P T G 56 Titus
P T G 57 Philemon
P T G 58 Hebräer
P T G 59 Jakobus
P T G 60 1. Petrus
P T G 61 2. Petrus
P T G 62 1. Johannes
P T G 63 2. Johannes
P T G 64 3. Johannes
P T G 65 Judas
P T G 66 Offenbarung

Jesaja

Inhaltsübersicht I
Inhaltsübersicht II

Teil 1: Gottes Gericht (1-39)

Kapitel 1

1 Das Gesicht Jesajas {Jesaja heisst: Der Herr ist heil.}, des Sohnes Amoz', welches er über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen Ussijas, Jothams, Ahas', Jehiskias, der Könige von Juda.2 Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn Jahwe hat geredet: 10 Höret das Wort Jahwes, Vorsteher von Sodom; horchet auf das Gesetz unseres Gottes, Volk von Gomorra! spricht Jahwe; spricht Jahwe. 21 Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voll Recht, Gerechtigkeit weilte darin, und jetzt Mörder!22 Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein edler Wein mit Wasser verdünnt.23 Deine Fürsten sind Widerspenstige und Diebsgesellen, ein jeder von ihnen liebt Geschenke und jagt nach Belohnungen; der Waise schaffen sie nicht Recht, und der Witwe Sache kommt nicht vor sie.24 Darum spricht der Herr {Eig. ist der Spruch des Herrn; so auch später an vielen Stellen.}, Jahwe der Heerscharen, der Mächtige Israels:

Kapitel 2

Juda und Jerusalem (2,1ff)

1 Die Sache {Die Sache. Wörtlich: Das Wort. Hebärisch dabar.}, welches Jesaja, der Sohn Amoz', über Juda und Jerusalem geschaut hat.
2 Und {Vergl. Micha 4.} es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jahwes feststehen auf dem Gipfel der Berge {d.h. hoch über allen Bergen.} und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen.3 Und viele Völker werden hingehen und sagen: 5 Kommt, Haus Jakob, und lasst uns wandeln im Lichte Jahwes!6 Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstossen; denn sie sind voll dessen, was vom Morgenlande kommt {And. l.: sind voll Wahrsagerei.}, und sind Zauberer gleich den Philistern, und schlagen ein mit den Kindern der Fremden.7 Und ihr Land ist voll Silber und Gold, und ihrer Schätze ist kein Ende; und ihr Land ist voll Rosse, und ihrer Wagen ist kein Ende.8 Und ihr Land ist voll Götzen; sie werfen sich nieder vor dem Werke ihrer Hände, vor dem, was ihre Finger gemacht haben.9 Und der Mensch wird gebeugt und der Mann erniedrigt werden; und du wirst ihnen nicht vergeben.10 Verkrieche dich in die Felsen und verbirg dich im Staube vor dem Schrecken Jahwes und vor der Pracht seiner Majestät!
11 Die hochmütigen Augen des Menschen werden erniedrigt, und die Hoffart des Mannes wird gebeugt werden; und Jahwe wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tage.12 Denn Jahwe der Heerscharen hat einen Tag über alles Hoffärtige und Hohe, und über alles Erhabene {O. Emporragende.}, und es wird erniedrigt werden;13 und über alle Zedern des Libanon, die hohen und erhabenen, und über alle Eichen Basans;14 und über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel;15 und über jeden hohen Turm und über jede feste Mauer;16 und über alle Tarsisschiffe {Siehe zu "Tarsis" die Anm. zu Hes. 27,12.} und über alle kostbaren Schauwerke.17 Und der Hochmut des Menschen wird gebeugt und die Hoffart des Mannes erniedrigt werden; und Jahwe wird hoch erhaben sein, er allein, an jenem Tage.18 Und die Götzen werden gänzlich verschwinden.19 Und sie werden sich in Felsenhöhlen und in Löcher der Erde verkriechen vor dem Schrecken Jahwes und vor der Pracht seiner Majestät, wenn er sich aufmacht, die Erde zu schrecken.20 An jenem Tage wird der Mensch seine Götzen von Silber und seine Götzen von Gold, die man ihm zum Anbeten gemacht hat, den Maulwürfen und den Fledermäusen hinwerfen,21 um sich in die Spalten der Felsen und in die Felsenklüfte zu verkriechen vor dem Schrecken Jahwes und vor der Pracht seiner Majestät, wenn er sich aufmacht, die Erde zu schrecken.22 Lasset ab von dem Menschen, in dessen Nase nur ein Odem ist! denn wofür ist er zu achten?

Kapitel 3

1 Denn siehe, der Herr, Jahwe der Heerscharen, nimmt von Jerusalem und von Juda Stütze und Unterstützung hinweg, jede Stütze des Brotes und jede Stütze des Wassers;2 Held und Kriegsmann, Richter und Prophet und Wahrsager und Ältesten;3 den Obersten über fünfzig und den Angesehenen und den Rat, und den geschickten Künstler {O. den Kunstverständigen.} und den Zauberkundigen.4 Und ich werde Jünglinge zu ihren Fürsten machen, und Buben sollen über sie herrschen.5 Und das Volk wird sich gegenseitig bedrücken, der eine den anderen, und ein jeder seinen Nächsten; der Knabe wird frech auftreten gegen den Greis, und der Verachtete gegen den Geehrten.6 Wenn jemand seinen Bruder in seines Vaters Hause ergreift und sagt: 7 so wird er an jenem Tage seine Stimme erheben und sagen: 8 Denn Jerusalem ist gestürzt und Juda gefallen, weil ihre Zunge und ihre Taten wider Jahwe sind, um zu trotzen den Augen seiner Herrlichkeit.
9 Der Ausdruck ihres Angesichts zeugt wider sie; und von ihrer Sünde sprechen sie offen wie Sodom, sie verhehlen sie nicht. Wehe ihrer Seele! denn sich selbst bereiten sie Böses.
10 Saget vom Gerechten, dass es ihm wohlgehen wird; denn die Frucht ihrer Handlungen werden sie geniessen.
11 Wehe dem Gesetzlosen! es wird ihm übelgehen; denn das Tun seiner Hände wird ihm angetan werden.
12 Mein Volk, - seine Bedrücker sind Buben, und Weiber herrschen über dasselbe. Mein Volk, deine Leiter führen irre, und den Weg deiner Pfade haben sie dir entrückt {W. haben sie verschlungen.}.13 Jahwe steht da, um zu rechten; und er tritt auf, um die Völker zu richten.14 Jahwe wird ins Gericht gehen mit den Ältesten seines Volkes und dessen Fürsten: spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen.16 Und Jahwe sprach:

Kapitel 4

1 Und an jenem Tage werden sieben Weiber einen Mann ergreifen und sprechen: 2 An jenem Tage wird der Spross {Vergl. Sach. 3,8; 6,12.} Jahwes zur Zierde und zur Herrlichkeit sein, und die Frucht der Erde zum Stolz und zum Schmuck {O. Ruhm.} für die Entronnenen Israels.3 Und es wird geschehen, wer in Zion übriggeblieben und wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heissen, ein jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem:4 wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abgewaschen und die Blutschulden Jerusalems aus dessen Mitte hinweggefegt haben wird durch den Geist des Gerichts und durch den Geist des Vertilgens.5 Und Jahwe wird {O. (V.4) wenn der Herr... Geist des Vertilgens: dann wird Jahwe usw..} über jede Wohnstätte des Berges Zion und über seine {nämlich Zions.} Versammlungen eine Wolke und einen Rauch schaffen bei Tage, und den Glanz eines flammenden Feuers bei Nacht; denn über der ganzen Herrlichkeit wird eine Decke sein.6 Und eine Hütte wird sein zum Schatten bei Tage vor der Hitze, und zur Zuflucht und zur Bergung vor Sturm und vor Regen.

Kapitel 5

1 Wohlan, ich will singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Lieben von seinem Weinberge: Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fetten Hügel {Eig. Horne, d.h. einem freistehenden Hügel.}.2 Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben; und er baute einen Turm in seine Mitte und hieb auch eine Kelter {Eig. einen Keltertrog.} darin aus; und er erwartete, dass er Trauben brächte, aber er brachte Herlinge {TODO kleine, saure Trauben.}.3 Nun denn, Bewohner von Jerusalem und Männer von Juda, richtet doch zwischen mir und meinem Weinberge!4 Was war noch an meinem Weinberge zu tun, das ich nicht an ihm getan hätte? Warum habe ich erwartet, dass er Trauben brächte, und er brachte Herlinge?5 Nun, so will ich euch denn kundmachen, was ich meinem Weinberge tun will: seinen Zaun wegnehmen, dass er abgeweidet werde, seine Mauer niederreissen, dass er zertreten werde.6 Und ich werde ihn zu Grunde richten; er soll nicht beschnitten noch behackt werden, und Dornen und Disteln sollen in ihm aufschiessen {Eig. und er soll in Dornen und Disteln aufgehen.}; und ich will den Wolken gebieten, dass sie keinen Regen auf ihn fallen lassen.7 Denn der Weinberg Jahwes der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer von Juda sind die Pflanzung seines Ergötzens; und er wartete auf Recht, und siehe da: Blutvergiessen {O. gewaltsames Wegraffen.}, auf Gerechtigkeit, und siehe da: Wehgeschrei.8 Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rücken, bis gar kein Raum mehr ist, und ihr allein sesshaft seid inmitten des Landes!9 Vor meinen {Eig. In meine.} Ohren hat Jahwe der Heerscharen gesprochen: 11 Wehe denen, die des Morgens früh sich aufmachen, um starkem Getränk nachzulaufen, bis spät am Abend bleiben, der Wein erhitzt sie!12 Und Laute und Harfe, Tamburin und Flöte und Wein sind bei ihrem Gelage; aber auf das Tun Jahwes schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.13 Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis, und seine Edlen verhungern {W. sind Männer des Hungers. Vielleicht ist zu lesen: sind ausgezehrt durch Hunger.}, und seine Menge lechzt vor Durst.14 Darum sperrt der Scheol weit auf seinen Schlund und reisst seinen Rachen auf ohne Mass; und hinab fährt seine {d.i. Jerusalems.} Pracht und sein Getümmel und sein Getöse und wer darin frohlockt.15 Und der Mensch wird gebeugt und der Mann erniedrigt, und die Augen der Hoffärtigen werden erniedrigt.16 Und Jahwe der Heerscharen wird im Gericht erhaben sein, und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit. -
17 Und Schafe werden dort weiden wie auf ihrer Trift, und Fremdlinge {Wahrsch. Wanderhirten.} in den verwüsteten Fluren der Fetten sich nähren.18 Wehe denen, welche die Ungerechtigkeit einherziehen mit Stricken der Falschheit, und die Sünde wie mit Wagenseilen!19 die da sprechen: 20 Wehe denen, die das Böse gut heissen, und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen, und Licht zu Finsternis; welche Bitteres zu Süssem machen, und Süsses zu Bitterem! -
21 Wehe denen, die in ihren Augen weise und bei sich selbst verständig sind! -
22 Wehe denen, die Helden sind, um Wein zu trinken, und tapfere Männer, um starkes Getränk zu mischen;23 welche den Gesetzlosen um eines Geschenkes willen gerecht sprechen, und die Gerechtigkeit {O. das Recht.} der Gerechten ihnen entziehen!
24 Darum, wie des Feuers Zunge die Stoppeln verzehrt, und dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie Moder werden, und ihre Blüte auffliegen wie Staub; denn sie haben das Gesetz Jahwes der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels verschmäht.25 Darum ist der Zorn Jahwes wider sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen dasselbe ausgestreckt und es geschlagen; und die Berge erbebten, und ihre Leichname wurden wie Kehricht inmitten der Strassen. - Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.
26 Und er wird ein Panier erheben den fernen Nationen, und eine {Eig. sie; (die nachher beschriebene Nation).} wird er herbeizischen vom Ende der Erde; und siehe, eilends, schnell wird sie kommen.27 Bei ihr ist kein Müder und kein Strauchelnder, keiner schlummert noch schläft; auch ist nicht gelöst der Gürtel ihrer {Eig. seiner, d.h. jedes einzelnen von ihnen.} Lenden, noch zerrissen der Riemen ihrer {Eig. seiner, d.h. jedes einzelnen von ihnen.} Schuhe.28 Ihre Pfeile sind geschärft, und alle ihre Bogen gespannt; die Hufe ihrer Rosse sind Kieseln gleich zu achten, und ihre Räder dem Wirbelwinde.29 Ihr Gebrüll ist wie das einer Löwin, sie brüllt wie die jungen Löwen; und sie knurrt und packt die Beute und bringt sie in Sicherheit, und kein Erretter ist da.30 Und sie knurrt über ihr an jenem Tage gleich dem Rauschen des Meeres. Und man blickt zur Erde, und siehe, Finsternis, Drangsal; und das Licht ist verfinstert durch ihr Gewölk {der Erde.}.

Kapitel 6

1 Im Todesjahre des Königs Ussija, da sah ich den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Throne, und seine Schleppen erfüllten den Tempel.2 Seraphim standen über ihm; ein jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Angesicht, und mit zweien bedeckte er seine Füsse, und mit zweien flog er.3 Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist Jahwe der Heerscharen, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!4 Und es erbebten die Grundfesten der Schwellen von der Stimme der Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt. -5 Und ich sprach: Wehe mir! denn ich bin verloren; denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen, und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen wohne ich; denn meine Augen haben den König, Jahwe der Heerscharen, gesehen.6 Und einer der Seraphim flog zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte.7 Und er berührte meinen Mund damit und sprach: Siehe, dieses hat deine Lippen berührt; und so ist deine Ungerechtigkeit {O. Missetat, Schuld.} gewichen und deine Sünde gesühnt.8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, welcher sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich.9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volke: Hörend höret {Eine bekannte hebr. Redeweise, um die durch das Zeitwort ausgedrückte Handlung hervorzuheben.}, und verstehet nicht; und sehend sehet {Eine bekannte hebr. Redeweise, um die durch das Zeitwort ausgedrückte Handlung hervorzuheben.}, und erkennet nicht!10 Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre und sein Herz nicht verstehe, und es nicht umkehre und geheilt werde.11 Und ich sprach: Wie lange, Herr? Und er sprach: Bis die Städte verwüstet sind, ohne Bewohner, und die Häuser ohne Menschen, und das Land zur Öde verwüstet ist,12 und Jahwe die Menschen weit entfernt hat, und der verlassenen Orte viele sind inmitten des Landes.13 Und ist noch ein Zehntel darin, so wird es wiederum vertilgt werden, gleich der Terebinthe und gleich der Eiche, von welchen, wenn sie gefällt sind, ein Wurzelstock bleibt; ein heiliger Same ist sein Wurzelstock.

Kapitel 7

1 Und es geschah in den Tagen Ahas', des Sohnes Jothams, des Sohnes Ussijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Syrien, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, nach Jerusalem hinauf zum Streit wider dasselbe; aber er vermochte nicht wider dasselbe zu streiten.2 Und es wurde dem Hause David berichtet und gesagt: Syrien hat sich in Ephraim gelagert. Da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes vor dem Winde beben.3 Und Jahwe sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub {Bedeutet: der Überrest wird umkehren; vergl. Kap. 10,21.}, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, nach der Strasse des Walkerfeldes hin,4 und sprich zu ihm: Hüte dich und halte dich ruhig; fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen beiden rauchenden Brandscheitstümpfen, bei {O. wegen.} der Zornglut Rezins und Syriens und des Sohnes Remaljas.5 Darum, dass Syrien Böses wider dich beratschlagt hat, Ephraim und der Sohn Remaljas und gesagt:6 Lasst uns wider Juda hinaufziehen und ihm Grauen einjagen und es uns erobern {Eig. erbrechen.} und den Sohn Tabeels zum König darin machen;7 so spricht der Herr Jahwe: Es wird nicht zustande kommen und nicht geschehen.8 Denn Damaskus ist das Haupt von Syrien, und Rezin das Haupt von Damaskus; und in noch 65 Jahren wird Ephraim zerschmettert werden, dass es kein Volk mehr sei.9 Und Samaria ist das Haupt von Ephraim, und der Sohn Remaljas das Haupt von Samaria. Wenn ihr nicht glaubet, werdet ihr, fürwahr, keinen Bestand haben!10 Und Jahwe fuhr fort, zu Ahas zu reden, und sprach:11 Fordere dir ein Zeichen von Jahwe, deinem Gott; fordere es in der Tiefe oder oben in der Höhe.12 Und Ahas sprach: Ich will nicht fordern und will Jahwe nicht versuchen.13 Da sprach er: Höret doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüdet?14 Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und wird seinen Namen Immanuel {Gott mit uns.} heissen.15 Rahm {Eig. dicke, geronnene Milch.} und Honig wird er essen, wenn er weiss, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen.16 Denn ehe der Knabe weiss, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen beiden Königen dir graut {Vergl. 2. Kön. 15,29; 16,9.}.17 Jahwe wird über dich und über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit dem Tage, da Ephraim von Juda gewichen ist - den König von Assyrien.18 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird Jahwe die Fliege, die am Ende der Ströme {Das hebr. Wort bezeichnet die Kanäle und Arme des Nil.} Ägyptens, und die Biene, die im Lande Assyrien ist, herbeizischen.19 Und sie werden kommen und sich allesamt niederlassen in den Tälern der steilen Höhen und in den Spalten der Felsen und in allen Dornstäuchern und auf allen Triften.20 An jenem Tage wird der Herr durch ein gedungenes {Eig. durch das zur Miete stehende, feile.} Schermesser, auf der anderen Seite des Stromes, durch den König von Assyrien, das Haupt und das Haar der Beine abscheren; ja, auch den Bart wird es wegnehmen.21 Und es wird geschehen an jenem Tage, dass jemand eine junge Kuh und zwei Schafe {O. Ziegen.} füttern wird.22 Und es wird geschehen, wegen der Menge des Milchertrags wird er Rahm {Eig. dicke geronnene Milch.} essen, denn Rahm und Honig wird jeder essen, der im Lande übriggeblieben ist.23 Und es wird geschehen an jenem Tage, dass jeder Ort, wo tausend Weinstöcke von tausend Silbersekel waren, zu Dornen und Disteln geworden sein wird.24 Mit Pfeilen und mit Bogen wird man dorthin kommen; denn das ganze Land wird Dornen und Disteln sein.25 Und alle Berge, die mit der Hacke behackt wurden, dahin wirst du nicht kommen, aus Furcht vor Dornen und Disteln; und sie werden ein Ort sein, wohin man Rinder treibt, und welcher vom Kleinvieh zertreten wird.

Kapitel 8

1 Und Jahwe sprach zu mir: Nimm dir eine grosse Tafel und schreibe darauf mit Menschengriffel {d.h. mit leicht leserlicher Schrift.}: Es eilt der Raub, bald kommt die Beute;2 und ich will mir {O. und ich sollte mir. And. üb.: ich nahm mir.} zuverlässige Zeugen nehmen: Urija, den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberekjas. -3 Und ich nahte der Prophetin, und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Und Jahwe sprach zu mir: Gib ihm den Namen: "Es eilt der Raub, bald kommt die Beute".4 Denn ehe der Knabe zu rufen weiss "mein Vater" und "meine Mutter", wird man vor dem König von Assyrien hertragen den Reichtum von Damaskus und die Beute von Samaria.5 Und Jahwe fuhr fort, weiter zu mir zu reden, und sprach:6 Darum, dass dieses Volk die Wasser von Siloah verachtet, die still fliessen, und Freude hat an Rezin und an dem Sohne Remaljas:7 darum, siehe, lässt der Herr über sie heraufkommen die Wasser des Stromes, die mächtigen und grossen - den König von Assyrien und alle seine Herrlichkeit {O. seine ganze Heeresmenge.}; und er wird über alle seine Betten steigen und über alle seine Ufer gehen.8 Und er wird in Juda eindringen, überschwemmen und überfluten; bis an den Hals wird er reichen. Und die Ausdehnung seiner Flügel wird die Breite deines Landes füllen, Immanuel!9 Tobet {Eig. Erboset euch.}, ihr Völker, und werdet zerschmettert! Und nehmet es zu Ohren, alle ihr Fernen der Erde! Gürtet euch und werdet zerschmettert, gürtet euch und werdet zerschmettert!10 Beschliesset einen Ratschlag, und er soll vereitelt werden; redet ein Wort, und es soll nicht zustande kommen; denn Gott ist mit uns.11 Denn also hat Jahwe zu mir gesprochen, indem seine Hand stark auf mir war und er {Eig. gesprochen, mit starker Hand, indem er usw. (Vergl. Hes. 3,14).} mich warnte, nicht auf dem Wege dieses Volkes zu wandeln:12 Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt; und fürchtet nicht ihre Furcht {d.h. das, was sie fürchten.} und erschrecket nicht davor.13 Jahwe der Heerscharen, den sollt ihr heiligen; und er sei eure Furcht, und er sei euer Schrecken.14 Und er wird zum Heiligtum sein; aber zum Stein des Anstosses und zum Fels des Strauchelns den beiden Häusern Israels, zur Schlinge und zum Fallstrick den Bewohnern von Jerusalem.15 Und viele unter ihnen werden straucheln, und werden fallen und zerschmettert und verstrickt und gefangen werden. -16 Binde das Zeugnis zu, versiegele das Gesetz {O. die Lehre, Unterweisung.} unter {O.in.} meinen Jüngern. -17 Und ich will auf Jahwe harren, der sein Angesicht verbirgt vor dem Hause Jakob, und will auf ihn hoffen.18 Siehe, ich und die Kinder, die Jahwe mir gegeben hat, wir sind zu Zeichen und zu Wundern {O. Vorbildern.} in Israel, vor Jahwe der Heerscharen, der da wohnt auf dem Berge Zion.19 Und wenn sie zu euch sprechen werden: Befraget die Totenbeschwörer und die Wahrsager, die da flüstern und murmeln, so sprechet: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? soll es für die Lebenden die Toten befragen?20 Zum Gesetz und zum Zeugnis! Wenn sie nicht nach diesem Worte sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte {Eig. so ist es (das Volk) ein solches, für welches es keine Morgenröte gibt.}.21 Und es wird darin {d.h. im Lande.} umherziehen, schwer gedrückt und hungernd. Und es wird geschehen, wenn es Hunger leidet, so wird es erzürnt sein und seinen König und seinen Gott verfluchen.22 Und es wird aufwärts schauen und wird zur Erde blicken: und siehe, Drangsal und Finsternis, angstvolles Dunkel; und in dichte Finsternis ist es hineingestossen.23 Doch {O. denn.} nicht bleibt Finsternis dem Lande, welches Bedrängnis hat. Um die erste Zeit hat er das Land Sebulon und das Land Naphtali verächtlich gemacht; und in der letzten bringt er zu Ehren den Weg am Meere {d.h. am Meere Tiberias.}, das Jenseitige des Jordan, den Kreis {Hebr. Gelil; das nördliche Grenzgebiet Palästinas, ein Teil des späteren Galiläa.} der Nationen.

Kapitel 9

1 Das Volk {And. üb.: Doch wird die Finsternis nicht sein, wie die Bedrängnis auf der Erde war, als es im Anfang leicht auf dem Lande Sebulon und dem Lande Naphtali lag, und später schwerer wurde... Weg am Meere, jenseit des Jordan, Galiläa der Nationen: das Volk.}, das im Finstern wandelt, hat ein grosses Licht gesehen; die da wohnen im Lande des Todesschattens, Licht hat über sie geleuchtet.2 Du hast die Nation vermehrt, hast ihr gross gemacht {And. l.: Du hast das Frohlocken vermehrt, hast gross gemacht usw..} die Freude; sie freuen sich vor dir, gleich der Freude in der Ernte, wie man frohlockt beim Verteilen der Beute.3 Denn das Joch ihrer Last und den Stab ihrer Schulter, den Stock ihres Treibers hast du zerschlagen wie am Tage Midians.4 Denn jeder Stiefel der Gestiefelten im Getümmel, und jedes Gewand, in Blut gewälzt, die werden zum Brande, ein Frass des Feuers.5 Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater {O. Wunder-Rat.}, starker Gott {El.}, Vater der Ewigkeit {O. Ewigvater.}, Friedefürst.6 Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Throne Davids und über sein Königreich, um es zu befestigen und zu stützen durch Gericht und durch Gerechtigkeit, von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer Jahwes der Heerscharen wird dieses tun.7 Der Herr hat ein Wort gesandt wider Jakob, und es steigt hernieder in Israel.8 Und das ganze Volk wird es erfahren, Ephraim und die Bewohner von Samaria, die in Hochmut und in Überhebung des Herzens sprechen:9 Die Ziegelsteine sind eingefallen, aber mit behauenen Steinen bauen wir auf; die Sykomoren sind abgehauen, aber wir setzen Zedern an ihre Stelle.10 Denn Jahwe wird die Bedränger Rezins über dasselbe erheben {d.h. wird ihnen die Übermacht über Ephraim geben.} und seine Feinde aufreizen:11 die Syrer von Osten und die Philister von Westen; und sie werden Israel fressen mit vollem Maule. - Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.12 Und das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt, und Jahwe der Heerscharen suchen sie nicht.13 Und Jahwe wird aus Israel Haupt und Schwanz, Palmzweig und Binse ausrotten {Eig. Da rottet Jahwe aus usw..} an einem Tage.14 Der Älteste und Angesehene, er ist das Haupt; und der Prophet, der Lüge lehrt, er ist der Schwanz.15 Denn die Leiter dieses Volkes führen irre, und die von ihnen Geleiteten werden verschlungen.16 Darum wird sich der Herr über dessen Jünglinge nicht freuen {And. l.: wird der Herr dessen Jünglinge nicht verschonen.}, und seiner Waisen und seiner Witwen sich nicht erbarmen; denn sie allesamt sind Ruchlose und Übeltäter, und jeder Mund redet Torheit {Zugl.: Gottlosigkeit, Gemeinheit.}. Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.17 Denn die Gesetzlosigkeit brennt wie Feuer: sie verzehrt Dornen und Disteln, und zündet in den Dickichten des Waldes, dass sie emporwirbeln in hoch aufsteigendem Rauche.18 Durch den Grimm Jahwes der Heerscharen ist das Land verbrannt, und das Volk ist wie eine Speise des Feuers geworden; keiner schont den anderen.19 Und man schlingt zur Rechten und hungert, und man frisst zur Linken und wird nicht satt. Sie fressen ein jeder das Fleisch seines eigenen Armes:20 Manasse den Ephraim, und Ephraim den Manasse; diese miteinander fallen über Juda her. - Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

Kapitel 10

1 Wehe denen, die Satzungen des Unheils verordnen, und den Schreibern, welche Mühsal ausfertigen,2 um die Armen vom Gericht zu verdrängen und die Elenden meines Volkes ihres Rechtes zu berauben, damit die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen plündern.3 Und was wollt ihr tun am Tage der Heimsuchung und beim Sturme, der {O. Verderben, das.} von fern daherkommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe, und wohin eure Herrlichkeit in Sicherheit bringen {Eig. hinterlegen.}?4 Nichts anderes bleibt übrig, als unter Gefesselten sich zu krümmen; und unter Erschlagenen fallen sie hin. - Bei dem allen wendet sich sein Zorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.5 He {O. Wehe!.}! Assyrer {Eig. Assyrien (Assur), wie V. 24.}, Rute meines Zornes! und der Stock in seiner Hand ist mein Grimm.6 Wider eine ruchlose Nation werde ich ihn senden und gegen das Volk meines Grimmes ihn entbieten, um Raub zu rauben und Beute zu erbeuten, und es der Zertretung hinzugeben gleich Strassenkot.7 Er aber meint es nicht also, und sein Herz denkt nicht also; sondern zu vertilgen hat er im Sinne und auszurotten nicht wenige Nationen.8 Denn er spricht: Sind nicht meine Fürsten {O. Feldherren.} allesamt Könige?9 Ist nicht Kalno {Dasselbe wie Kalne; 1. Mose 10,10.} wie Karchemis? nicht Hamath wie Arpad? nicht Samaria wie Damaskus?10 So wie meine Hand die Königreiche der Götzen erreicht hat, - und ihre geschnitzten Bilder waren mehr {d.h. mächtiger.} als die von Jerusalem und von Samaria -11 werde ich nicht, wie ich Samaria und seinen Götzen getan habe, ebenso Jerusalem und seinen Götzen {Eig. Götzenbildern.} tun?12 Und es wird geschehen, wenn der Herr sein ganzes Werk an dem Berge Zion und an Jerusalem vollbracht hat, so werde ich heimsuchen die Frucht der Überhebung des Herzens des Königs von Assyrien und den Stolz der Hoffart seiner Augen.13 Denn er hat gesagt: Durch die Kraft meiner Hand und durch meine Weisheit habe ich es getan, denn ich bin verständig; und ich verrückte die Grenzen der Völker und plünderte ihre Schätze und stiess, als ein Gewaltiger, Thronende hinab;14 und meine Hand hat den Reichtum der Völker erreicht wie ein Nest, und wie man verlassene Eier zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde zusammengerafft: da war keiner, der den Flügel regte, oder den Schnabel aufsperrte und zirpte. -15 Darf die Axt sich rühmen wider den, der damit haut? oder die Säge sich brüsten wider den, der sie zieht? als schwänge ein Stock die, welche ihn emporheben, als höbe ein Stab den empor, der kein Holz ist!16 Darum wird der Herr, Jahwe der Heerscharen, Magerkeit {d.h. Abzehrung.} senden unter seine Fetten; und unter {d.h. unterhalb.} seiner Herrlichkeit wird ein Brand auflodern wie ein Feuerbrand.17 Und das Licht Israels wird zum Feuer werden, und sein Heiliger zur Flamme, die seine Dornen und seine Disteln in Brand setzen und verzehren wird an einem Tage.18 Und er wird die Herrlichkeit seines Waldes und seines Fruchtgefildes von der Seele bis zum Fleische vernichten, dass es sein wird, wie wenn ein Kranker hinsiecht.19 Und der Rest der Bäume seines Waldes wird zu zählen sein: ein Knabe könnte sie aufschreiben.20 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den, der es schlägt; sondern es wird sich stützen auf Jahwe, den Heiligen Israels, in Wahrheit.21 Der Überrest wird umkehren {S. Kap. 7,3.}, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott {El.}.22 Denn wenn auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres wäre, nur ein Überrest davon wird umkehren. Vertilgung ist festbeschlossen, sie bringt einherflutend Gerechtigkeit {Eig. welche Gerechtigkeit einherflutet.}.23 Denn der Herr, Jahwe der Heerscharen, vollführt Vernichtung und Festbeschlossenes inmitten der ganzen Erde {O. des ganzen Landes.}.24 Darum spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen, also: Fürchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assur, wenn er dich mit dem Stocke schlagen und seinen Stab wider dich erheben wird nach der Weise Ägyptens!25 Denn noch um ein gar Kleines, so wird der Grimm zu Ende sein und mein Zorn sich wenden zu ihrer Vernichtung.26 Und Jahwe der Heerscharen wird über ihn die Geissel schwingen wie in der Niederlage Midians am Felsen Oreb {S. Richter 7,25.}; und sein Stab wird über das Meer sein, und er wird ihn erheben, wie er ihn über Ägypten erhob {Eig. in der Weise Ägyptens.}.27 Und es wird geschehen an jenem Tage, dass seine Last weichen wird von deiner Schulter und sein Joch von deinem Halse; und das Joch wird gesprengt werden infolge des Fettes {And. üb.: der Salbung.}.28 Er kommt gegen Aijath, zieht durch Migron; in Mikmas legt er sein Gepäck ab.29 Sie ziehen über den Pass, zu Geba schlagen sie ihr Nachtlager auf {O. über den Pass (od. die Furt); - "Geba sei unser Nachtquartier!".}. Rama bebt, Gibea Sauls flieht.30 Schreie laut, Tochter Gallims! Horche auf, Lais {Hebr. Laischa.}! Armes Anathoth!31 Madmena eilt davon, die Bewohner von Gebim flüchten {O. retten ihre Habe.}.32 Noch heute macht er halt in Nob; - er schwingt seine Hand gegen den Berg der Tochter Zion, den Hügel Jerusalems. -33 Siehe, der Herr, Jahwe der Heerscharen, haut mit Schreckensgewalt die Äste herunter; und die von hohem Wuchse werden gefällt, und die Emporragenden werden erniedrigt.34 Und er schlägt die Dickichte des Waldes nieder mit dem Eisen, und der Libanon fällt durch einen Mächtigen {Zugl.: Herrlichen.}.

Kapitel 11

1 Und ein Reis wird hervorgehen aus dem Stumpfe Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.2 Und auf ihm wird ruhen der Geist Jahwes, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und Furcht Jahwes;3 und sein Wohlgefallen wird sein an der Furcht Jahwes. Und er wird nicht richten nach dem Sehen seiner Augen, und nicht Recht sprechen nach dem Hören seiner Ohren;4 und er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit, und den Demütigen {O. Sanftmütigen.} des Landes Recht sprechen in Geradheit. Und er wird die Erde schlagen mit der Rute seines Mundes, und mit dem Hauche seiner Lippen den Gesetzlosen töten.5 Und Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein, und die Treue der Gurt seiner Hüften. -6 Und der Wolf wird bei dem Lamme weilen, und der Pardel bei dem Böcklein lagern; und das Kalb und der junge Löwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben.7 Und Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen zusammen lagern; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.8 Und der Säugling wird spielen an dem Loche der Natter, und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle des Basilisken.9 Man wird nicht übeltun, noch verderbt handeln auf meinem ganzen heiligen Gebirge; denn die Erde {O. das Land.} wird voll sein der Erkenntnis Jahwes, gleichwie die Wasser den Meeresgrund {W. das Meer.} bedecken. -10 Und es wird geschehen an jenem Tage: der Wurzelspross {Das hebr. Wort bedeutet zugl.: Wurzel und Wurzelspross.} Isais, welcher dasteht als Panier der Völker, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.11 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird der Herr noch zum zweiten Male seine Hand ausstrecken, um den Überrest seines Volkes, der übrigbleiben wird, loszukaufen {Eig. zu erkaufen, wie anderswo.} aus Assyrien und aus Ägypten und aus Pathros {Oberägypten.} und aus Äthiopien und aus Elam {die persische Provinz, deren Hauptstadt Susa war.} und aus Sinear {d.i. Babylonien.} und aus Hamath und aus den Inseln des Meeres {die Inseln und Küstengebiete des Mittelländischen Meeres.}.12 Und er wird den Nationen ein Panier erheben {Vergl. Kap. 49,22.} und die Vertriebenen Israels zusammenbringen, und die Zerstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde.13 Und der Neid Ephraims wird weichen, und die Bedränger Judas werden ausgerottet werden; Ephraim wird Juda nicht beneiden, und Juda wird Ephraim nicht bedrängen.14 Und sie werden den Philistern auf die Schultern fliegen gegen Westen, werden miteinander plündern die Söhne des Ostens; an Edom und Moab werden sie ihre Hand legen, und die Kinder Ammon werden ihnen gehorsam sein.15 Und Jahwe wird die Meereszunge Ägyptens zerstören {Eig. verbannen; den Bannfluch darüber aussprechen; and. l.: austrocknen.}; und er wird seine Hand über den Strom {den Euphrat.} schwingen mit der Glut seines Hauches, und ihn in sieben Bäche zerschlagen und machen, dass man mit Schuhen hindurchgeht.16 Und so wird eine Strasse sein von Assyrien her für den Überrest seines Volkes, der übrigbleiben wird, wie eine Strasse für Israel war an dem Tage, da es aus dem Lande Ägypten heraufzog.

Kapitel 12

1 Und an jenem Tage wirst du sagen: Ich preise dich {O. Ich danke dir.}, Jahwe; denn du warst gegen mich erzürnt: dein Zorn hat sich gewendet, und du hast mich getröstet.2 Siehe, Gott ist mein Heil {O. meine Rettung; so auch nachher. (Vergl. 2. Mose 15,2; Ps. 118,14).}, ich vertraue, und fürchte mich nicht; denn Jah, Jahwe, ist meine Stärke und mein Gesang, und er ist mir zum Heil geworden. -3 Und mit Wonne werdet ihr Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils,4 und werdet sprechen an jenem Tage: Preiset {O. Danket.} Jahwe, rufet seinen Namen aus, machet unter den Völkern kund seine Taten, verkündet {Eig. erwähnet rühmend.}, dass sein Name hoch erhaben ist!5 Besinget Jahwe, denn Herrliches {Eig. Erhabenes.} hat er getan; solches werde kund auf der ganzen Erde!6 Jauchze und jubele, Bewohnerin von Zion! denn gross ist in deiner Mitte der Heilige Israels.

Gericht über die Völker (13-23)

Kapitel 13

1 Ausspruch über Babel, welchen Jesaja, der Sohn Amoz', geschaut hat.2 Erhebet ein Panier auf kahlem Berge, rufet ihnen zu mit lauter Stimme, schwinget die Hand, dass sie einziehen in die Tore der Edlen!3 Ich habe meine Geheiligten entboten, auch meine Helden gerufen zu meinem Zorne, meine stolz Frohlockenden.4 Horch! ein Getümmel {W. Stimme eines Getümmels, (Getöse).} auf den Bergen, wie von einem grossen Volke; horch! ein Getöse {W. Stimme eines Getümmels, (Getöse).} von Königreichen versammelter Nationen: Jahwe der Heerscharen mustert ein Kriegsheer,5 aus fernem Lande Gekommene, vom Ende des Himmels, - Jahwe und die Werkzeuge seines Grimmes, um das ganze Land {d.i. das ganze Reich Babel.} zu verderben.6 Heulet, denn nahe ist der Tag Jahwes; er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen.7 Darum werden alle Hände erschlaffen, und jedes Menschenherz wird zerschmelzen.8 Und sie werden bestürzt sein, Wehen und Schmerzen werden sie ergreifen, sie werden sich winden gleich einer Gebärenden; einer starrt den anderen an, ihre Angesichter glühen {d.i. vor Angst; W. ihre Angesichter sind Flammenangesichter.}.9 Siehe, der Tag Jahwes kommt grausam, und Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen; und ihre Sünder wird er von derselben vertilgen.10 Denn die Sterne des Himmels und seine Gestirne {Eig. seine Orione; d.h. der Orion und die gleich ihm hell strahlenden Sterne.} werden ihr Licht nicht leuchten lassen; die Sonne wird finster sein bei ihrem Aufgang, und der Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen.11 Und ich werde an dem Erdkreis heimsuchen die Bosheit, und an den Gesetzlosen ihre Missetat; und ich werde ein Ende machen dem Hochmut der Stolzen {O. Übermütigen, Frechen.} und die Hoffart der Gewalttätigen erniedrigen.12 Ich will den Sterblichen kostbarer machen als gediegenes Gold, und den Menschen als Gold von Ophir.13 Darum werde ich die Himmel erzittern machen, und die Erde wird aufbeben von ihrer Stelle: beim Grimme Jahwes der Heerscharen und am Tage seiner Zornglut.14 Und es wird sein wie mit einer verscheuchten Gazelle und wie mit einer Herde, die niemand sammelt: ein jeder wird sich zu seinem Volke wenden, und ein jeder in sein Land fliehen.15 Wer irgend gefunden wird, wird durchbohrt werden; und wer irgend erhascht wird, wird durchs Schwert fallen.16 Und ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Weiber geschändet werden.17 Siehe, ich erwecke wider sie die Meder, welche Silber nicht achten und an Gold kein Gefallen haben.18 Und ihre Bogen werden Jünglinge niederstrecken, und über die Leibesfrucht werden sie sich nicht erbarmen, ihr Auge wird der Kinder nicht schonen {Eig. nicht mitleidig blicken auf.}.19 Und Babel, die Zierde der Königreiche, der Stolz des Hochmuts der Chaldäer, wird gleich sein der Umkehrung Sodoms und Gomorras durch Gott.20 Es wird in Ewigkeit nicht bewohnt werden, und keine Niederlassung mehr sein von Geschlecht zu Geschlecht; und der Araber wird dort nicht zelten, und Hirten werden dort nicht lagern lassen.21 Aber Wüstentiere werden dort lagern, und ihre Häuser mit Uhus angefüllt sein; und Strausse werden dort wohnen und Böcke {d.h. wahrsch. bockgestaltige Dämonen; vergl. Kap. 34,14; 3. Mose 17,7.} dort hüpfen;22 und wilde Hunde werden heulen in seinen Palästen und Schakale in den Lustschlössern. Und seine Zeit steht nahe bevor, und seine Tage werden nicht verlängert werden.

Kapitel 14

1 Denn Jahwe wird sich Jakobs erbarmen und Israel noch erwählen, und wird sie in ihr Land einsetzen. Und der Fremdling wird sich ihnen anschliessen, und sie werden sich dem Hause Jakob zugesellen.2 Und die Völker werden sie nehmen und sie an ihren Ort bringen; und das Haus Israel wird sich dieselben zu Knechten und zu Mägden zueignen im Lande Jahwes. Und sie werden gefangen wegführen, die sie gefangen wegführten, und werden herrschen über ihre Bedrücker.3 Und es wird geschehen an dem Tage, an welchem Jahwe dir Ruhe schafft von deiner Mühsal und von deiner Unruhe und von dem harten Dienst, welchen man dir auferlegt hat,4 da wirst du diesen Spruch anheben über den König von Babel und sprechen: Wie hat aufgehört der Bedrücker, aufgehört die Erpressung {And.: der Ort des Verschmachtens; der hebr. Ausdruck kommt nur hier vor.}!5 Zerbrochen hat Jahwe den Stab der Gesetzlosen, den Herrscherstab,6 welcher Völker schlug im Grimme mit Schlägen ohne Unterlass, Nationen unterjochte im Zorn mit Verfolgung ohne Einhalt.7 Es ruht, es rastet die ganze Erde; man bricht in Jubel aus.8 Auch die Zypressen freuen sich über dich, die Zedern des Libanon: "Seit du daliegst, kommt niemand mehr herauf, uns abzuhauen." {Eig. kommt der Holzhauer nicht mehr gegen uns herauf.}9 Der Scheol drunten ist in Bewegung um deinetwillen, deiner Ankunft entgegen; er stört deinetwegen die Schatten {Eig. die Hingestreckten, Schlaffen; daher die Verstorbenen.} auf, alle Mächtigen {Eig. Leitböcke.} der Erde, er lässt von ihren Thronen aufstehen alle Könige der Nationen.10 Sie alle heben an und sagen zu dir: "Auch du bist kraftlos geworden wie wir, bist uns gleich geworden!"11 In den Scheol hinabgestürzt ist deine Pracht, das Rauschen deiner Harfen. Maden sind unter dir gebettet, und Würmer sind deine Decke.12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! zur Erde gefällt, Überwältiger der Nationen!13 Und du, du sprachst in deinem Herzen: "Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über die Sterne Gottes {El.} meinen Thron erheben, und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äussersten Norden {Dort dachten sich die Assyrer den Sitz ihrer Götterversammlung.}.14 Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten." -15 Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.16 Die dich sehen, betrachten dich, schauen dich an: "Ist das der Mann, der die Erde beben machte, Königreiche erschütterte;17 der den Erdkreis der Wüste gleich machte und dessen Städte niederriss, dessen Gefangene nicht in die Heimat entliess?"18 Alle Könige der Nationen insgesamt liegen mit Ehren, ein jeder in seinem Hause;19 du aber bist hingeworfen fern von deiner Grabstätte, wie ein verabscheuter Schössling, bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwerte Durchbohrten, die zu den Steinen der Grube hinabgefahren sind {d.h. die in eine Grube geworfen und mit Steinen bedeckt wurden.}, wie ein zertretenes Aas.20 Nicht wirst du mit ihnen vereint werden im Begräbnis; denn du hast dein Land zu Grunde gerichtet, dein Volk hingemordet. Der Same der Übeltäter wird nicht genannt werden in Ewigkeit.21 Bereitet seinen Söhnen die Schlachtung, um der Missetat ihrer Väter willen! Nicht sollen sie aufstehen und die Erde in Besitz nehmen, und mit Städten füllen die Fläche des Erdkreises.22 Und ich werde wider sie aufstehen, spricht Jahwe der Heerscharen, und werde von Babel ausrotten Namen und Überrest, und Sohn und Nachkommen {Eig. Spross und Schoss.}, spricht Jahwe.23 Und ich werde es zum Besitztum der Igel machen und zu Wassersümpfen; und ich werde es ausfegen mit dem Besen der Vertilgung, spricht Jahwe der Heerscharen.24 Jahwe der Heerscharen hat geschworen und gesprochen: Wahrlich! Wie ich es vorbedacht, also geschieht es; und wie ich es beschlossen habe, also wird es zustande kommen:25 dass ich Assyrien in meinem Lande zerschmettern und es auf meinen Bergen zertreten werde. Und so wird sein Joch von ihnen weichen, und seine Last wird weichen von ihrer Schulter.26 Das ist der Ratschluss, der beschlossen ist über die ganze Erde; und das ist die Hand, die ausgestreckt ist über alle Nationen.27 Denn Jahwe der Heerscharen hat es beschlossen, und wer wird es vereiteln? und seine ausgestreckte Hand - wer {Eig. wer denn.} könnte sie abwenden?28 Im Todesjahre des Königs Ahas geschah dieser Ausspruch:29 Freue dich nicht gänzlich Philistäa, dass zerbrochen ist der Stock, der dich schlug! Denn aus der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk hervorkommen, und seine Frucht wird sein eine fliegende, feurige Schlange.30 Und die Erstgeborenen der Armen {d.h. die Ärmsten unter den Armen.} werden weiden, und die Dürftigen sich in Sicherheit lagern; aber deine Wurzel werde ich durch Hunger töten, und deinen Überrest wird er umbringen.31 Heule, Tor! schreie Stadt! gänzlich hinschmelzen sollst du, Philistäa; denn von Norden her kommt Rauch und kein Vereinzelter ist unter seinen Scharen.32 Und was antwortet man den Boten {O. Und was für Antwort bringen die Boten.} der Nationen? Dass Jahwe Zion gegründet hat, und dass die Elenden seines Volkes darin Zuflucht finden.

Kapitel 15

1 Ausspruch über Moab. Denn über Nacht ist Ar-Moab verwüstet, vernichtet; denn über Nacht ist Kir-Moab verwüstet, vernichtet.2 Man {O. Es, Moab.} steigt zum Götzentempel {And. üb.: nach Baith.} hinauf, und nach Dibon auf die Höhen, um zu weinen; auf Nebo und auf Medeba jammert Moab; auf allen seinen Häuptern ist eine Glatze, jeder Bart ist abgeschoren.3 Auf seinen Gassen gürten sie sich Sacktuch um, auf seinen Dächern und auf seinen Märkten jammert alles, zerfliessend in Tränen {W. niederrinnend in Weinen.}.4 Und Hesbon schreit und Elale; bis Jahaz wird ihre Stimme gehört. Darum schreien die Gerüsteten Moabs laut auf, seine Seele bebt in ihm.5 Mein Herz schreit über Moab - seine Flüchtlinge fliehen bis Zoar, bis Eglath-Schelischija {And. üb:: Zoar, der dreijährigen Färse, d.h. der bisher unbezwungenen Stadt. Ebenso Jer. 48,34.}. Denn die Anhöhe von Luchith steigt man mit Weinen hinauf; denn auf dem Wege nach Horonaim erhebt man Jammergeschrei {Eig. Geschrei der Zertrümmerung, d.h. über drohenden Untergang.}.6 Denn die Wasser von Nimrim sollen zu Wüsten werden. Denn verdorrt ist das Gras, verschmachtet das Kraut; das Grün ist nicht mehr.7 Darum tragen sie was sie erübrigt haben und ihr Aufbewahrtes über den Weidenbach.8 Denn das Wehgeschrei hat die Runde gemacht in den Grenzen von Moab: bis Eglaim dringt sein Jammern, und bis Beer-Elim sein Jammern.9 Denn die Wasser Dimons sind voll von Blut; denn ich verhänge noch mehr Unheil über Dimon: einen Löwen über die Entronnenen Moabs und über den Überrest des Landes.

Kapitel 16

1 Sendet die Fettschafe des Landesherrschers {d.h. den ihm zukommenden Tribut.} von Sela {d.h. von der felsigen Gegend.} durch die Wüste nach dem Berge der Tochter Zion.2 Und es geschieht, wie umherflatternde Vögel, wie ein aufgescheuchtes Nest sind die Töchter Moabs an den Übergängen des Arnon.3 Schaffe Rat, triff Entscheidung; mache deinen Schatten der Nacht gleich am hellen Mittag, verbirg die Vertriebenen, den Flüchtling entdecke nicht!4 lass meine Vertriebenen bei dir weilen, Moab! sei ein Schutz vor dem Verwüster! - Denn der Bedrücker hat ein Ende, die Zerstörung hat aufgehört, die Zertreter sind aus dem Lande verschwunden.5 Und ein Thron wird durch Güte aufgerichtet werden; und auf ihm wird im Zelte Davids einer sitzen in Wahrheit, der da richtet und nach Recht trachtet und der Gerechtigkeit kundig ist.6 Wir haben vernommen den Hochmut Moabs, des sehr Hochmütigen, seine Hoffart und seinen Hochmut und sein Wüten, sein eitles Prahlen.7 Darum wird Moab heulen über Moab; alles wird heulen. Um die Traubenkuchen {And. üb.: Über die Trümmer.} von Kir-Hareseth werdet ihr seufzen, tief betrübt;8 denn Hesbons Fluren sind verwelkt, der Weinstock von Sibma. Die Herren der Nationen schlugen seine Edelreben nieder {O. Seine Edelreben berauschen die Herren der Nationen.}; sie reichten bis Jaser, irrten durch die Wüste; seine Ranken breiteten sich aus, gingen über das Meer {das Tote Meer.}.9 Darum weine ich mit dem Weinen Jasers über den Weinstock von Sibma, ich überströme dich mit meinen Tränen, Hesbon und Elale. Denn über deine Obsternte und über deine Weinlese ist ein lauter Ruf {d.h. Schlachtruf von seiten der Feinde; vergl. Jer. 48,32. 33.} gefallen;10 und verschwunden sind Freude und Frohlocken aus dem Fruchtgefilde, und in den Weinbergen wird nicht gejubelt, nicht gejauchzt; der Keltertreter tritt keinen Wein in den Keltern; dem lauten Rufe {d.h. dem Jubelruf der Kelterer, während sie die Trauben ausstampfen; vergl. Jer. 25,30; 48,33.} habe ich ein Ende gemacht.11 Darum rauschen meine Eingeweide wegen Moabs wie eine Laute, und mein Inneres wegen Kir-Heres'.12 Und es wird geschehen, wenn Moab erscheint, sich abmüht auf der Höhe und in sein Heiligtum eintritt, um zu beten, so wird es nichts ausrichten.13 Das ist das Wort, welches Jahwe vorlängst über Moab geredet hat.14 Jetzt aber redet Jahwe und spricht: In drei Jahren, wie die Jahre eines Tagelöhners, da wird die Herrlichkeit Moabs verächtlich gemacht werden samt all der grossen Menge; und der Überrest wird sehr gering, nicht gross sein.

Kapitel 17

1 Ausspruch über Damaskus. Siehe, Damaskus hört auf, eine Stadt zu sein, und wird ein Trümmerhaufen.2 Verlassen sind die Städte Aroer, sie werden den Herden preisgegeben; und diese lagern, und niemand schreckt sie auf.3 Und die Festung nimmt ein Ende in Ephraim und das Königtum in Damaskus, sowie der Überrest von Syrien: er wird sein wie die Herrlichkeit der Kinder Israel, spricht Jahwe der Heerscharen.4 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird die Herrlichkeit Jakobs verkümmert sein und das Fett seines Fleisches mager werden.5 Und es wird sein, wie wenn ein Schnitter Getreidehalme zusammenfasst und sein Arm Ähren abmäht; und es wird sein, wie wenn einer Ähren sammelt in der Talebene Rephaim.6 Doch wird eine Nachlese davon übrigbleiben wie beim Abschlagen der Oliven: zwei, drei Beeren oben im Wipfel, vier, fünf an seinen, des Fruchtbaumes, Zweigen, spricht Jahwe, der Gott Israels. -7 An jenem Tage wird der Mensch auf den hinschauen, der ihn gemacht hat, und seine Augen werden auf den Heiligen Israels blicken.8 Und er wird nicht schauen auf die Altäre, das Werk seiner Hände; und was seine Finger gemacht haben, wird er nicht ansehen, noch die Ascherim, noch die Sonnensäulen. -9 An jenem Tage werden seine Festungsstädte sein wie die verlassenen Orte des Waldes und des Berggipfels {d.h. wie die Wald- und Bergruinen.}, welche man vor den Kindern Israel verliess; und es wird eine Wüste sein. -10 Denn du hast vergessen den Gott deines Heils und nicht gedacht des Felsen deiner Stärke {Eig. Feste, Schutzwehr.}. Darum pflanzest du liebliche Pflanzungen und besetzest sie mit ausländischen Reben.11 Am Tage deiner Pflanzung hegst du sie ein, und am Morgen bringst du deine Pflanzen zur Blüte: ein Haufen Reisig {And. üb.: ein Erntehaufen, d.h. ein Haufen, welcher der richterlichen Ernte anheimfällt.} am Tage gefährlicher Wunde und tödlichen Schmerzes.12 Wehe dem Getümmel vieler Völker: wie das Brausen der Meere brausen sie; und dem Rauschen von Völkerschaften: wie das Rauschen gewaltiger Wasser rauschen sie!13 Völkerschaften rauschen wie das Rauschen vieler Wasser. Und er schilt sie, und sie fliehen weithin; und sie werden gejagt wie Spreu der Berge vor dem Winde und wie Stoppeln vor dem Sturme.14 Zur Abendzeit, siehe da, Bestürzung! ehe es Morgen wird, sind sie nicht mehr. Das ist das Teil derer, die uns plündern, und das Los derer, die uns berauben.

Kapitel 18

1 He {O. Wehe!.}! Land des Flügelgeschwirres, jenseit der Ströme {Bezeichnung des äthiopischen Reiches in seiner grössten Ausdehnung; wie Zeph. 3,10.} von Äthiopien {Hebr. Kusch.},2 welches Boten entsendet auf dem Meere und in Rohrschiffchen {Eig. Papyrusschiffchen.} über der Wasserfläche! Gehet hin, schnelle Boten, zu der Nation, die weithin geschleppt und gerupft ist, zu dem Volke, wunderbar seitdem es ist und hinfort, der Nation von Vorschrift auf Vorschrift und von Zertretung, deren Land Ströme beraubt haben.3 Ihr alle, Bewohner des Erdkreises und die ihr auf der Erde ansässig seid, wenn man ein Panier auf den Bergen erhebt, so sehet hin; und wenn man in die Posaune stösst, so höret!4 Denn also hat Jahwe zu mir gesprochen: Ich will still sein und will zuschauen in meiner Wohnstätte, wie heitere Wärme bei Sonnenschein, wie Taugewölk in der Ernte Glut.5 Denn vor der Ernte, sobald die Blüte vorbei ist und die Blume zur reifenden Traube wird, da wird er die Reben abschneiden mit Winzermessern und die Ranken hinwegtun, abhauen.6 Sie werden allzumal den Raubvögeln der Berge und den Tieren der Erde überlassen werden; und die Raubvögel werden darauf übersommern, und alle Tiere der Erde werden darauf überwintern.7 In jener Zeit wird Jahwe der Heerscharen ein Geschenk dargebracht werden: ein Volk, das weithin geschleppt und gerupft ist, und von einem Volke {O. und zwar aus einem Volke, d.h. aus diesem bestehend.}, wunderbar seitdem es ist und hinfort, einer Nation von Vorschrift auf Vorschrift und von Zertretung, deren Land Ströme beraubt haben, - {Die neueren Übersetzer beziehen das ganze Kapitel auf die Äthiopier (vergl. Ps. 68,31) und übers. V.2: Gehet hin, schnelle Boten, zu der Nation, die.}

Kapitel 19

1 Ausspruch über Ägypten. Siehe, Jahwe fährt auf schneller Wolke und kommt nach Ägypten. Und die Götzen Ägyptens beben vor ihm, und das Herz Ägyptens zerschmilzt in seinem Innern.2 Und ich will Ägypten aufreizen gegen Ägypten; und sie werden streiten, ein jeder wider seinen Bruder und ein jeder wider seinen Nächsten, Stadt wider Stadt, Königreich wider Königreich.3 Und der Geist Ägyptens wird vergehen {Eig. ausgeleert werden.} in seinem Innern, und ich will seinen Ratschlag zunichte machen: und sie werden die Götzen und die Beschwörer und die Zauberer und die Wahrsager befragen.4 Und ich will die Ägypter überliefern in die Hand eines harten Herrn; und ein grausamer König wird über sie herrschen, spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen. -5 Und die Wasser werden sich aus dem Meere {Eine im Altertum bekannte Bezeichnung für grosse Ströme; hier der vereinigte Nil.} verlaufen {Eig. seicht werden.}, und der Strom wird versiegen und austrocknen,6 und die Ströme {d.h. die verschiedenen Arme des Nil.} werden stinken; die Kanäle Mazors {Mazor. eig. Unterägypten, bezeichnet auch als poetischer Name das ganze Ägyptenland.} nehmen ab und versiegen, Rohr und Schilf verwelken.7 Die Auen am Nil, am Ufer des Nil, und jedes Saatfeld am Nil verdorrt, zerstiebt und ist nicht mehr.8 Und die Fischer klagen, und es trauern alle, welche Angeln in den Nil auswerfen; und die das Netz ausbreiten auf der Wasserfläche, schmachten hin {O. stehen kläglich da.}.9 Und beschämt sind die Wirker gehechelten Flachses und die Weber von Baumwollenzeug.10 Und seine Grundpfeiler {d.h. die Pfeiler des Staates.} sind zerschlagen; alle, die um Lohn arbeiten, sind seelenbetrübt. -11 Eitel Toren sind die Fürsten von Zoan, die weisen Räte des Pharao; ihr Ratschlag ist dumm geworden. Wie saget ihr zu dem Pharao: "Ich bin ein Sohn der Weisen, ein Sohn der Könige von ehemals?"12 Wo sind sie denn, deine Weisen? mögen sie dir doch verkünden und erkennen, was Jahwe der Heerscharen über {O. gegen; so auch V.17.} Ägypten beschlossen hat.13 Die Fürsten von Zoan sind betört, die Fürsten von Noph {Memphis.} sind betrogen; es haben Ägypten irregeführt die Häupter {W. Ecksteine.} seiner Stämme.14 Jahwe hat in sein Inneres einen Geist des Schwindels ausgegossen, dass sie Ägypten irregeführt haben in all seinem Tun, wie ein Trunkener taumelt in seinem Gespei.15 Und von Ägypten wird keine Tat geschehen, welche Haupt oder Schwanz, Palmzweig oder Binse verrichte. -16 An jenem Tage werden die Ägypter wie Weiber sein; und sie werden zittern und beben vor dem Schwingen der Hand Jahwes der Heerscharen, die er wider sie schwingen wird.17 Und das Land Juda wird für Ägypten zum Schrecken sein. So oft jemand es bei den Ägyptern {Eig. vor ihm; (Ägypten).} erwähnt, werden sie beben wegen des Ratschlusses Jahwes der Heerscharen, welchen er über sie beschlossen hat.18 An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägypten sein, welche die Sprache Kanaans reden und bei Jahwe der Heerscharen schwören werden. Eine wird die Stadt Heres {Stadt des Niederreissens; and. l.: Cheres: die Sonnenstadt, Heliopolis.} heissen.19 An jenem Tage wird inmitten des Landes Ägypten ein Altar dem Jahwe geweiht sein, und eine Denksäule nahe an seiner Grenze dem Jahwe;20 und das wird zu einem Denkzeichen und zu einem Zeugnis sein dem Jahwe der Heerscharen im Lande Ägypten. Denn sie werden zu Jahwe schreien wegen der Bedrücker, und er wird ihnen einen Retter und Streiter {O. Feldherrn.} senden und sie erretten.21 Und Jahwe wird sich den Ägyptern kundgeben, und die Ägypter werden Jahwe erkennen an jenem Tage; und sie werden dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern, und werden Jahwe Gelübde tun und bezahlen.22 Und Jahwe wird die Ägypter schlagen, schlagen und heilen {Eig. schlagend und heilend.}; und sie werden sich zu {Eig. bis zu.} Jahwe wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen.23 An jenem Tage wird eine Strasse {Eig. ein hoher, aufgeworfener Weg.} sein von Ägypten nach Assyrien; und die Assyrer werden nach Ägypten und die Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter werden mit den Assyrern Jahwe dienen.24 An jenem Tage wird Israel das dritte sein mit Ägypten und mit Assyrien, ein Segen inmitten der Erde;25 denn Jahwe der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei mein Volk Ägypten, und Assyrien, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil!

Kapitel 20

1 In dem Jahre, da der Tartan {Assyrischer Amtsname des Oberfeldherrn.} nach Asdod kam, als Sargon, der König von Assyrien, ihn gesandt hatte, und er wider Asdod stritt und es einnahm:2 in dieser Zeit redete Jahwe durch Jesaja, den Sohn Amoz', und sprach: Geh und löse das Sacktuch von deinen Lenden und ziehe deine Sandalen von deinen Füssen. Und er tat also, ging nackt {d.h. ohne Oberkleid.} und barfuss.3 Und Jahwe sprach: Gleichwie mein Knecht Jesaja nackt und barfuss gegangen ist, drei Jahre lang ein Zeichen und Vorbild betreffs Ägyptens und betreffs Äthiopiens:4 also wird der König von Assyrien die Gefangenen Ägyptens und die Weggeführten Äthiopiens hinwegtreiben, Jünglinge und Greise, nackt und barfuss und mit entblösstem Gesäss, zur Schande Ägyptens.5 Und sie werden bestürzt und beschämt sein wegen Äthiopiens, ihrer Zuversicht, und wegen Ägyptens, ihres Ruhmes.6 Und die Bewohner dieses Küstenlandes {d.i. Palästinas.} werden an jenem Tage sprechen: Siehe, also ist es mit unserer Zuversicht, wohin wir um Hilfe flohen, um vor dem Könige von Assyrien errettet zu werden! und wie sollten wir entrinnen?

Kapitel 21

1 Ausspruch über die Wüste des Meeres {d.h. wahrscheinlich Babel; Südbabylonien hiess im Assyrischen, wegen der häufigen Überschwemmungen des Euphrat, das Meerland, und dessen König der König des Meeres.}. Wie Stürme, wenn sie im Süden daherfahren, so kommt's aus der Wüste, aus furchtbarem Lande.2 Ein hartes Gesicht ist mir kundgetan: Der Räuber {Eig. treulos und räuberisch Handelnde.} raubt, und der Verwüster verwüstet. Ziehe hinauf, Elam! belagere, Medien! All ihrem {d.h. der Bedrückten.} Seufzen mache ich ein Ende.3 Darum sind meine Lenden voll Schmerzes {Eig. Krampfes.}, Wehen haben mich ergriffen wie die Wehen einer Gebärenden; ich krümme mich, dass ich nicht hören, bin bestürzt, dass ich nicht sehen kann.4 Mein Herz schlägt wild {Eig. taumelt, schwindelt.}, Schauder ängstigt mich; die Dämmerung, die ich liebe, hat er mir in Beben verwandelt.5 Man rüstet den Tisch, es wacht die Wache, man isst, man trinkt... Stehet auf, ihr Fürsten! salbet den Schild! -6 Denn also hat der Herr zu mir gesprochen: Geh hin, stelle einen Wächter {Eig. einen Späher.} auf; was er sieht, soll er berichten.7 Und er sah einen Reiterzug: Reiter bei Paaren; einen Zug Esel, einen Zug Kamele. Und er horchte gespannt, mit grosser Aufmerksamkeit;8 und er rief wie ein Löwe: Herr, ich stehe auf der Turmwarte beständig bei Tage, und auf meinem Wachtposten stehe ich da alle Nächte hindurch!9 Und siehe da, es kam ein Zug Männer, Reiter bei Paaren ... Und er hob an und sprach: Gefallen, gefallen ist Babel, und alle geschnitzten Bilder seiner Götzen hat er zu Boden geschmettert!10 Du mein Gedroschenes und Sohn meiner Tenne! Was ich von Jahwe der Heerscharen, dem Gott Israels, gehört, habe ich euch verkündigt.11 Ausspruch über Duma {Stillschweigen, Totenstille.}. Aus Seir ruft man mir zu: Wächter, wie weit ist's in der Nacht? Wächter, wie weit in der Nacht?12 Der Wächter spricht: Der Morgen kommt, und auch die Nacht {d.h. ein Morgenschimmer und gleich wieder Umnachtung.}. Wollt ihr fragen, so fraget! Kehret wieder {O. um.}, kommet her!13 Ausspruch über Arabien. In der Wildnis von Arabien müsst ihr übernachten, Karawanen der Dedaniter.14 Bringet dem Durstigen Wasser entgegen! Die Bewohner des Landes Tema kommen mit seinem Brote dem Flüchtling entgegen.15 Denn sie flüchten vor den Schwertern, vor dem gezückten Schwerte und vor dem gespannten Bogen und vor der Wucht des Krieges.16 Denn also hat der Herr zu mir gesprochen: Binnen Jahresfrist, wie die Jahre eines Tagelöhners, wird alle Herrlichkeit Kedars verschwinden.17 Und die übriggebliebene Zahl der Bogen, der Helden der Söhne Kedars, wird gering sein; denn Jahwe, der Gott Israels, hat geredet.

Kapitel 22

1 Ausspruch über das Tal der Gesichte. Was ist dir denn, dass du insgesamt auf die Dächer gestiegen bist?2 O getümmelvolle, lärmende Stadt, du frohlockende Stadt, deine Erschlagenen sind nicht vom Schwert Erschlagene und nicht in der Schlacht Getötete!3 Alle deine Oberen, flüchtend allzumal, wurden ohne Bogen {d.h. ohne dass man den Bogen gegen sie zu spannen brauchte.} gefesselt; alle in dir Gefundenen wurden miteinander gefesselt, fernhin wollten sie fliehen.4 Darum sage ich: Schauet von mir weg, dass ich bitterlich weine; dringet nicht in mich, um mich zu trösten über die Zerstörung der Tochter meines Volkes!5 Denn es ist ein Tag der Bestürzung und der Zertretung und der Verwirrung vom Herrn, Jahwe der Heerscharen {Eig. denn Jahwe... hat einen Tag usw..}, im Tal der Gesichte, ein Tag, der Mauern zertrümmert; und Wehgeschrei {O. Hilfsgeschrei.} hallt nach dem Gebirge hin.6 Und Elam trägt den Köcher, mit bemannten Wagen und mit Reitern; und Kir entblösst den Schild.7 Und es wird geschehen, deine auserlesenen Täler {Eig. Talebenen.} werden voll Wagen sein, und die Reiter nehmen Stellung gegen das Tor. -8 Und er deckt den Schleier auf von Juda, und du blickst an jenem Tage nach den Waffen des Waldhauses {Vergl. 1. Kön. 10,17.}.9 Und ihr sehet die Risse der Stadt Davids, dass ihrer viele sind; und ihr sammelt die Wasser des unteren Teiches;10 und ihr zählet die Häuser von Jerusalem und brechet die Häuser ab, um die Mauer zu befestigen;11 und ihr machet einen Behälter zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches. Aber ihr blicket nicht auf den, der es getan, und sehet den nicht an, der von fernher es gebildet hat. -12 Und es ruft der Herr, Jahwe der Heerscharen, an jenem Tage zum Weinen und zur Wehklage, und zum Haarscheren und zur Sackumgürtung.13 Aber siehe, Wonne und Freude, Rinderwürgen und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: "Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!"14 Und Jahwe der Heerscharen hat sich meinen Ohren geoffenbart: Wenn euch diese Missetat vergeben wird, bis ihr sterbet! spricht der Herr, Jahwe der Heerscharen.15 So sprach der Herr, Jahwe der Heerscharen: Auf! geh zu diesem Verwalter da, zu Schebna, der über das Haus ist, und sprich:16 Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushaust? du, der sein Grab aushaut auf der Höhe, sich eine Wohnung im Felsen gräbt?17 Siehe, Jahwe wird dich weithin wegschleudern mit Manneswurf; und er wird dich zusammenwickeln {And. üb.: fest packen.},18 zu einem Knäuel wird er dich fest zusammenrollen, wie einen Ball dich wegschleudern in ein geräumiges Land. Dort sollst du sterben, und dorthin sollen deine Prachtwagen kommen, du Schande des Hauses deines Herrn!19 Und ich werde dich von deinem Posten hinwegstossen, und von deinem Standorte wird er dich herunterreissen. -20 Und es wird geschehen an jenem Tage, da werde ich meinen Knecht Eljakim rufen, den Sohn Hilkijas.21 Und ich werde ihn mit deinem Leibrock bekleiden und ihm deinen Gürtel {Der hebr. Ausdruck bezeichnet nur den Gürtel der Priester und der Amtspersonen.} fest umbinden, und werde deine Herrschaft in seine Hand legen; und er wird den Bewohnern von Jerusalem und dem Hause Juda zum Vater sein.22 Und ich werde den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen; und er wird öffnen, und niemand wird schliessen, und er wird schliessen, und niemand wird öffnen.23 Und ich werde ihn als Pflock einschlagen an einen festen Ort; und er wird seinem Vaterhause zum Throne der Ehre sein.24 Und man wird an ihn hängen die gesamte Herrlichkeit seines Vaterhauses: die Sprösslinge und die Seitenschosse, alle kleinen Gefässe, von den Beckengefässen bis zu allen Kruggefässen. -25 An jenem Tage, spricht Jahwe der Heerscharen, wird der Pflock weichen, der eingeschlagen war an einem festen Orte, und er wird abgehauen werden und fallen; und die Last, die er trug, wird zu Grunde gehen {Eig. ausgerottet werden.}; denn Jahwe der Heerscharen hat geredet.

Kapitel 23

1 Ausspruch über Tyrus. Heulet, ihr Tarsisschiffe {S. zu "Tarsis" die Anm. zu Hes. 27,12.}! denn Tyrus ist verwüstet, ist ohne Haus, ohne Eingehenden {Eig. ohne Eintritt.}. Vom Lande der Kittäer {Hebr. Kittim, die Bewohner Cyperns.} her ist es ihnen kundgeworden.2 Verstummet, ihr Bewohner der Insel {d.i. der Insel Tyrus und des phönizischen Küstenlandes.}! Zidonische Kaufleute, die das Meer befahren, füllten dich;3 und auf grossen Wassern war die Saat des Sichor {Eig. Schichor: der trübe Fluss; hier und in Jer. 2,18 eine Benennung des Nil.}, die Ernte des Nil ihr Ertrag; und sie war die Erwerbsquelle {And. üb.: der Markt, Handelsplatz.} der Nationen.4 Sei beschämt, Zidon! denn das Meer spricht, des Meeres Feste {d.i. Tyrus.}, und sagt: Ich habe keine Wehen gehabt und nicht geboren, und keine Jünglinge grossgezogen, noch Jungfrauen auferzogen.5 Sobald die Kunde nach Ägypten kommt, werden sie zittern bei der Kunde von Tyrus.6 Fahret hinüber nach Tarsis; heulet, ihr Bewohner der Insel {d.i. der Insel Tyrus und des phönizischen Küstenlandes.}!7 Ist das eure frohlockende Stadt {So ergeht es euch, du Frohlockende.}, deren Ursprung aus den Tagen der Vorzeit ist, welche ihre Füsse tragen, um in der Ferne zu weilen {O. trugen, um in der Ferne sich anzusiedeln.}?8 Wer hat solches beschlossen über Tyrus, die Kronenspenderin, deren Kaufleute Fürsten, deren Händler die Vornehmsten der Erde waren?9 Jahwe der Heerscharen hat es beschlossen, um zu entweihen den Stolz jeder Pracht, um verächtlich zu machen alle Vornehmen der Erde.10 Überflute dein Land wie der Nil, Tochter Tarsis! es gibt keinen Gürtel mehr.11 Er {d.i. Jahwe.} hat seine Hand über das Meer ausgestreckt, hat Königreiche in Beben versetzt; Jahwe hat über Kanaan {d.i. über Phönizien.} geboten, seine Festen zu zerstören.12 Und er sprach: Du sollst nicht mehr frohlocken, du geschändete Jungfrau, Tochter {Eig. du geschändete jungfräuliche Tochter.} Zidon! Mache dich auf nach Kittim, fahre hinüber! auch dort wird dir keine Ruhe werden.13 Siehe, das Land der Chaldäer, dieses Volk, das nicht war (Assur hat es den Bewohnern der Wüste angewiesen) {Eig. festgesetzt.}, richtet {Da diese Stelle schwer verständlich ist, so lesen and.: "Kanaaniter" statt "Chaldäer", und üb.: Siehe, das Land der Kanaaniter, dieses Volk ist nicht mehr; Assur hat es den Wüstentieren angewiesen. Es (Assur) richtet usw..} seine Belagerungstürme auf, schleift dessen {bezieht sich im Hebr. auf Tyrus (od. nach der and. Lesart auf das Land der.}14 Heulet, ihr Tarsisschiffe {S. zu "Tarsis" die Anm. zu Hes. 27,12.}! Denn eure Feste ist verwüstet.15 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird Tyrus siebzig Jahre vergessen werden, gleich den Tagen eines Königs. Am Ende von siebzig Jahren wird es Tyrus ergehen nach dem Liede von der Hure:16 "Nimm die Laute, geh umher in der Stadt, vergessene Hure! Spiele, so gut du kannst, singe Lied auf Lied, dass man deiner gedenke".17 Denn es wird geschehen am Ende von siebzig Jahren, da wird Jahwe Tyrus heimsuchen {d.h. sich Tyrus' annehmen, nach ihm sehen.}; und sie wird wieder zu ihrem Hurenlohn kommen, und wird Hurerei treiben mit allen Königreichen der Erde auf der Fläche des Erdbodens.18 Und ihr Erwerb und ihr Hurenlohn wird Jahwe heilig sein; er wird nicht aufgehäuft und nicht aufbewahrt werden; sondern ihr Erwerb wird für die sein, die vor Jahwe wohnen, damit sie essen bis zur Sättigung und prächtig gekleidet seien.

Kapitel 24

1 Siehe, Jahwe leert das Land {O. die Erde; so auch V.3 usw. Die Prophezeiung beginnt, wie es scheint, mit dem Lande Israel und geht nachher auf die ganze Erde über.} aus und verödet es; und er kehrt seine Oberfläche um und zerstreut seine Bewohner.2 Und wie dem Volke, so ergeht es dem Priester; wie dem Knechte, so seinem Herrn; wie der Magd, so ihrer Gebieterin; wie dem Käufer, so dem Verkäufer; wie dem Leiher, so dem Borger; wie dem Schuldner, so seinem Gläubiger.3 Das Land wird völlig ausgeleert und geplündert; denn Jahwe hat dieses Wort geredet.4 Es trauert, es welkt hin das Land; es schmachtet, es welkt hin der Erdkreis; es schmachten hin die Hohen des Volkes im Lande.5 Und die Erde ist entweiht worden unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzung überschritten, gebrochen den ewigen Bund.6 Darum hat der Fluch die Erde verzehrt, und es büssen ihre Bewohner; darum sind verbrannt der Erde Bewohner, und wenig Menschen bleiben übrig.7 Es trauert der Most, es schmachtet der Weinstock; es seufzen alle, die fröhlichen Herzens waren;8 es feiert die Freude der Tamburine, aufgehört hat der Frohlockenden Getümmel, es feiert die Freude der Laute;9 man trinkt keinen Wein mehr unter Gesang, bitter schmeckt das starke Getränk denen, die es trinken.10 Zertrümmert ist die Stadt der Öde, verschlossen jedes Haus, so dass niemand hineingeht {O. hineingehen kann; Eig. ohne Eintritt.}.11 Klaggeschrei ob des Weines ist auf den Strassen {O. Fluren.}; untergegangen ist alle Freude, weggezogen die Wonne der Erde.12 Von der Stadt ist nur eine Wüste übriggeblieben, und in Trümmer zerschlagen ward das Tor.13 Denn so wird es geschehen inmitten der Erde, in der Mitte der Völker: wie beim Abschlagen der Oliven, wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte zu Ende ist.14 Jene {d.h. die Entronnenen aus der Zerstreuung Israels.} werden ihre Stimme erheben, werden jubeln. Ob der Majestät Jahwes jauchzen sie vom Meere her:15 Darum gebet Jahwe Ehre im Osten {Eig. in den Lichtgegenden.}, auf den Inseln des Meeres {d.h. den Inseln und Küstenländern des Mittelländischen Meeres.} dem Namen Jahwes, des Gottes Israels!16 Vom Ende der Erde her hören wir Gesänge: "Herrlichkeit dem Gerechten!" - Da sprach ich: Ich vergehe, ich vergehe, wehe mir! Räuber {S. die Anm. zu Kap. 21,2.} rauben, und räuberisch raubend rauben sie.17 Grauen und Grube und Garn über dich, Bewohner der Erde!18 Und es geschieht, wer vor der Stimme des Grauens {d.h. vor der grauenvollen Kunde.} flieht, fällt in die Grube; und wer aus der Grube heraufsteigt, wird im Garne gefangen. Denn die Fenster in der Höhe tun sich auf, und es erbeben die Grundfesten der Erde.19 Die Erde klafft auseinander, die Erde zerberstet, die Erde schwankt hin und her;20 die Erde taumelt wie ein Trunkener und schaukelt wie eine Hängematte; und schwer lastet auf ihr ihre Übertretung {O. ihr Frevel, (eig. Treubruch, Abfall).}: und sie fällt und steht nicht wieder auf.21 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird Jahwe heimsuchen die Heerschar der Höhe in der Höhe, und die Könige der Erde auf der Erde.22 Und sie werden in die Grube eingesperrt, wie man Gefangene einsperrt, und in den Kerker eingeschlossen; und nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden.23 Und der Mond wird mit Scham bedeckt und die Sonne beschämt werden; denn Jahwe der Heerscharen herrscht als König auf dem Berge Zion und in Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit.

Kapitel 25

1 Jahwe, du bist mein Gott; ich will dich erheben, preisen will ich deinen Namen; denn du hast Wunder gewirkt, Ratschlüsse von fernher, Treue und Wahrheit.2 Denn du hast aus einer Stadt einen Steinhaufen gemacht, die feste Stadt zu einem Trümmerhaufen, den Palast der Fremden, dass er keine Stadt mehr sei: er wird in Ewigkeit nicht aufgebaut werden.3 Darum wird dich ehren ein trotziges {O. mächtiges.} Volk, Städte gewalttätiger Nationen werden dich fürchten.4 Denn du bist eine Feste gewesen dem Armen, eine Feste dem Dürftigen in seiner Bedrängnis, eine Zuflucht vor dem Regensturm, ein Schatten vor der Glut; denn das Schnauben der Gewalttätigen war wie ein Regensturm gegen eine Mauer.5 Wie die Glut in einem dürren Lande, beugtest du der Fremden Ungestüm; wie die Glut durch einer Wolke Schatten, wurde gedämpft der Gewalttätigen Siegesgesang.6 Und Jahwe der Heerscharen wird auf diesem Berge allen Völkern ein Mahl von Fettspeisen bereiten, ein Mahl von Hefenweinen, von markigen Fettspeisen, geläuterten Hefenweinen.7 Und er wird auf diesem Berge den Schleier vernichten {Eig. verschlingen, wie V.8.}, der alle Völker verschleiert, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist.8 Den Tod verschlingt er auf ewig {And. üb.: "in Sieg", der Bedeutung gemäss, welche das hebr. Wort im Aramäischen hat.}; und der Herr, Jahwe, wird die Tränen abwischen von jedem Angesicht, und die Schmach seines Volkes wird er hinwegtun von der ganzen Erde. Denn Jahwe hat geredet.9 Und an jenem Tage wird man sprechen: Siehe da, unser Gott, auf den wir harrten, dass er uns retten würde; da ist Jahwe, auf den wir harrten! Lasst uns frohlocken und uns freuen in seiner Rettung!10 Denn die Hand Jahwes wird ruhen auf diesem Berge {O. sich niedersenken auf diesen Berg.}; und Moab wird unter ihm zertreten {Eig. zerstampft.} werden, wie Stroh zertreten {Eig. zerstampft.} wird in einer Mistlache.11 Und er wird seine Hände darin {d.h. in Moab.} ausbreiten, wie der Schwimmer sie ausbreitet, um zu schwimmen; und er wird seinen Hochmut niederzwingen samt den Ränken seiner Hände {And. üb.: Mistlache; und es (Moab) wird seine Hände darin ausbreiten, wie... schwimmen; aber er wird... niederzwingen trotz der Fertigkeit seiner Hände.}.12 Und deine festen, hochragenden Mauern wird er niederwerfen, niederstürzen, zu Boden strecken bis in den Staub.

Kapitel 26

1 An jenem Tage wird dieses Lied im Lande Juda gesungen werden: Wir haben eine starke Stadt; Rettung setzt er zu Mauern und zum Bollwerk.2 Machet auf die Tore, dass einziehe ein gerechtes Volk {Anderswo mit "Nation" übersetzt.}, welches Treue bewahrt!3 Den festen Sinn bewahrst du in Frieden, in Frieden; denn er vertraut auf dich.4 Vertrauet auf Jahwe ewiglich; denn in Jah, Jahwe, ist ein Fels der Ewigkeiten.5 Denn er hat Hochwohnende niedergebeugt, die hochragende Stadt; er hat sie niedergestürzt, zu Boden gestürzt, hat sie niedergestreckt bis in den Staub.6 Es zertritt sie der Fuss, die Füsse der Elenden, die Tritte der Armen. -7 Der Pfad des Gerechten ist gerade {O. eben.}; du bahnest gerade {O. eben.} den Weg {Eig. das Geleise.} des Gerechten.8 Ja, wir haben dich, Jahwe, erwartet auf dem Pfade deiner Gerichte; nach deinem Namen und nach deinem Gedächtnis {d.h. nach demjenigen, wodurch Gott seiner gedenken macht; vergl. 2. Mose 3,15.} ging das Verlangen der Seele.9 Mit meiner Seele verlangte ich nach dir in der Nacht; ja, mit meinem Geiste in meinem Innern suchte ich dich früh {O. eifrig.}; denn wenn deine Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises.10 Wird dem Gesetzlosen Gnade erzeigt, so lernt er nicht Gerechtigkeit: im Lande der Geradheit handelt er unrecht und sieht nicht die Majestät Jahwes.11 Jahwe, deine Hand war hoch erhoben, sie wollten nicht schauen. Schauen werden sie den Eifer um das Volk und beschämt werden; ja, deine Widersacher, Feuer wird sie verzehren. -12 Jahwe, du wirst uns Frieden geben, denn du hast ja alle unsere Werke für uns vollführt.13 Jahwe, unser Gott, über uns haben Herren geherrscht ausser dir; durch dich allein gedenken wir {d.h. rühmend.} deines Namens.14 Tote leben nicht auf, Schatten {S. die Anm. zu Kap. 14,9.} erstehen nicht wieder; darum hast du sie heimgesucht und vertilgt und hast all ihr Gedächtnis zunichte gemacht.15 Du hast die Nation vermehrt, Jahwe, du hast die Nation vermehrt, du hast dich verherrlicht; du hast hinausgerückt alle Grenzen {Eig. Enden.} des Landes.16 Jahwe, in der Bedrängnis haben sie dich gesucht {Eig. vermisst.}; als deine Züchtigung sie traf, flehten sie mit flüsterndem Gebet {Eig. ergossen sie ein flüsterndes Gebet.}.17 Wie eine Schwangere, die, dem Gebären nahe, sich windet und schreit in ihren Wehen: also sind wir gewesen, Jahwe, fern von deinem Angesicht.18 Wir gingen schwanger, wir wanden uns; es war, als ob wir Wind geboren hätten: Rettung verschafften wir dem Lande nicht, und die Bewohner des Erdkreises sind nicht gefallen {O. und Bewohner des Erdkreises wurden keine geboren.}.19 Deine Toten werden aufleben, meine Leichen wieder erstehen. Wachet auf und jubelt, die ihr im Staube lieget {Eig. ihr Bewohner des Staubes.}! Denn ein Tau des Lichtes {Eig. der Lichter.} ist dein Tau; und die Erde wird die Schatten {S. die Anm. zu Kap. 14,9.} auswerfen.20 Geh hin, mein Volk, tritt ein in deine Gemächer und schliesse deine Tür hinter dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe!21 Denn siehe, Jahwe tritt hervor aus seiner Stätte, um die Ungerechtigkeit {O. Schuld.} der Bewohner der Erde an ihnen heimzusuchen; und die Erde enthüllt ihr Blut und bedeckt nicht länger ihre Ermordeten.

Kapitel 27

1 An jenem Tage wird Jahwe mit seinem Schwerte, dem harten und grossen und starken, heimsuchen den Leviathan, die flüchtige Schlange, und den Leviathan, die gewundene Schlange, und wird das Ungeheuer töten, welches im Meere {S. die Anm. zu Kap. 19,5.} ist {Das Ungeheuer, welches im Meere ist: stehendes Sinnbild von Ägypten; vergl. Kap. 51,9; Hes. 29,3.}.2 An jenem Tage wird man singen: Ein Weinberg feurigen Weines {And. l.: Ein anmutiger Weinberg!.}! Besinget ihn!3 Ich, Jahwe, behüte ihn, bewässere ihn alle Augenblicke; dass nichts ihn heimsuche, behüte ich ihn Nacht und Tag.4 Grimm habe ich nicht. O hätte ich Dornen und Disteln vor mir, im Kriege würde ich auf sie losschreiten, sie verbrennen allzumal!5 Oder man müsste meinen Schutz ergreifen, Frieden mit mir machen, Frieden machen mit mir.6 In Zukunft wird Jakob Wurzel schlagen, Israel blühen und knospen; und sie werden mit Früchten füllen die Fläche des Erdkreises. -7 Hat er es geschlagen, wie er seinen Schläger schlug? Oder ist es ermordet worden, wie er die Ermordeten jenes ermordete?8 Mit Massen, als du es {Eig. sie... ihr... sie (Israel als Weib betrachtet).} verstiessest, hast du mit ihm {Eig. sie... ihr... sie (Israel als Weib betrachtet).} gerechtet; er scheuchte es {Eig. sie... ihr... sie (Israel als Weib betrachtet).} hinweg mit seinem heftigen Hauche am Tage des Ostwindes.9 Deshalb wird dadurch gesühnt werden die Ungerechtigkeit {O. Schuld.} Jakobs. Und dies ist die ganze Frucht der Hinwegnahme seiner Sünde: wenn es alle Altarsteine gleich zerschlagenen Kalksteinen machen wird, und Ascherim und Sonnensäulen sich nicht mehr erheben.10 Denn die feste Stadt ist einsam, eine preisgegebene und verlassene Wohnstätte wie die Steppe; daselbst weiden Kälber, und daselbst lagern sie und fressen ihre Zweige ab;11 wenn ihre Reiser dürr geworden sind, werden sie abgebrochen: Weiber kommen und zünden sie an. Denn es ist kein verständiges Volk; darum erbarmt sich seiner nicht, der es gemacht, und der es gebildet hat, erweist ihm keine Gnade.12 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird Jahwe Getreide ausschlagen von der Strömung des Euphrat {W. des Stromes.} bis zum Bache Ägyptens; und ihr werdet zusammengelesen werden, einer zu dem anderen, ihr Kinder Israel.13 Und es wird geschehen an jenem Tage, da wird in eine grosse Posaune gestossen werden, und die Verlorenen im Lande Assyrien und die Vertriebenen im Lande Ägypten werden kommen und Jahwe anbeten auf dem heiligen Berge zu Jerusalem.

Kapitel 28

1 Wehe der stolzen Krone {Wahrsch. Samaria.} der Trunkenen Ephraims, und der welkenden Blume seiner herrlichen Pracht auf dem Haupte des fetten Tales {Samaria lag auf einem Hügel.} der vom Weine Überwältigten!2 Siehe, der Herr hat einen Starken und Mächtigen, gleich einem Hagelwetter, einem verderbenden Sturmwinde; wie ein Wetter gewaltiger, überflutender Wasser reisst er zu Boden mit Macht.3 Mit Füssen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims.4 Und der welkenden Blume seiner herrlichen Pracht auf dem Haupte des fetten Tales ergeht es wie dessen {d.i. des Tales.} Frühfeige vor der Obsternte: kaum ist sie in der Hand dessen, der sie erblickt, so verschlingt er sie.5 An jenem Tage wird Jahwe der Heerscharen dem Überrest seines Volkes zur prächtigen Krone und zum herrlichen Kranze sein;6 und zum Geiste des Rechts dem, der zu Gericht sitzt; und zur Heldenkraft denen, welche den Streit zurückdrängen ans Tor.7 Und auch diese wanken vom Wein und taumeln von starkem Getränk: Priester und Prophet wanken von starkem Getränk, sind übermannt {Eig. verschlungen.} vom Wein, taumeln vom starken Getränk; sie wanken beim Gesicht, schwanken beim Rechtsprechen.8 Denn alle Tische sind voll unflätigen Gespeies, dass kein Platz mehr ist.9 Wen soll {O. will.} er Erkenntnis lehren, und wem die Botschaft verständlich machen? Den von der Milch Entwöhnten, den von den Brüsten Entfernten?10 Denn es ist Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig! -11 Ja, durch stammelnde Lippen {d.h. durch solche, die eine unverständliche Sprache reden; vergl. Kap. 33,19.} und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volke reden,12 er, der zu ihnen sprach: Dies ist die Ruhe, schaffet Ruhe dem Ermüdeten; und dies die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören.13 Und so wird ihnen das Wort Jahwes sein: Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig; auf dass sie hingehen und rücklings fallen und zerschmettert werden und verstrickt und gefangen werden.14 Darum höret das Wort Jahwes, ihr Spötter, Beherrscher dieses Volkes, das in Jerusalem ist!15 Denn ihr sprechet: Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und einen Vertrag mit dem Scheol gemacht: Wenn die überflutende Geissel hindurchfährt, wird sie an uns nicht kommen; denn wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in der Falschheit uns geborgen.16 Darum, so spricht der Herr, Jahwe: Siehe, ich gründe {Eig. Siehe, ich bin der, der gegründet hat.} einen Stein in Zion, einen bewährten Stein {Eig. einen Stein der Bewährung.}, einen kostbaren Eckstein, aufs Festeste gegründet {Eig. gegründetster Gründung.}; wer glaubt {O. wer auf ihn vertraut.}, wird nicht ängstlich eilen.17 Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen, und die Gerechtigkeit zum Senkblei. Und der Hagel wird hinwegraffen die Zuflucht der Lüge, und die Wasser werden den Bergungsort wegschwemmen.18 Und euer Bund mit dem Tode wird zunichte werden, und euer Vertrag mit dem Scheol nicht bestehen: Wenn die überflutende Geissel hindurchfährt, so werdet ihr von derselben zertreten werden.19 So oft sie hindurchfährt, wird sie euch hinraffen; denn jeden Morgen wird sie hindurchfahren, bei Tage und bei Nacht. Und es wird eitel Schrecken sein, die Botschaft zu vernehmen.20 Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken und die Decke zu schmal, um sich einzuhüllen.21 Denn Jahwe wird sich aufmachen wie bei dem Berge Perazim {Vergl. 1. Chron. 14,11.}, wie im Tale zu Gibeon {Vergl. 1. Chron. 14,13-16.} wird er zürnen: um sein Werk zu tun - befremdend ist sein Werk! - und um seine Arbeit zu verrichten, - aussergewöhnlich {Eig. fremdartig.} ist seine Arbeit!22 Und nun treibet nicht Spott, damit eure Bande nicht fester gemacht werden; denn ich habe Vernichtung vernommen und Festbeschlossenes von seiten des Herrn, Jahwes der Heerscharen, über die ganze Erde.23 Nehmet zu Ohren und höret meine Stimme, merket auf und höret meine Rede!24 Pflügt wohl der Pflüger den ganzen Tag, um zu säen? Furcht und eggt er den ganzen Tag sein Ackerland?25 Ist es nicht so? wenn er dessen Fläche geebnet hat, so streut er Dill und sät Kümmel, und wirft Weizen reihenweise, und Gerste auf das abgesteckte Stück, und den Spelt an seinen Rand.26 So unterwies ihn sein Gott zum richtigen Verfahren, er belehrte ihn.27 Denn Dill wird nicht mit dem Dreschschlitten ausgedroschen und das Wagenrad nicht über Kümmel gerollt; sondern Dill wird mit dem Stabe ausgeschlagen und Kümmel mit dem Stocke.28 Wird Brotkorn zermalmt? Nein, nicht unaufhörlich drischt er es; und wenn er das Rad seines Wagens und seine Pferde darüber hintreibt, so zermalmt er es nicht.29 Auch dieses geht aus von Jahwe der Heerscharen; er ist wunderbar in seinem Rat, gross an Verstand.

Kapitel 29

1 Wehe Ariel {Gotteslöwe, d.h. Heldenstadt; oder Gottesherd (Hes. 43,15. 16); vergl. Kap. 31,9.}, Ariel, Stadt, wo David lagerte! Füget Jahr zu Jahr, lasst die Feste kreisen!2 Und ich werde Ariel bedrängen, und es wird Seufzen und Stöhnen geben. Und sie wird mir sein wie ein Ariel.3 Und ich werde dich im Kreise umlagern, und dich mit Heeresaufstellung einschliessen, und Belagerungswerke wider dich aufrichten.4 Und erniedrigt wirst du aus der Erde reden, und deine Sprache wird dumpf aus dem Staube ertönen; und deine Stimme wird wie die eines Geistes {Eig. eines durch Totenbeschwörung Heraufbeschworenen. And. üb.: eines Totenbeschwörers.} aus der Erde hervorkommen, und deine Sprache wird aus dem Staube flüstern. -5 Aber wie feiner Staub wird die Menge deiner Feinde sein, und wie dahinfahrende Spreu die Menge der Gewaltigen; und in einem Augenblick, plötzlich, wird es geschehen.6 Von seiten Jahwes der Heerscharen wird sie heimgesucht werden {d.h. Jahwe wird sich der Stadt wieder annehmen.} mit Donner und mit Erdbeben und grossem Getöse, - Sturmwind und Gewitter und eine Flamme verzehrenden Feuers.7 Und wie ein nächtliches Traumgesicht wird die Menge all der Nationen sein, welche Krieg führen wider Ariel, und alle, welche sie und ihre Festung bestürmen und sie bedrängen.8 Und es wird geschehen, gleichwie der Hungrige träumt, und siehe, er isst - und er wacht auf, und seine Seele ist leer; und gleichwie der Durstige träumt, und siehe, er trinkt - und er wacht auf, und siehe, er ist matt und seine Seele lechzt: also wird die Menge all der Nationen sein, welche Krieg führen wider den Berg Zion.9 Stutzet und staunet! blendet euch und erblindet! Sie sind trunken, doch nicht von Wein; sie schwanken, doch nicht von starkem Getränk.10 Denn Jahwe hat einen Geist tiefen Schlafes über euch ausgegossen und hat eure Augen verschlossen; die Propheten und eure Häupter, die Seher, hat er verhüllt.11 Und jedes Gesicht {Eig. das Gesicht von allem.} ist euch geworden wie die Worte einer versiegelten Schrift, die man einem gibt, der lesen kann, indem man sagt: Lies doch dieses! er aber sagt: Ich kann nicht, denn es ist versiegelt;12 und man gibt die Schrift einem, der nicht lesen kann, indem man sagt: Lies doch dieses! er aber sagt: Ich kann nicht lesen.13 Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk mit seinem Munde sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, und sein Herz fern von mir hält, und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist:14 Darum, siehe, will ich fortan wunderbar mit diesem Volke handeln, wunderbar und wundersam; und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.15 Wehe denen, welche ihre Pläne tief verbergen vor Jahwe, und deren Werke im Finstern geschehen, und die da sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?16 O über eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Tone gleichgeachtet werden? dass das Werk von seinem Meister spreche: Er hat mich nicht gemacht! und das Gebilde von seinem Bildner spreche: Er versteht es nicht!17 Ist es nicht noch um ein gar Kleines, dass der Libanon sich in ein Fruchtgefilde verwandeln und das Fruchtgefilde dem Walde gleichgeachtet werden wird?18 Und an jenem Tage werden die Tauben die Worte des Buches {Eig. Schriftworte, d.h. geschriebene Worte.} hören, und aus Dunkel und Finsternis hervor werden die Augen der Blinden sehen.19 Und die Sanftmütigen werden ihre Freude in Jahwe mehren, und die Armen unter den Menschen werden frohlocken in dem Heiligen Israels.20 Denn der Gewalttätige hat ein Ende, und der Spötter verschwindet; und ausgerottet werden alle, die auf Unheil bedacht sind,21 die einen Menschen schuldig erklären um eines Wortes willen und dem Schlingen legen, welcher im Tore Recht spricht {O. gerecht entscheidet.}, und um nichts den Gerechten aus seinem Recht verdrängen.22 Darum, so spricht Jahwe, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Nunmehr wird Jakob nicht beschämt werden, und nunmehr wird sein Angesicht nicht erblassen.23 Denn wenn er, wenn {Eig. nämlich.} seine Kinder das Werk meiner Hände in seiner Mitte sehen werden, so werden sie meinen Namen heiligen; und sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und vor dem Gott Israels beben.24 Und die verirrten Geistes sind, werden Verständnis erlangen, und Murrende werden Lehre annehmen.

Kapitel 30

1 Wehe den widerspenstigen Kindern, spricht Jahwe, welche Pläne ausführen {Eig. indem sie Pläne ausführen, od.: um Pläne auszuführen.}, aber nicht von mir aus, und Bündnisse schliessen, aber nicht nach meinem Geiste, um Sünde auf Sünde zu häufen;2 die hingehen, um nach Ägypten hinabzuziehen, - aber meinen Mund haben sie nicht befragt - um sich zu flüchten unter den Schutz des Pharao und Zuflucht zu suchen unter dem Schatten Ägyptens!3 Und der Schutz des Pharao wird euch zur Schmach werden, und die Zuflucht unter dem Schatten Ägyptens zur Schande.4 Denn seine {d.i. Judas.} Fürsten waren in Zoan, und seine Gesandten langten in Hanes an.5 Alle werden beschämt werden über ein Volk, das ihnen nichts nützt, das nicht zur Hilfe und nicht zum Nutzen, sondern zur Beschämung und auch zum Hohne wird. -6 Ausspruch über den Behemoth {das Nilpferd, ein Sinnbild Ägyptens.} des Südens: Durch ein Land der Bedrängnis und der Angst, aus welchem Löwin und Löwe, Ottern und fliegende, feurige Schlangen {S. die Anm. zu 4. Mose 21,6.} kommen, tragen sie auf den Rücken der Eselsfüllen ihren Reichtum und auf den Höckern der Kamele ihre Schätze zu einem Volke, das nichts nützt.7 Denn umsonst und vergebens wird Ägypten helfen. Darum nenne ich dieses Ägypten: Grosstuer {Eig. Übermut, Prahlerei; Hebr. Rahab.}, die still sitzen.8 Geh nun hin, schreibe es vor ihnen auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch {O. auf ein Blatt.} ein; und es bleibe für die zukünftige Zeit {Eig. für den zukünftigen Tag.}, auf immer {And. l.: zum Zeugnis.} bis in Ewigkeit.9 Denn es ist ein widerspenstiges Volk, betrügerische Kinder, Kinder, die das Gesetz Jahwes nicht hören wollen;10 die zu den Sehern sprechen: Sehet nicht! und zu den Schauern: Schauet uns nicht das Richtige, saget uns Schmeicheleien, schauet uns Täuschungen!11 weichet ab vom Wege, bieget ab vom Pfade; schaffet den Heiligen Israels vor unserem Angesicht hinweg!12 Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerfet und auf Bedrückung und Verdrehung {O. List; eig. Verbogenes, Gewundenes.} vertrauet und euch darauf stützet,13 darum wird euch diese Missetat wie ein sturzdrohender Riss sein, wie eine Ausbauchung an einer hochragenden Mauer, deren Einsturz in einem Augenblick, plötzlich kommt.14 Und er wird sie {die Mauer.} zerbrechen, wie man einen Töpferkrug zerbricht, der ohne Schonung zertrümmert wird, und von welchem, wenn er zertrümmert ist, nicht ein Scherben gefunden wird, um damit Feuer vom Herd zu holen oder Wasser aus einer Zisterne {O. aus einem Teiche.} zu schöpfen.15 Denn so spricht der Herr, Jahwe, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe würdet ihr gerettet werden; in Stillsein und in Vertrauen würde eure Stärke sein. Aber ihr habt nicht gewollt;16 und ihr sprachet: "Nein, sondern auf Rossen wollen wir fliegen", darum werdet ihr fliehen; und: "Auf Rennern wollen wir reiten", darum werden eure Verfolger rennen.17 Ein Tausend wird fliehen vor dem Dräuen eines einzigen; vor dem Dräuen von Fünfen werdet ihr fliehen, bis ihr übrigbleibet wie eine Stange {O. eine Pinie.} auf des Berges Spitze und wie ein Panier auf dem Hügel.18 Und darum wird Jahwe verziehen, euch gnädig zu sein; und darum wird er sich hinweg erheben, bis er sich euer erbarmt; denn Jahwe ist ein Gott des Gerichts. Glückselig alle, die auf ihn harren!19 Denn ein Volk wird in Zion wohnen, in Jerusalem. Du wirst nie mehr weinen; er wird dir gewisslich Gnade erweisen auf die Stimme deines Schreiens. Sobald er hört, wird er dir antworten.20 Und der Herr wird euch Brot der Drangsal und Wasser der Trübsal geben. Und deine Lehrer werden sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden deine Lehrer sehen;21 und wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken abbieget, so werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, wandelt darauf!22 Und ihr werdet den Überzug deiner silbernen Schnitzbilder und die Bekleidung deiner goldenen Gussbilder verunreinigen; du wirst sie wegwerfen {Eig. zerstreuen.} wie ein unflätiges Kleid: "Hinaus!" wirst du zu ihnen sagen. -23 Und er wird Regen geben zu deiner Saat {Eig. deinen Saatregen geben, d.h. den Frühregen.}, womit du den Erdboden besäst, und Brot als Ertrag des Erdbodens, und es wird fett und nahrhaft sein. Deine Herden werden an jenem Tage weiden auf weiter Aue;24 und die Ochsen und die Eselsfüllen, die das Ackerland bearbeiten, werden gesalzenes {d.h. mit Salzkräutern gesalzen.} Futter fressen, welches man mit der Schaufel und mit der Gabel geworfelt hat.25 Und auf jedem hohen Berge und auf jedem erhabenen Hügel werden Bäche, Wasserströme sein an dem Tage des grossen Gemetzels, wenn Türme fallen.26 Und das Licht des Mondes wird sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfältig sein, wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tage, da Jahwe den Schaden seines Volkes verbinden und seiner Schläge Wunden heilen wird.27 Siehe, der Name Jahwes kommt von fernher. Sein Zorn brennt, und der aufsteigende Rauch ist gewaltig; seine Lippen sind voll Grimmes, und seine Zunge ist wie ein verzehrendes Feuer,28 und sein Odem wie ein überflutender Bach, der bis an den Hals reicht: um die Nationen zu schwingen mit einer Schwinge der Nichtigkeit {d.h. mit einer Schwinge, durch welche alles, was nicht Korn ist, als Nichtigkeit erwiesen und behandelt wird.}, und einen irreführenden Zaum an die Kinnbacken der Völker zu legen {O. und ein irreführender Zaum kommt an die usw..}.29 Gesang werdet ihr haben wie in der Nacht, da das Fest geweiht wird, und Freude des Herzens gleich denen, die unter Flötenspiel hinziehen, um zu kommen auf den Berg Jahwes, zum Felsen Israels.30 Und Jahwe wird hören lassen die Majestät seiner Stimme, und sehen lassen das Herabfahren seines Armes mit Zornesschnauben und einer Flamme verzehrenden Feuers - Wolkenbruch und Regenguss und Hagelsteine.31 Denn vor der Stimme Jahwes wird Assur zerschmettert werden {O. zusammenschrecken.}, wenn er mit dem Stocke schlägt.32 Und es wird geschehen, jeder Streich der verhängten Rute {Eig. der Rute der göttlichen Bestimmung.}, die Jahwe auf ihn herabfahren lässt, ergeht unter Tamburin- und Lautenspiel; und mit geschwungenem Arme {Eig. mit Kämpfen der Schwingung.} wird er gegen ihn kämpfen.33 Denn vorlängst ist eine Greuelstätte {Hebr. Taphetech, ein von Tophet (2. Kön. 23,10) abgeleitetes Wort.} zugerichtet; auch für den König ist sie bereitet. Tief, weit hat er sie gemacht, ihr Holzstoss hat Feuer und Holz in Menge; wie ein Schwefelstrom setzt der Hauch Jahwes ihn in Brand.

Kapitel 31

1 Wehe denen, welche nach Ägypten hinabziehen um Hilfe, auf Rosse sich stützen, und die ihr Vertrauen auf Wagen setzen, weil ihrer viele, und auf Reiter, weil sie zahlreich sind; und die auf den Heiligen Israels nicht schauen und nach Jahwe nicht fragen!2 Aber auch er ist weise und führt Unglück herbei, und nimmt seine Worte nicht zurück; und er steht auf wider das Haus der Übeltäter und wider die Helferschaft derer, welche Frevel tun.3 Und die Ägypter sind Menschen und nicht Gott {El.}, und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und Jahwe streckt seine Hand aus, und es strauchelt der Helfer, und es stürzt der, welchem geholfen wird; und sie werden zunichte alle miteinander.4 Denn also hat Jahwe zu mir gesprochen: Wie der Löwe und der junge Löwe, wider den der Hirten Menge zusammengerufen wird, über seinem Raube knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und sich vor ihrem Lärmen nicht ergibt, also wird Jahwe der Heerscharen herniedersteigen, um auf dem Berge Zion {O. gegen den Berg Zion usw., d.h. gegen die dort wohnenden Frevler.} und auf seinem Hügel zu streiten.5 Gleich schwirrenden {d.h. über ihren Jungen.} Vögeln, also wird Jahwe der Heerscharen Jerusalem beschirmen: beschirmen und erretten, schonen {Dasselbe Wort wie: vorübergehen,2. Mose 12,13.} und befreien. -6 Kehret um, Kinder Israel, zu dem, von welchem ihr so weit abgewichen seid!7 Denn an jenem Tage werden sie verabscheuen, ein jeder seine Götzen von Silber und seine Götzen von Gold, die eure Hände euch gemacht haben zur Sünde.8 Und Assyrien wird fallen durch ein Schwert, nicht eines Mannes; und ein Schwert, nicht eines Menschen, wird es verzehren. Und es wird vor dem Schwerte fliehen, und seine Jünglinge werden fronpflichtig werden.9 Und sein Fels {d.h. wahrscheinlich der König von Assyrien.} wird vor Schrecken entweichen, und seine Fürsten werden vor dem Panier verzagen, spricht Jahwe, der sein Feuer in Zion und seinen Ofen in Jerusalem hat.

Kapitel 32

1 Siehe, ein König wird regieren in Gerechtigkeit; und die Fürsten, sie werden nach Recht herrschen.2 Und ein Mann {O. vielleicht: Und jeder von ihnen.} wird sein wie ein Bergungsort vor dem Winde und ein Schutz vor dem Regensturm, wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens in lechzendem Lande.3 Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr verklebt sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken;4 und das Herz der Unbesonnenen wird Erkenntnis erlangen {Eig. verstehen, unterscheiden.}, und die Zunge der Stammelnden wird fertig und deutlich reden.5 Der gemeine Mensch wird nicht mehr edel genannt und der Arglistige {O. Tückische.} nicht mehr vornehm geheissen werden.6 Denn ein gemeiner Mensch redet Gemeinheit; und sein Herz geht mit Frevel {O. Unheil.} um, um Ruchlosigkeit zu verüben und Irrtum {Eig. Irreführendes, d.h. was von Gott abirren macht.} zu reden wider Jahwe, um leer zu lassen die Seele des Hungrigen und dem Durstigen den Trank zu entziehen.7 Und der Arglistige, seine Werkzeuge sind böse: er entwirft böse Anschläge, um die Sanftmütigen durch Lügenreden zu Grunde zu richten, selbst wenn der Arme sein Recht dartut {Eig.das Recht redet.}.8 Aber der Edle entwirft Edles, und auf Edlem besteht er.9 Stehet auf, ihr sorglosen Weiber, höret meine Stimme! ihr sicheren Töchter, nehmet zu Ohren meine Rede!10 Nach Jahr und Tag werdet ihr zittern, ihr Sicheren; denn die Weinlese ist dahin, die Obsternte kommt nicht.11 Bebet, ihr Sorglosen; zittert, ihr Sicheren! Ziehet euch aus und entblösset euch und umgürtet mit Sacktuch die Lenden!12 An die Brust schlägt man sich wegen der lieblichen Fluren, wegen des fruchtbaren Weinstocks.13 Auf dem Felde {Eig. Erdboden.} meines Volkes schiessen Gestrüpp und Dornen auf, ja, auf allen Häusern der Wonne in der frohlockenden Stadt.14 Denn der Palast ist aufgegeben, verlassen das Getümmel der Stadt; Ophel {der von Jotham befestigte Südhang des Tempelberges; vergl. 2. Chron. 27,3.} und Wartturm dienen zu Höhlen auf ewig, zur Freude der Wildesel, zum Weideplatz der Herden -15 bis der Geist über uns ausgegossen wird aus der Höhe, und die Wüste zum Fruchtgefilde wird, und das Fruchtgefilde dem Walde gleichgeachtet wird.16 Und das Recht wird sich niederlassen in der Wüste, und die Gerechtigkeit auf dem Fruchtgefilde wohnen;17 und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit ewiglich.18 Und mein Volk wird wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an stillen {Zugl. sorglosen.} Ruhestätten. -19 Und es wird hageln beim Niedersturz des Waldes, und die Stadt wird in Niedrigkeit versinken. -20 Glückselig ihr, die ihr an allen Wassern säet, frei umherschweifen lasset den Fuss der Rinder und der Esel!

Kapitel 33

1 Wehe dir, Verwüster, und du selbst wurdest nicht verwüstet; und dir, Räuber {S. die Anm. zu Kap. 21,2.}, und man hat dich nicht beraubt! Sobald du das Verwüsten vollendet hast, wirst du verwüstet werden; sobald du mit dem Rauben fertig bist {Eig. zum Ziele gekommen bist.}, wirst du beraubt werden. -2 Jahwe, sei uns gnädig! auf dich harren wir; sei ihr Arm jeden Morgen, ja, unsere Rettung zur Zeit der Bedrängnis! -3 Vor dem Brausen deines {Eig. eines.} Getümmels entfliehen die Völker, vor deiner Erhebung zerstreuen sich die Nationen.4 Und weggerafft wird eure Beute, wie die Heuschrecken wegraffen; wie Heuschrecken rennen, rennt man darauf los.5 Jahwe ist hocherhaben; denn er wohnt in der Höhe, er füllt Zion mit Recht und Gerechtigkeit.6 Und es wird Festigkeit deiner Zeiten {d.h. Zeitverhältnisse, Geschicke; wie Ps. 31,15.}, Fülle von Heil, von Weisheit und Erkenntnis geben; die Furcht Jahwes wird sein {d.i. Israels.} Schatz sein.7 Siehe, ihre Helden schreien draussen, die Friedensboten weinen bitterlich.8 Die Strassen sind verödet, der Wanderer feiert. Er hat den Bund gebrochen, die Städte verachtet, keines Menschen geachtet.9 Es trauert, es schmachtet das Land; der Libanon steht beschämt da, er verdorrt; Saron ist einer Steppe gleich geworden, und Basan und Karmel schütteln ihr Laub ab.10 Nun will ich aufstehen, spricht Jahwe; nun will ich mich emporrichten, nun mich erheben.11 Ihr gehet schwanger mit Heu, Stoppeln werdet ihr gebären; euer Schnauben ist ein Feuer, das euch verzehren wird.12 Und die Völker werden zu Kalkbränden, wie abgehauene Dornen, die im Feuer verbrannt werden.13 Höret, ihr Fernen, was ich getan, und ihr Nahen, erkennet meine Macht!14 Die Sünder in Zion sind erschrocken {O. zittern.}, Beben hat die Ruchlosen ergriffen. "wer von uns kann weilen bei verzehrendem Feuer? Wer von uns kann weilen bei ewigen Gluten?" -15 Wer in Gerechtigkeit {Eig. in Gerechtigkeiten, d.h. in Betätigungen der Gerechtigkeit.} wandelt und Aufrichtigkeit {O. Redlichkeit.} redet; wer den Gewinn der Bedrückungen verschmäht; wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen; wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine Augen verschliesst, um Böses nicht zu sehen:16 der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg; sein Brot wird ihm dargereicht, sein Wasser versiegt nie. - {Eig. ist bestädig.}17 Deine Augen werden den König schauen in seiner Schönheit, sehen werden sie ein weithin offenes Land.18 Dein Herz wird des Schreckens gedenken: Wo ist der Schreiber {d.h. der Schätzer bei der Tributerhebung.}? wo der Wäger {der das Gewicht der eingezahlten Geldes prüfte.}? wo, der die Türme zählte?19 Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen, das Volk von unverständlicher Sprache {W. Lippe; wie Kap. 28,11.}, dass man sie nicht vernehmen, von stammelnder Zunge, die man nicht verstehen kann.20 Schaue Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine ruhige {Zugl.: sorglose.} Wohnstätte, ein Zelt, das nicht wandern wird, dessen Pflöcke ewiglich nicht herausgezogen, und von dessen Seilen keines je losgerissen werden wird; -21 sondern daselbst ist ein Mächtiger {Zugl.: ein Herrlicher.}, Jahwe, bei uns {Eig. haben wir einen Mächtigen, Jahwe.}; ein Ort von Flüssen, von breiten Strömen {O. Kanälen.}: kein Ruderschiff kommt hinein, und durch denselben zieht kein mächtiges Schiff.22 Denn Jahwe ist unser Richter, Jahwe unser Feldherr {And. üb.: Gesetzgeber.}, Jahwe unser König; er wird uns retten. -23 Schlaff hängen deine Taue; sie halten nicht fest das Gestell ihres Mastes, halten das Segel nicht ausgebreitet. - Dann wird ausgeteilt des Raubes Beute in Menge, selbst Lahme plündern die Beute.24 Und kein Einwohner wird sagen: Ich bin schwach. Dem Volke, das darin wohnt, wird die Missetat vergeben sein. -

Kapitel 34

1 Tretet herzu, ihr Nationen, um zu hören; und ihr Völkerschaften, merket auf! Es höre die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis {Eig. das Erdreich.} und alles, was ihm entsprosst!2 Denn der Zorn Jahwes ergeht wider alle Nationen, und sein Grimm {Eig. Denn Jahwe hat einen Zorn... und einen Grimm; d.h. er ist im Begriff, ihn zu verwirklichen.} wider all ihr Heer. Er hat sie der Vertilgung geweiht {Eig. sie verbannt, mit dem Banne belegt.}, zur Schlachtung hingegeben.3 Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen, und der Gestank ihrer Leichname steigt auf, und die Berge zerfliessen von ihrem Blute.4 Und alles Heer der Himmel zerschmilzt; und die Himmel werden zusammengerollt wie ein Buch; und all ihr Heer fällt herab, wie das Blatt vom Weinstock abfällt und wie das Verwelkte {Eig. das Abfallende.} vom Feigenbaum.5 Denn trunken ist im Himmel mein Schwert; siehe, auf Edom fährt es herab und auf das Volk meines Bannes {d.h. welches ich mit dem Banne belegt, der Vertilgung geweiht habe; vergl. V.2.} zum Gericht.6 Das Schwert Jahwes ist voll Blut, es ist getränkt von Fett, vom Blute der Fettschafe und Böcke, vom Nierenfett der Widder; denn Jahwe hat ein Schlachtopfer in Bozra und eine grosse Schlachtung im Lande Edom.7 Und Wildochsen stürzen mit ihnen hin, und Farren samt Stieren; und ihr Land wird trunken von Blut, und ihr Staub von Fett getränkt.8 Denn Jahwe hat einen Tag der Rache, ein Jahr der Vergeltungen für die Rechtssache Zions. -9 Und Edoms {Eig. seine.} Bäche verwandeln sich in Pech, und sein Staub in Schwefel; und sein Land wird zu brennendem Peche.10 Tag und Nacht erlischt es nicht, ewiglich steigt sein Rauch empor. Von Geschlecht zu Geschlecht liegt es verödet, für immer und ewig zieht niemand hindurch.11 Und Pelikan und Igel nehmen es in Besitz, und Eule und Rabe wohnen darin. Und er zieht darüber die Messschnur der Öde und das Senkblei der Leere.12 Seine Edlen - keine sind da, welche das Königtum ausrufen; und alle seine Fürsten sind zu nichts geworden.13 Und in seinen Palästen schiessen Dornen auf, Nesseln und Disteln in seinen Burgen; und es wird zur Wohnstätte der Schakale, zur Wohnung der Strausse {O. zum grasigen Platze für Strausse.}.14 Und Wüstentiere treffen mit wilden Hunden zusammen, und Böcke {S. die Anm. zu Kap. 13,21.} begegnen einander {O. rufen einander zu.}; ja, dort rastet die Lilith {eine Nachtgottheit.} und findet einen Ruheplatz für sich.15 Dort nistet die Pfeilschlange und legt Eier {Eig. und gebiert und legt.} und brütet sie aus in ihrem Schatten; ja, daselbst versammeln sich die Geier, einer zum anderen. -16 Forschet nach im Buche Jahwes und leset! Es fehlt nicht eines von diesen, keines vermisst das andere. Denn mein Mund, er hat es geboten; und sein Geist {O. sein Hauch.}, er hat sie zusammengebracht;17 und er selbst hat ihnen das Los geworfen, und seine Hand hat es {das Land Edom.} ihnen zugeteilt mit der Messschnur. Ewiglich werden sie es besitzen, von Geschlecht zu Geschlecht darin wohnen.

Kapitel 35

1 Die Wüste und das dürre Land werden sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und aufblühen wie eine Narzisse.2 Sie wird in voller Blüte stehen und frohlocken, ja, frohlockend und jubelnd; die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht des Karmel und Sarons: sehen werden sie die Herrlichkeit Jahwes, die Pracht unseres Gottes.3 Stärket die schlaffen Hände und befestiget die wankenden Kniee!4 Saget zu denen, welche zaghaften Herzens sind: Seid stark, fürchtet euch nicht! siehe, euer Gott kommt, Rache kommt, die Vergeltung Gottes! er selbst kommt und wird euch retten.5 Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden;6 dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und aufjauchzen wird die Zunge des Stummen. Denn es brechen Wasser hervor in der Wüste, und Bäche in der Steppe;7 und die Kimmung {die trügerische Wasserspiegelung der Wüste.} wird zum Teiche, und das dürre Land zu Wasserquellen; an der Wohnstätte der Schakale, wo sie lagern {Im hebr. Texte steht: der Schakale, ihrem (der Schakalin) Lagerplatze.}, wird Gras nebst Rohr und Binse {Eig. Papyrusschilf.} sein.8 Und daselbst wird eine Strasse {S. die Anm. zu Kap. 19,23.} sein und ein Weg, und er wird der heilige Weg genannt werden; kein Unreiner wird darüber hinziehen, sondern er wird für sie {And. l.: für sein Volk.} sein. Wer auf dem Wege wandelt - selbst Einfältige werden nicht irregehen.9 Daselbst wird kein Löwe sein, und kein reissendes Tier wird ihn ersteigen noch daselbst gefunden werden; und die Erlösten werden darauf wandeln.10 Und die Befreiten {Eig. die Losgekauften.} Jahwes werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.

Kapitel 36

1 Und {2. Kön. 18,13 usw..} es geschah im vierzehnten Jahre des Königs Hiskia, da zog Sanherib, der König von Assyrien, herauf wider alle festen Städte Judas und nahm sie ein.2 Und der König von Assyrien sandte von Lachis den Rabsake zum König Hiskia, mit einem grossen Heere, nach Jerusalem; und er hielt an der Wasserleitung des oberen Teiches, an der Strasse des Walkerfeldes.3 Da gingen zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijas, der über das Haus war, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Geschichtsschreiber.4 Und der Rabsake sprach zu ihnen: Saget doch zu Hiskia: So spricht der grosse König, der König von Assyrien: Was ist das für ein Vertrauen, womit du vertraust?5 Ich sage: Nur ein Wort der Lippen {d.h. eitel Geschwätz.} ist Rat und Macht zum Kriege. Nun, auf wen vertraust du, dass du dich wider mich empört hast?6 Siehe, du vertraust auf jenen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der, wenn jemand sich auf ihn stützt, ihm in die Hand fährt und sie durchbohrt. So ist der Pharao, der König von Ägypten, allen, die auf ihn vertrauen.7 Und wenn du zu mir sprichst: Auf Jahwe, unseren Gott, vertrauen wir; - ist er es nicht, dessen Höhen und dessen Altäre Hiskia hinweggetan, da er zu Juda und zu Jerusalem gesagt hat: Vor diesem Altar sollt ihr anbeten?8 Und nun, lass dich doch ein {O. geh doch eine Wette ein.} mit meinem Herrn, dem König von Assyrien; und ich will dir zweitausend Rosse geben, wenn du dir Reiter darauf setzen kannst.9 Und wie wolltest du einen einzigen Befehlshaber von den geringsten Knechten meines Herrn zurücktreiben? Aber du vertraust auf Ägypten der Wagen und Reiter wegen.10 Und nun, bin ich ohne Jahwe wider dieses Land heraufgezogen, um es zu verheeren? Jahwe hat zu mir gesagt: Ziehe hinauf in dieses Land und verheere es.11 Und Eljakim und Schebna und Joach sprachen zu dem Rabsake: Rede doch zu deinen Knechten auf aramäisch, denn wir verstehen es; und rede nicht zu uns auf jüdisch vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist.12 Und der Rabsake sprach: Hat mein Herr mich zu deinem Herrn und zu dir gesandt, um diese Worte zu reden? nicht zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?13 Und der Rabsake trat hin und rief mit lauter Stimme auf jüdisch und sprach: Höret die Worte des grossen Königs, des Königs von Assyrien!14 So spricht der König: Dass Hiskia euch nicht täusche; denn er wird euch nicht zu erretten vermögen.15 Und dass Hiskia euch nicht auf Jahwe vertröste, indem er spricht: Jahwe wird uns gewisslich erretten; diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.16 Höret nicht auf Hiskia; denn also spricht der König von Assyrien: Machet Frieden mit mir und kommet zu mir heraus, so sollt ihr ein jeder von seinem Weinstock und ein jeder von seinem Feigenbaum essen, und ein jeder das Wasser seines Brunnens {Eig. seine Zisterne.} trinken,17 bis ich komme und euch in ein Land hole wie euer Land, ein Land von Korn und Most, ein Land von Brot und Weinbergen.18 Dass Hiskia euch nicht verführe, indem er spricht: Jahwe wird uns erretten! Haben die Götter der Nationen ein jeder sein Land von der Hand des Königs von Assyrien errettet?19 Wo sind die Götter von Hammath und Arpad? wo die Götter von Sepharwaim? Und haben sie {O. Und um wieviel weniger haben sie (d.h. die Götter von Samaria).} Samaria von meiner Hand errettet?20 Welche sind es unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land von meiner Hand erretten haben, dass Jahwe Jerusalem von meiner Hand erretten sollte?21 Und sie schwiegen still und antworteten ihm kein Wort; denn es war das Gebot des Königs, der gesagt hatte: Ihr sollt ihm nicht antworten. -22 Und Eljakim, der Sohn Hilkijas, der über das Haus war, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asaphs, der Geschichtsschreiber, kamen zu Hiskia mit zerrissenen Kleidern und berichteten ihm die Worte des Rabsake.

Kapitel 37

1 Und es geschah, als der König Hiskia es hörte, da zerriss er seine Kleider und hüllte sich in Sacktuch und ging in das Haus Jahwes.2 Und er sandte Eljakim, der über das Haus war, und Schebna, den Schreiber, und die Ältesten der Priester, in Sacktuch gehüllt zu dem Propheten Jesaja, dem Sohne Amoz'.3 Und sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia: Dieser Tag ist ein Tag der Bedrängnis und der Züchtigung und der Schmähung; denn die Kinder sind bis an die Geburt gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären.4 Vielleicht wird Jahwe, dein Gott, die Worte des Rabsake hören, welchen sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat {O. womit... ihn gesandt hat.}, um den lebendigen Gott zu verhöhnen, und wird die Worte bestrafen {O. wegen der Worte strafen.}, die Jahwe, dein Gott, gehört hat. Erhebe denn ein Gebet für den Überrest, der sich noch vorfindet.5 Und die Knechte des Königs Hiskia kamen zu Jesaja.6 Und Jesaja sprach zu ihnen: Also sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So spricht Jahwe: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, womit die Diener {Eig. die Knappen.} des Königs von Assyrien mich gelästert haben.7 Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hören und in sein Land zurückkehren wird {S. die Anm. zu 2. Kön. 19,7.}; und ich will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande.8 Und der Rabsake kehrte zurück und fand den König von Assyrien streitend wider Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachis aufgebrochen wäre.9 Und er hörte von Tirhaka, dem König von Äthiopien, sagen: Er ist ausgezogen, um wider dich zu streiten. Und als er es hörte, sandte er Boten zu Hiskia und sprach:10 So sollt ihr zu Hiskia, dem Könige von Juda, sprechen und sagen: Dass dich nicht täusche dein Gott, auf den du vertraust, indem du sprichst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden!11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan haben, indem sie sie vertilgten; und du solltest errettet werden?12 Haben die Götter der Nationen, welche meine Väter vernichtet haben, sie errettet: Gosan und Haran und Rezeph und die Kinder Edens, die in Telassar waren?13 Wo ist der König von Hamath und der König von Arpad und der König der Stadt Sepharwaim, von Hena und Iwa?14 Und Hiskia nahm den Brief aus der Hand der Boten und las ihn; und er ging hinauf in das Haus Jahwes, und Hiskia breitete ihn vor Jahwe aus.15 Und Hiskia betete zu Jahwe und sprach:16 Jahwe der Heerscharen, Gott Israels, der du zwischen {O. über.} den Cherubim thronst, du allein bist es, der der Gott ist von allen Königreichen der Erde; du hast den Himmel und die Erde gemacht.17 Jahwe, neige dein Ohr und höre! Jahwe, tue deine Augen auf und sieh! Ja, höre alle die Worte Sanheribs, der gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen!18 Wahrlich, Jahwe, die Könige von Assyrien haben alle Nationen {Im hebr. Texte steht: Länder; vergl. 2. Kön. 19,17.} und ihr Land verwüstet;19 und sie haben ihre Götter ins Feuer geworfen, denn sie waren nicht Götter, sondern ein Werk von Menschenhänden, Holz und Stein, und sie haben sie zerstört.20 Und nun, Jahwe, unser Gott, rette uns von seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde wissen, dass du allein Jahwe bist!21 Da sandte Jesaja, der Sohn Amoz', zu Hiskia und liess ihm sagen: So spricht Jahwe, der Gott Israels: Was du zu mir gebetet hast wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien -22 dies ist das Wort, welches Jahwe über ihn geredet hat: Es verachtet dich, es spottet deiner die Jungfrau, die Tochter {Eig. die jungfräuliche (d.h. unbesiegte) Tochter.} Zion; die Tochter Jerusalem schüttelt das Haupt dir nach.23 Wen hast du verhöhnt und gelästert, und gegen wen die Stimme erhoben? Gegen den Heiligen Israels hast du deine Augen emporgerichtet!24 Durch deine Knechte hast du den Herrn verhöhnt und hast gesprochen: "Mit meiner Wagen Menge habe ich die Höhen der Berge erstiegen, das äusserste Ende des Libanon; und ich werde umhauen den Hochwuchs seiner Zedern, die Auswahl seiner Zypressen, und ich werde kommen auf seine äusserste Höhe, in seinen Gartenwald.25 Ich habe gegraben und Wasser getrunken; und mit der Sohle meiner Füsse werde ich austrocknen alle Ströme {Stehende Bezeichnung für die Kanäle und Arme des Nil.} Mazors." {S. die Anm. zu Kap. 19,6.}26 Hast du nicht gehört, dass ich von fernher es gewirkt und von den Tagen der Vorzeit her es gebildet habe? Nun habe ich es kommen lassen, dass du feste Städte verwüstest zu öden Steinhaufen.27 Und ihre Bewohner waren machtlos, sie wurden bestürzt und beschämt; sie waren wie Kraut des Feldes und grünes Gras, wie Gras der Dächer, und Korn, das verbrannt ist {Hier steht im hebr. Texte: und ein Getreidefeld; doch vergl. 2. Kön. 19,26.}, ehe es aufschiesst.28 Und ich kenne dein Sitzen, und dein Aus- und dein Eingehen, und dein Toben wider mich.29 Wegen deines Tobens wider mich, und weil dein Übermut in meine Ohren heraufgekommen ist, werde ich meinen Ring in deine Nase legen und mein Gebiss in deine Lippen, und werde dich zurückführen auf dem Wege, auf welchem du gekommen bist.30 Und dies soll dir das Zeichen sein: Man wird in diesem Jahre den Nachwuchs der Ernte essen, und im zweiten Jahre was ausgesprosst ist; und im dritten Jahre säet und erntet, und pflanzet Weinberge und esset ihre Frucht.31 Und das Entronnene vom Hause Juda, das übriggeblieben ist, wird wieder wurzeln nach unten und Frucht tragen nach oben.32 Denn von Jerusalem wird ein Überrest ausgehen, und ein Entronnenes vom Berge Zion. Der Eifer Jahwes der Heerscharen wird solches tun.33 Darum, so spricht Jahwe von dem König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen, und er soll keinen Pfeil darein schiessen und keinen Schild ihr zukehren, und er soll keinen Wall gegen sie aufschütten.34 Auf dem Wege, den er gekommen ist, auf dem soll er zurückkehren und soll in diese Stadt nicht kommen, spricht Jahwe.35 Und ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu retten, um meinet- und um Davids, meines Knechtes, willen.36 Und ein Engel Jahwes zog aus und schlug in dem Lager der Assyrer 185000 Mann. Und als man des Morgens früh aufstand, siehe, da waren sie allesamt Leichname {Eig. tote Leichname.}.37 Und Sanherib, der König von Assyrien, brach auf, und er zog fort und kehrte zurück und blieb in Ninive.38 Und es geschah, als er sich niederbeugte im Hause Nisroks, seines Gottes, da erschlugen ihn Adrammelek und Scharezer, seine Söhne, mit dem Schwerte; und sie entrannen {Eig. sie aber entrannen.} in das Land Ararat. Und Esar-Haddon, sein Sohn, ward König an seiner Statt.

Kapitel 38

1 In jenen Tagen wurde Hiskia krank zum Sterben. Und Jesaja, der Sohn Amoz', der Prophet, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht Jahwe: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht genesen {W. leben.}.2 Da wandte Hiskia sein Angesicht gegen die Wand und betete zu Jahwe und sprach:3 Ach, Jahwe! gedenke doch, dass ich vor deinem Angesicht gewandelt habe in Wahrheit und mit ungeteiltem Herzen, und dass ich getan, was gut ist in deinen Augen! Und Hiskia weinte sehr.4 Da erging das Wort Jahwes zu Jesaja also: Und die Sonne kehrte an dem Sonnenzeiger {Eig. an den Graden.} zehn Grade zurück, welche sie niederwärts gegangen war.

(38,9ff)

9 Aufzeichnung Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit genesen war.10 Ich sprach: In der Ruhe meiner Tage soll ich hingehen zu den Pforten des Scheol, bin beraubt des Restes {Eig. bin heimgesucht um den Rest d.h. bestraft mit Verlust des Restes.} meiner Jahre.11 Ich sprach: Ich werde Jahwe {Hebr. Jah.} nicht sehen, Jahwe {Hebr. Jah.} im Lande der Lebendigen; ich werde Menschen nicht mehr erblicken bei den Bewohnern des Totenreiches {Eig. des Aufhörens, des Hingeschiedenseins.}.12 Meine Wohnung ist abgebrochen und ward von mir weggeführt wie ein Hirtenzelt. Ich habe, dem Weber gleich, mein Leben aufgerollt: vom Trumme schnitt er mich los. Vom Tage bis zur Nacht {d.h. in kürzester Frist.} wirst du ein Ende mit mir machen!13 Ich beschwichtigte meine Seele bis zum Morgen... dem Löwen gleich, also zerbrach er alle meine Gebeine. Vom Tage bis zur Nacht wirst du ein Ende mit mir machen!14 Wie eine Schwalbe, wie ein Kranich, so klagte ich; ich girrte wie die Taube. Schmachtend blickten meine Augen zur Höhe: O Herr, mir ist bange! tritt als Bürge für mich ein!15 Was soll ich sagen? Dass er es mir zugesagt und es auch ausgeführt hat. Ich will sachte wallen alle meine Jahre wegen der Betrübnis meiner Seele.16 O Herr! durch dieses lebt man, und in jeder Hinsicht {W. in Bezug auf alles.} ist darin das Leben meines Geistes. Und du machst mich gesund und erhältst mich am Leben.17 Siehe, zum Heile ward mir bitteres Leid: Du, du zogest liebevoll meine Seele aus der Vernichtung Grube; denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen.18 Denn nicht der Scheol preist dich, der Tod lobsingt dir nicht; die in die Grube hinabgefahren sind, harren nicht auf deine Treue.19 Der Lebende, der Lebende, der preist dich, wie ich heute: der Vater gibt den Kindern Kunde von deiner Treue.20 Jahwe war bereit, mich zu retten; und wir wollen mein Saitenspiel rühren alle Tage unseres Lebens im Hause Jahwes.21 Und Jesaja sagte, dass man einen Feigenkuchen als Pflaster nehmen und ihn auf das Geschwür legen solle, damit er genese.22 Und Hiskia sprach: Welches ist das Zeichen, dass ich in das Haus Jahwes hinaufgehen werde {Die beiden letzten Verse scheinen durch ein Versehen an das Ende des Kapitels gestellt worden sein. vergl. V.6 und 7 mit den entsprechenden Versen in 2. Kön. 20.}?

Kapitel 39

1 Zu jener Zeit sandte Merodak-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Brief und Geschenk an Hiskia; denn er hatte gehört, dass er krank gewesen und wieder gesund geworden {Eig. erstarkt.} war.2 Und Hiskia freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus: Das Silber und das Gold und die Gewürze und das köstliche Öl; und sein ganzes Zeughaus, und alles, was sich in seinen Schätzen vorfand; es war nichts in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte.3 Da kam Jesaja, der Prophet, zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer gesagt? und woher sind sie zu dir gekommen? Und Hiskia sprach: Aus fernem Lande sind sie zu mir gekommen, von Babel.4 Und er sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Und Hiskia sprach: Sie haben alles gesehen, was in meinem Hause ist; es gibt nichts in meinen Schätzen, das ich ihnen nicht gezeigt hätte.5 Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort Jahwes der Heerscharen!6 Siehe, es kommen Tage, da alles, was in deinem Hause ist und was deine Väter aufgehäuft haben bis auf diesen Tag, nach Babel weggebracht werden wird; es wird nichts übrigbleiben, spricht Jahwe.7 Und von deinen Söhnen, die aus dir hervorkommen werden, die du zeugen wirst, wird man nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palaste des Königs von Babel.8 Und Hiskia sprach zu Jesaja: Das Wort Jahwes ist gut, das du geredet hast; und er sprach: Es wird ja Friede und Bestand sein in meinen Tagen.

Teil 2: Gottes Gnade (40-66)

Kapitel 40

1 Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.2 Redet zum Herzen Jerusalems, und rufet ihr zu, dass ihre Mühsal vollendet, dass ihre Schuld {O. Missetat.} abgetragen ist, dass sie von der Hand Jahwes Zwiefältiges empfangen hat für alle ihre Sünden.3 Stimme eines Rufenden: In der Wüste bahnet {So nach der hebr. Interpunktion; die alexandr. Übersetzung liest: "Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bahnet usw.", und lässt die Worte "in der Steppe" weg.} den Weg Jahwes; ebnet in der Steppe eine Strasse {S. die Anm zu Kap. 19,23.} für unseren Gott!4 Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden; und das Höckerichte soll zur Ebene werden, und das Hügelige zur Niederung!5 Und die Herrlichkeit Jahwes wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen; denn der Mund Jahwes hat geredet.6 Stimme eines Sprechenden: Rufe! Und er spricht: Was soll ich rufen? "Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes.7 Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen {O. verwelkt.}; denn der Hauch Jahwes hat sie angeweht. Fürwahr, das Volk ist Gras.8 Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen {O. verwelkt.}; aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit."9 Auf einen hohen Berg steige hinauf, Zion, du Verkündigerin froher Botschaft; erhebe mit Macht deine Stimme, Jerusalem, du Verkündigerin froher Botschaft! Erhebe sie, fürchte dich nicht; sprich zu den Städten Judas:10 Siehe da, euer Gott! Siehe, der Herr, Jahwe, kommt mit Kraft {Eig. als ein Starker.}, und sein Arm übt Herrschaft für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung geht vor ihm her.11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirt, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Busen tragen, die Säugenden wird er sanft leiten.12 Wer hat die Wasser gemessen mit seiner hohlen Hand und die Himmel abgegrenzt mit der Spanne, und hat den Staub der Erde in ein Mass {Eig. in den Dreiling; (ein Drittel Epha).} gefasst, und die Berge mit der Waage gewogen und die Hügel mit Waagschalen?13 Wer hat den Geist Jahwes gelenkt {Eig. geregelt, abgegrenzt.}, und wer, als sein Ratgeber, ihn unterwiesen?14 Mit wem beriet er sich, dass er ihm Verstand gegeben und ihn belehrt hätte über den Pfad des Rechts, und ihn Erkenntnis gelehrt und ihm den Weg der Einsicht {Eig. der Einsichten, d.h. der vollen Einsicht.} kundgemacht hätte?15 Siehe, Nationen sind geachtet wie ein Tropfen am Eimer und wie ein Sandkorn auf der Waagschale. Siehe, Inseln sind wie ein Stäubchen, das emporschwebt {And. üb.: Siehe, Inseln hebt er empor wie ein Stäubchen.}.16 Und der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz {Eig. zum Brennen.}, und sein Wild reicht nicht hin zum Brandopfer.17 Alle Nationen sind wie nichts vor ihm, und werden von ihm geachtet wie Nichtigkeit und Leere. -18 Und wem wollt ihr Gott {El.} vergleichen? Und was für ein Gleichnis wollt ihr ihm an die Seite stellen?19 Hat der Künstler das Bild gegossen, so überzieht es der Schmelzer mit Gold und schweisst silberne Ketten daran.20 Wer arm ist, so dass er nicht viel opfern kann {Eig. Wer verarmt ist in Bezug auf ein Hebopfer.}, der wählt ein Holz, das nicht fault; er sucht sich einen geschickten Künstler, um ein Bild herzustellen, das nicht wanke. -21 Wisset ihr es nicht? Höret ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anbeginn verkündet worden? habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung {W. in die Grundfesten.} der Erde?22 Er ist es, der da thront über dem Kreise der Erde, und ihre Bewohner sind wie Heuschrecken; der die Himmel ausgespannt hat wie einen Flor und sie ausgebreitet wie ein Zelt zum Wohnen;23 der die Fürsten zu nichts macht, die Richter der Erde in Nichtigkeit verwandelt {Eig. der Öde gleichmacht.}.24 Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stock Wurzeln in der Erde getrieben: da bläst er sie schon an, und sie verdorren, und ein Sturmwind rafft sie wie Stoppeln hinweg.25 Wem denn wollt ihr mich vergleichen, dem ich gleich wäre? spricht der Heilige.26 Hebet zur Höhe eure Augen empor und sehet: Wer hat diese da geschaffen? Er, der ihr Heer herausführt nach der Zahl, ruft sie alle mit Namen: Wegen der Grösse seiner Macht und der Stärke seiner Kraft {Eig. und als Starker an Kraft.} bleibt keines aus.27 Warum sprichst du, Jakob, und redest du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor Jahwe, und mein Recht entgeht meinem Gott?28 Weisst du es nicht? oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist Jahwe, der Schöpfer der Enden der Erde; er ermüdet nicht und ermattet nicht, unergründlich ist sein Verstand.29 Er gibt dem Müden Kraft, und dem Unvermögenden reicht er Stärke dar in Fülle.30 Und Jünglinge ermüden und ermatten, und junge Männer fallen hin;31 aber die auf Jahwe harren, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler; sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.

Kapitel 41

1 Wendet euch schweigend zu mir, ihr Inseln; und die Völkerschaften mögen neue Kraft gewinnen; sie mögen herannahen, dann mögen sie reden; lasst uns miteinander vor Gericht treten!2 Wer hat vom Aufgang her den erweckt, welchem Gerechtigkeit auf Schritt und Tritt begegnet? Er gab {O. gibt; so auch weiterhin in diesem und dem folgenden Verse.} Nationen vor ihm dahin und liess ihn Könige unterjochen, machte sie wie Staub vor seinem Schwerte, wie fortgetriebene Stoppeln vor seinem Bogen.3 Er verfolgte sie, zog hin in Frieden {O. unversehrt.} einen Weg, den er mit seinen Füssen nie gegangen war.4 Wer hat es gewirkt und getan? Der die Geschlechter ruft von Anbeginn. Ich, Jahwe, bin der Erste, und bei den Letzten bin ich derselbe {S. die Anm. zu Ps. 102,27.}.5 Die Inseln sahen es und fürchteten sich, es erbebten die Enden der Erde; sie näherten sich und kamen herbei:6 Einer half dem anderen und sprach zu seinem Bruder: Sei mutig!7 Und der Künstler ermutigte den Schmelzer, der mit dem Hammer glättet ermutigte den, der auf den Amboss schlägt, und sprach von der Lötung: sie ist gut; und er befestigte es {das Götzenbild.} mit Nägeln, dass es nicht wanke.8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Same Abrahams, meines Freundes;9 du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, und zu welchem ich sprach: Du bist mein Knecht, ich habe dich erwählt und nicht verschmäht -10 fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; schaue nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich stütze dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.11 Siehe, es sollen beschämt und zu Schanden werden alle, die wider dich entbrannt sind; es sollen wie nichts werden und umkommen deine Widersacher {Eig. die Männer deiner Streitsache.}.12 Du wirst sie suchen und nicht finden, die Männer, die mit dir hadern; wie nichts und wie Nichtigkeit sollen die Männer werden, die dich bekriegen.13 Denn ich, Jahwe, dein Gott, ergreife deine Rechte, der ich zu dir spreche: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! -14 Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein Israel; ich helfe dir, spricht Jahwe, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.15 Siehe, ich habe dich zu einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, mit Doppelschneiden versehen: du wirst Berge dreschen und zermalmen, und Hügel der Spreu gleich machen;16 du wirst sie worfeln, dass der Wind sie entführt und der Sturm sie zerstreut. Du aber, du wirst in Jahwe frohlocken und in dem Heiligen Israels dich rühmen. -17 Die Elenden und die Armen, welche nach Wasser suchen, und keines ist da, deren Zunge vor Durst vertrocknet: ich, Jahwe, werde sie erhören, ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.18 Ich werde Ströme hervorbrechen {Eig. öffnen.} lassen auf den kahlen Höhen, und Quellen inmitten der Talebenen; ich werde die Wüste zum Wasserteich machen, und das dürre Land zu Wasserquellen.19 Ich werde Zedern in die Wüste setzen, Akazien und Myrten und Olivenbäume, werde in die Steppe pflanzen {Eig. stellen.} Zypressen, Platanen und Scherbinzedern miteinander;20 damit sie sehen und erkennen und zu Herzen nehmen und verstehen allzumal, dass die Hand Jahwes dieses getan und der Heilige Israels es geschaffen hat.21 Bringet eure Rechtssache vor, spricht Jahwe; bringet eure Beweisgründe herbei, spricht der König Jakobs.22 Sie mögen herbeibringen und uns verkünden, was sich ereignen wird: das Zunächstkommende, was es sein wird, verkündet, damit wir es zu Herzen nehmen und dessen Ausgang wissen; oder lasst uns das Künftige hören,23 verkündet das späterhin Kommende, damit wir erkennen {O. so wollen wir anerkennen.}, dass ihr Götter seid! Ja, tut Gutes oder tut Böses, damit wir uns gegenseitig anblicken {O. so wollen wir uns gegenseitig anblicken (d.h. uns prüfend od. messend ins Auge schauen).} und miteinander es sehen.24 Siehe, ihr seid nichts, und euer Tun ist Nichtigkeit; ein Greuel ist, wer euch erwählt.25 Ich habe ihn von Norden her erweckt, und er kam herbei - von Sonnenaufgang her den, der meinen Namen anruft. Und er tritt auf Fürsten {Eig. Satrapen, Statthalter.} wie auf Lehm, und wie ein Töpfer, welcher Ton zerknetet.26 Wer hat es verkündet von Anbeginn, dass wir es wüssten? und von ehedem, dass wir sagen könnten {O. von Anbeginn? so wollen wir es anerkennen, und von ehedem? so wollen wir sagen.}: Es ist recht! Ja, da war keiner, der es verkündete, ja, keiner, der es hören liess, ja, keiner, der eure Worte gehört hätte.27 Als Erster habe ich zu Zion gesagt: Siehe, siehe, da ist es {Eig. da sind sie (die Dinge, Ereignisse).}! Und Jerusalem will ich einen Freudenboten geben!28 Und ich sah hin: und da war niemand, und unter diesen war kein Bescheidgeber, dass ich sie hätte fragen können, und sie mir Antwort gegeben hätten.29 Siehe, sie allesamt - Eitelkeit, Nichtigkeit sind ihre Machwerke, Wind und Leere {Eig. Öde.} ihre gegossenen Bilder.

Kapitel 42

1 Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird den Nationen das Recht kundtun {Eig. das Recht hinausbringen zu den Nationen.}.2 Er wird nicht schreien und nicht rufen {Eig. erheben, (seine Stimme).}, noch seine Stimme hören lassen auf der Strasse.3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen; er wird der Wahrheit gemäss das Recht kundtun {Eig. hervorgehen lassen.}.4 Er wird nicht ermatten noch niedersinken {Eig. nicht verglimmen noch knicken.}, bis er das Recht auf Erden gegründet hat; und die Inseln werden auf seine Lehre harren. -5 So spricht Gott {Eig. der Gott (El).}, Jahwe, der die Himmel schuf und sie ausspannte, der die Erde ausbreitete mit ihren Gewächsen, dem Volke auf ihr den Odem gab {O. gibt.}, und den Lebenshauch denen, die darauf wandeln:6 Ich, Jahwe, ich habe dich gerufen in Gerechtigkeit und ergriff dich bei der Hand; und ich werde dich behüten und dich setzen zum Bunde des Volkes {Vergl. Kap. 49,8.}, zum Licht der Nationen:7 um blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen, und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen. - {Eig. die Bewohner der Finsternis.}8 Ich bin Jahwe, das ist mein Name; und meine Ehre gebe ich keinem anderen, noch meinen Ruhm den geschnitzten Bildern.9 Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich; ehe es hervorsprosst, lasse ich es euch hören.10 Singet Jahwe ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der Erde: die ihr das Meer befahret, und alles, was es erfüllt, ihr Inseln und ihre Bewohner!11 Es mögen ihre Stimme erheben die Steppe und ihre Städte, die Dörfer, welche Kedar {S. die Anm. zu Hes. 27,21.} bewohnt; jubeln mögen die Bewohner von Sela {d.i. der felsigen Gegend.}, jauchzen vom Gipfel der Berge her!12 Man möge Jahwe Ehre geben und seinen Ruhm verkündigen auf den Inseln.13 Jahwe wird ausziehen wie ein Held, wie ein Kriegsmann den Eifer anfachen; er wird einen Schlachtruf, ja, ein gellendes Kriegsgeschrei erheben, sich als Held beweisen gegen seine Feinde.14 Von lange her {Eig. Ewig lang.} habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Gleich einer Gebärenden will ich tief aufatmen, schnauben und schnaufen zumal.15 Ich will Berge und Hügel öde machen und all ihr Kraut vertrocknen lassen; und ich will Ströme zu Inseln machen; und Seen trocken legen.16 Und ich will die Blinden auf einem Wege führen, den sie nicht kennen; auf Steigen, die sie nicht kennen, will ich sie schreiten lassen; die Finsternis vor ihnen will ich zum Lichte machen, und das Höckerichte zur Ebene. Das sind die Dinge, die ich tun und nicht unterlassen werde.17 Die auf das geschnitzte Bild vertrauen, die zu dem gegossenen Bilde sagen: Du bist unser Gott! werden zurückweichen, werden gänzlich beschämt werden.18 Höret, ihr Tauben! und ihr Blinden, schauet her, um zu sehen!19 Wer ist blind, als nur mein Knecht? und taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie der Vertraute, und blind wie der Knecht Jahwes?20 Du hast vieles gesehen, aber du beachtest es nicht; bei offenen Ohren hört er nicht.21 Jahwe gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz gross und herrlich zu machen {And. üb.: Jahwe hatte Gefallen an ihm um seiner Gerechtigkeit willen; er machte das Gesetz gross usw..}.22 Und doch ist es ein beraubtes und ausgeplündertes Volk; sie sind in Löchern gefesselt und allesamt in Kerkern versteckt; sie sind zur Beute geworden, und kein Erretter ist da, zur Plünderung, und niemand spricht: Gib wieder heraus!23 Wer unter euch will dieses zu Ohren nehmen, will aufmerken und in Zukunft hören?24 Wer hat Jakob der Plünderung hingegeben und Israel den Räubern? Nicht Jahwe, gegen den wir gesündigt haben? Und sie wollten nicht auf seinen Wegen wandeln, und hörten nicht auf sein Gesetz.25 Da hat er die Glut seines Zornes {O. in Glut seinen Zorn; wie Kap. 66,15.} und die Gewalt des Krieges über ihn ausgegossen; und diese hat ihn ringsum angezündet, aber er ist nicht zur Erkenntnis gekommen; und sie hat ihn in Brand gesteckt, aber er nahm es nicht zu Herzen.

Kapitel 43

1 Und nun, so spricht Jahwe, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.2 Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen.3 Denn ich bin Jahwe, dein Gott, ich, der Heilige Israels, dein Heiland {O. Retter, Helfer.}; ich gebe als dein Lösegeld Ägypten hin, Äthiopien und Seba {Nubien.} an deiner Statt.4 Weil du teuer, wertvoll bist in meinen Augen, und ich dich lieb habe, so werde ich Menschen hingeben an deiner Statt und Völkerschaften anstatt deines Lebens.5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; vom Aufgang her werde ich deinen Samen bringen, und vom Niedergang her werde ich dich sammeln.6 Ich werde zum Norden sagen: Gib heraus! und zum Süden: Halte nicht zurück, bringe meine Söhne von fernher und meine Töchter vom Ende der Erde,7 einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist, und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe!8 Führe heraus das blinde Volk, das doch Augen hat, und die Tauben, die doch Ohren haben!9 Alle Nationen mögen sich miteinander versammeln, und die Völkerschaften zusammenkommen! Wer unter ihnen kann solches verkünden? so mögen sie uns Früheres {d.h. früher Geweissagtes, welches in Erfüllung gegangen ist.} hören lassen! mögen sie ihre Zeugen stellen und gerechtfertigt werden, dass man es höre und sage: Es ist wahr!10 Ihr seid meine Zeugen, spricht Jahwe, und mein Knecht, den ich erwählt habe: damit ihr erkennet und mir glaubet und einsehet, dass ich derselbe bin {S. die Anm. zu Ps. 102,27; vergl. auch Kap. 41,4.}. Vor mir ward kein Gott {El.} gebildet, und nach mir wird keiner sein.11 Ich, ich bin Jahwe, und ausser mir ist kein Heiland {O. Retter, Helfer.}.12 Ich habe verkündigt und gerettet und vernehmen lassen, und kein fremder Gott war unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht Jahwe, und ich bin Gott {El.}.13 Ja, von jeher {O. Auch von heute ab.} bin ich derselbe {S. die Anm zu Ps. 102,27; vergl. auch Kap. 41,4.}; und da ist niemand, der aus meiner Hand errette. Ich wirke, und wer kann es abwenden {O. rückgängig machen.}?14 So spricht Jahwe, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel gesandt; und ich werde sie alle als Flüchtlinge hinabtreiben, und auch die Chaldäer, auf den Schiffen ihres Jubels {d.h. auf den Schiffen, die ihren Stolz ausmachen.}.15 Ich, Jahwe, bin euer Heiliger, ich, der Schöpfer Israels, euer König. -16 So spricht Jahwe, der einen Weg gibt im Meere, und einen Pfad in mächtigen Wassern;17 der ausziehen lässt Wagen und Ross, Heer und Held - zusammen liegen sie da, stehen nicht wieder auf; sie sind erloschen, verglommen wie ein Docht: -18 Gedenket nicht des Früheren, und über die Dinge der Vorzeit sinnet nicht nach!19 Siehe, ich wirke Neues; jetzt sprosst es auf; werdet ihr es nicht erfahren? Ja, ich mache durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde.20 Das Getier des Feldes wird mich preisen {Eig. mir Ehre geben.}, Schakale und Strausse; denn ich werde Wasser geben in der Wüste, Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken, mein auserwähltes.21 Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen. -22 Doch nicht mich hast du angerufen, Jakob, dass du dich um mich gemüht hättest, Israel {And. üb.: denn du bist meiner müde geworden, Israel.}!23 Du hast mir die Schafe deiner Brandopfer nicht gebracht, und mit deinen Schlachtopfern hast du mich nicht geehrt; ich habe dir nicht mit Speisopfern zu schaffen gemacht {Eig. dich nicht mit... geknechtet; so auch nachher.}, noch mit Weihrauch dich ermüdet;24 du hast mir nicht um Geld Würzrohr gekauft, noch mit dem Fette deiner Schlachtopfer mich gelabt. Aber du hast mir zu schaffen gemacht mit deinen Sünden, du hast mich ermüdet mit deinen Missetaten.25 Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen; und deiner Sünden will ich nicht mehr gedenken. -26 Rufe mir ins Gedächtnis, wir wollen rechten miteinander; erzähle doch, damit du gerechtfertigt werdest!27 Dein erster Vater hat gesündigt, und deine Mittler {Eig. Dolmetscher, Ausleger (d.h. die Priester und die Propheten).} sind von mir abgefallen.28 Und ich habe die Fürsten des Heiligtums entweiht, und Jakob dem Banne {S. die Anm. zu Kap. 34,5.} und Israel den Schmähungen hingegeben.

Kapitel 44

1 Und nun höre, Jakob, mein Knecht, und du, Israel, den ich erwählt habe.2 So spricht Jahwe, der dich gemacht und von Mutterleibe an dich gebildet hat, der dir hilft: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun {S. die Anm. zu 5. Mose 32,15.}, den ich erwählt habe.3 Denn ich werde Wasser giessen auf das Durstige, und Bäche auf das Trockene; ich werde meinen Geist ausgiessen auf deinen Samen, und meinen Segen auf deine Sprösslinge.4 Und sie werden aufsprossen zwischen dem Grase wie Weiden an Wasserbächen.5 Dieser wird sagen: Ich bin Jahwes; und der wird den Namen Jakobs ausrufen {d.h. als den, zu welchem er sich hält.}; und jener wird mit seiner Hand schreiben: Ich bin Jahwes, und wird den Namen Israels ehrend nennen {Eig. wird Israel einen Ehrennamen geben.}.6 So spricht Jahwe, der König Israels und sein Erlöser, Jahwe der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und ausser mir ist kein Gott.7 Und wer ruft aus {d.h. verkündet.} wie ich, so verkünde er es und lege es mir vor! - seitdem ich das Volk der Urzeit eingesetzt habe? Und das Zukünftige und was da kommen wird, mögen sie {nämlich die Götzen.} verkünden!8 Erschrecket nicht und zittert nicht! Habe ich es nicht von längsther dich hören lassen und dir verkündet? und ihr seid meine Zeugen. Gibt es einen Gott {Eloah.} ausser mir? und es gibt keinen Fels, ich weiss keinen.9 Die Bildner geschnitzter Bilder sind allesamt nichtig {Eig. eine Öde.}, und ihre Lieblinge nützen nichts; und die für sie {d.h. für die Götzen.} zeugen, sehen nicht und haben keine Erkenntnis, damit sie beschämt werden.10 Wer hat einen Gott gebildet und ein Bild gegossen, dass es nichts nütze?11 Siehe, alle seine Genossen {Eig. die mit ihm (dem Götzen) verbunden sind; vergl. Hos. 4,17.} werden beschämt werden; und die Künstler sind ja nur Menschen. Mögen sie sich alle versammeln, hintreten: erschrecken sollen sie, beschämt werden allzumal!12 Der Eisenschmied hat ein Werkzeug und arbeitet bei Kohlenglut, und er gestaltet es {das Götzenbild.} mit Hämmern und verarbeitet es mit seinem kräftigen Arm. Er wird auch hungrig und kraftlos; er hat kein Wasser getrunken und ermattet.13 Der Holzschnitzler spannt die Schnur, zeichnet es ab mit dem Stifte, führt es aus mit den Hobeln und zeichnet es ab mit dem Zirkel; und er macht es wie das Bildnis eines Mannes, wie die Schönheit eines Menschen, damit es in einem Hause wohne.14 Man haut sich Zedern ab, oder nimmt eine Steineiche oder eine Eiche, und wählt sich aus unter den Bäumen des Waldes; man pflanzt eine Fichte, und der Regen macht sie wachsen.15 Und es dient dem Menschen zur Feuerung, und er nimmt davon und wärmt sich; auch heizt er und bäckt Brot; auch verarbeitet er es zu einem Gott {El.} und wirft sich davor nieder, macht ein Götzenbild daraus und betet es an.16 Die Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt; bei der Hälfte davon isst er Fleisch, brät einen Braten und sättigt sich; auch wärmt er sich und spricht: Ha! mir wird's warm, ich spüre Feuer.17 Und das Übrige davon macht er zu einem Gott, zu seinem Götzenbilde; er betet es an und wirft sich nieder, und er betet zu ihm und spricht: Errette mich, denn du bist mein Gott!18 Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht; denn er hat ihre Augen verklebt {O. denn ihre Augen sind verklebt.}, dass sie nicht sehen, und ihre Herzen, dass sie nicht verstehen.19 Und man nimmt es nicht zu Herzen, und da ist keine Erkenntnis und keine Einsicht, dass man sagte: Die Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, und auch habe ich auf seinen Kohlen Brot gebacken, Fleisch gebraten, und habe gegessen; und den Rest davon sollte ich zu einem Greuel machen, ich sollte ein Stück Holz anbeten?20 Wer der Asche nachgeht - ein betörtes Herz hat ihn irregeführt, so dass er seine Seele nicht errettet und sagt: Ist nicht Lüge in meiner Rechten?21 Gedenke dessen, Jakob und Israel! denn du bist mein Knecht. Ich habe dich gebildet, du bist mein Knecht; Israel, du wirst nicht von mir vergessen werden.22 Ich habe deine Übertretungen getilgt wie einen Nebel, und wie eine Wolke deine Sünden. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst!23 Jubelt, ihr Himmel! denn Jahwe hat es vollführt; jauchzet, ihr Tiefen der Erde! brechet in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und jeder Baum darin! Denn Jahwe hat Jakob erlöst, und an Israel verherrlicht er sich.24 So spricht Jahwe, dein Erlöser und der von Mutterleibe an dich gebildet hat: Ich, Jahwe, bin es, der alles wirkt, der die Himmel ausspannte, ich allein, die Erde ausbreitete durch mich selbst {Eig. von mir aus.};25 der die Wunderzeichen der Lügner vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht; der die Weisen zurückdrängt und ihr Wissen zur Torheit macht;26 der das Wort seines Knechtes bestätigt und den Bescheid {Eig. was sie bestimmt haben.} seiner Boten vollführt; der von Jerusalem spricht: Es soll bewohnt werden! und von den Städten Judas: Sie sollen aufgebaut werden, und ich will seine Trümmer wieder aufrichten!27 der zu der Flut spricht: Versiege, und ich will deine Ströme {O. Strömungen.} austrocknen!28 Der von Kores {Cyrus.} spricht: Mein Hirt, und der all mein Wohlgefallen {O. meinen Willen.} vollführt, indem er {Eig. und zwar indem er.} von Jerusalem sprechen wird: Es werde aufgebaut! und vom Tempel: Er werde gegründet!

Kapitel 45

1 So spricht Jahwe zu seinem Gesalbten, zu Kores, dessen Rechte ich ergriffen habe, um Nationen vor ihm niederzuwerfen, und damit ich die Lenden der Könige entgürte, um Pforten vor ihm aufzutun, und damit Tore nicht verschlossen bleiben.2 Ich, ich werde vor dir herziehen und werde das Höckerichte eben machen; eherne Pforten werde ich zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen;3 und ich werde dir verborgene Schätze {W. Schätze der Finsternis.} und versteckte Reichtümer {Eig. Kostbarkeiten.} geben, auf dass du wissest, dass ich Jahwe bin, der dich bei deinem Namen gerufen hat, der Gott Israels.4 Um Jakobs, meines Knechtes, und Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen, ich gab dir einen Beinamen {in dem Sinne von: Ehrennamen.}, und du kanntest mich nicht;5 ich bin Jahwe, und sonst ist keiner, ausser mir ist kein Gott; ich gürtete dich, und du kanntest mich nicht: -6 auf dass man wisse vom Aufgang der Sonne und von ihrem Niedergang her, dass ausser mir gar keiner ist. Ich bin Jahwe, und sonst ist keiner!7 Der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, den Frieden {O. die Wohlfahrt.} mache und das Unglück schaffe; ich, Jahwe, bin es, der dieses alles wirkt.8 Träufelt, ihr Himmel droben, und Gerechtigkeit mögen rieseln die Wolken! Die Erde tue sich auf, und es sprosse Heil, und sie lasse Gerechtigkeit hervorwachsen zugleich! Ich, Jahwe, habe es geschaffen.9 Wehe dem, der mit seinem Bildner rechtet - ein Tongefäss unter irdenen Tongefässen! Darf wohl der Ton zu seinem Bildner sagen: Was machst du? und dein Werk von dir: Er hat keine Hände?10 Wehe dem, der zum Vater spricht: Warum zeugst du? und zum Weibe: Warum gebierst du?11 So spricht Jahwe, der Heilige Israels und der es gebildet hat: Über das Zukünftige fraget mich; meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein!12 Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen; meine Hände haben die Himmel ausgespannt, und all ihr Heer habe ich bestellt.13 Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege werde ich ebnen; er wird meine Stadt bauen und meine Weggeführten entlassen, nicht um Kaufgeld und nicht um ein Geschenk, spricht Jahwe der Heerscharen.14 So spricht Jahwe: Der Reichtum {Eig. Das Erarbeitete.} Ägyptens und der Erwerb Äthiopiens und die Sabäer, Männer von hohem Wuchse, werden zu dir übergehen {O. an dir vorbeiziehen (als Gefangene).} und dir gehören; sie werden dir nachfolgen, in Fesseln werden sie zu dir übergehen {O. an dir vorbeiziehen (als Gefangene).}; und sie werden sich vor dir niederwerfen, werden zu dir flehen: Fürwahr, Gott {El.} ist in dir; und sonst ist kein, gar kein Gott! -15 Wahrlich, du bist ein Gott {El.}, der sich verborgen hält, du Gott Israels, du Heiland! - {O. Retter, Helfer.}16 Sie alle werden beschämt {Eig. sind beschämt worden usw..} und auch zu Schanden, sie gehen insgesamt mit Schande dahin, die Götzenmacher {Eig. die Künstler von Götzengestalten.}.17 Israel wird gerettet durch Jahwe mit ewiger Rettung; ihr werdet nicht beschämt und nicht zu Schanden werden in alle Ewigkeiten.18 Denn so spricht Jahwe, der die Himmel geschaffen (er ist Gott) {Eig. der Gott.}, der die Erde gebildet und sie gemacht hat (er hat sie bereitet) {O. festgestellt.}; nicht als eine Öde {O. nicht wüst; dasselbe Wort wie 1. Mose 1,2.} hat er sie geschaffen; um bewohnt zu werden, hat er sie gebildet): Ich bin Jahwe, und sonst ist keiner!19 Nicht im verborgenen habe ich geredet, an einem Orte des Landes der Finsternis; ich sprach nicht zu dem Samen Jakobs: Suchet mich vergeblich. Ich bin Jahwe, der Gerechtigkeit redet, Aufrichtiges verkündet.20 Versammelt euch und kommet, nähert euch insgesamt, ihr Entronnenen der Nationen! Es haben keine Erkenntnis, die das Holz ihres geschnitzten Bildes tragen und zu einem Gott {El.} flehen, der nicht retten kann.21 Tut kund und bringet herbei {Vergl. Kap. 41,21. 22.}; ja, beraten mögen sie sich miteinander! Wer hat dieses von alters her hören lassen, vorlängst es verkündet? Nicht ich, Jahwe? und es ist sonst kein Gott ausser mir; ein gerechter und rettender Gott {El.} ist keiner ausser mir!22 Wendet euch zu mir und werdet gerettet, alle ihr Enden der Erde! denn ich bin Gott {El.}, und keiner sonst.23 Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen {O. aus dem Munde der Gerechtigkeit ist ein Wort hervorgegangen.}, und es wird nicht rückgängig werden, dass jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird.24 Nur in Jahwe, wird man von mir sagen, ist Gerechtigkeit {Eig. sind Gerechtigkeiten, d.h. Fülle von Gerechtigkeit.} und Stärke. Zu ihm wird man kommen, und es werden beschämt werden alle, die wider ihn entbrannt waren.25 In Jahwe wird gerechtfertigt werden und sich rühmen aller Same Israels.

Kapitel 46

1 Bel krümmt sich, Nebo {Bel und Nebo waren die Hauptgottheiten von Babel.} sinkt zusammen; ihre Bilder sind dem Saumtiere und dem Lastvieh zuteil geworden; eure Tragbilder {welche feierlich umhergetragen wurden; vergl. Kap 45,20; Jer. 10,5; Amos 5,26.} sind aufgeladen, eine Last für das ermüdete Vieh.2 Sie sind zusammengesunken, haben sich gekrümmt allzumal und haben die Last nicht retten können; und sie selbst sind in die Gefangenschaft gezogen.3 Höret auf mich, Haus Jakob und aller Überrest des Hauses Israel, die ihr von Mutterleibe an aufgeladen, von Mutterschosse an getragen worden seid!4 Und bis in euer Greisenalter bin ich derselbe {S. die Anm. zu Ps. 102,27.}, und bis zu eurem grauen Haare werde ich euch tragen; ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten.5 Wem wollt ihr mich vergleichen und gleichstellen und mich ähnlich machen, dass wir gleich seien? -6 Sie, die Gold aus dem Beutel schütten und Silber mit der Waage darwägen, dingen einen Schmelzer, dass er einen Gott {El.} daraus mache; sie beten an, ja, sie werfen sich nieder.7 Sie heben ihn auf, tragen ihn auf der Schulter und lassen ihn nieder auf seine Stelle, und er steht da: von seinem Orte weicht er nicht. Auch schreit man zu ihm, aber er antwortet nicht: niemand rettet er aus seiner Not. -8 Gedenket dessen und werdet fest, nehmet es zu Herzen, ihr Abtrünnigen!9 Gedenket des Anfänglichen von der Urzeit her, dass ich Gott {El.} bin, und sonst ist keiner, dass ich Gott bin und gar keiner wie ich;10 der ich von Anfang an das Ende verkünde, und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun {O. all meinen Willen werde ich vollführen.};11 der ich einen Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Lande den Mann meines Ratschlusses. Ich habe geredet, und werde es auch kommen lassen; ich habe entworfen, und werde es auch ausführen. -12 Höret auf mich, ihr Trotzigen {W. Starkherzigen.}, die ihr fern seid von Gerechtigkeit!13 Ich habe meine Gerechtigkeit nahe gebracht, sie ist nicht fern, und mein Heil {O. meine Rettung.} zögert nicht; und ich gebe in Zion Heil, und Israel meine Herrlichkeit.

Kapitel 47

1 Steige herunter und setze dich in den Staub, Jungfrau, Tochter Babel! Setze dich hin zur Erde, ohne Thron, Tochter der Chaldäer! denn nicht mehr sollst du Weichliche und Verzärtelte genannt werden.2 Nimm die Mühle und mahle Mehl; schlage deinen Schleier zurück, ziehe die Schleppe herauf, entblösse die Schenkel, wate durch Ströme;3 aufgedeckt werde deine Blösse, ja, gesehen deine Schande! Ich werde Rache nehmen und Menschen nicht verschonen. - {Eig. und Menschen nicht entgegenkommen.}4 Unser Erlöser, Jahwe der Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels! -5 Sitze stumm und geh in die Finsternis, Tochter der Chaldäer! denn nicht mehr sollst du Herrin der Königreiche genannt werden.6 Ich war ergrimmt über mein Volk, ich entweihte mein Erbteil, und ich gab sie in deine Hand. Du hast ihnen kein Erbarmen erzeigt, auf den Greis legtest du schwer dein Joch;7 und du sprachst: In Ewigkeit werde ich Herrin sein! so dass du dir dieses nicht zu Herzen nahmst, das Ende davon nicht bedachtest.8 Und nun höre dieses, du Üppige, die in Sicherheit wohnt, die in ihrem Herzen spricht: Ich bin's und gar keine sonst! ich werde nicht als Witwe sitzen, noch Kinderlosigkeit kennen.9 Dieses beides wird über dich kommen in einem Augenblick, an einem Tage: Kinderlosigkeit und Witwentum; in vollstem Masse werden sie über dich kommen, trotz der Menge deiner Zaubereien, trotz der gewaltigen Zahl deiner Bannsprüche.10 Und du vertrautest auf deine Bosheit, du sprachst: Niemand sieht mich. Deine Weisheit und dein Wissen, das hat dich irregeführt; und du sprachst in deinem Herzen: Ich bin's, und gar keine sonst!11 Aber es kommt ein Unglück über dich, das du nicht wegzaubern kannst; und ein Verderben wird über dich herfallen, welches du nicht zu sühnen vermagst; und plötzlich wird eine Verwüstung über dich kommen, die du nicht ahnst. -12 Tritt doch auf mit deinen Bannsprüchen und mit der Menge deiner Zaubereien, worin du dich abgemüht hast von deiner Jugend an! vielleicht kannst du dir Nutzen schaffen, vielleicht wirst du Schrecken einflössen.13 Du bist müde geworden durch die Menge deiner Beratungen. Sie mögen doch auftreten und dich retten, die Himmelszerleger, die Sternebeschauer, welche jeden Neumond kundtun, was über dich kommen wird! ...14 Siehe, sie sind wie Stoppeln geworden, Feuer hat sie verbrannt! Vor der Gewalt der Flamme konnten sie ihr Leben nicht retten: es war keine Kohle, um sich zu wärmen, kein Feuer, um davor zu sitzen.15 Also sind dir geworden, für welche du dich abgemüht hast; deine Handelsgenossen von deiner Jugend an, sie irren umher, ein jeder nach seiner Richtung hin {d.h. seiner Heimat zu.}; niemand hilft dir.

Kapitel 48

1 Höret dieses, Haus Jakob! Die ihr mit dem Namen Israel genannt und aus den Wassern Judas hervorgegangen seid, die ihr schwöret bei dem Namen Jahwes und des Gottes Israels rühmend gedenket, doch nicht in Wahrheit und nicht in Gerechtigkeit;2 denn nach der heiligen Stadt nennen sie sich, und sie stützen sich {O. und nicht in Gerechtigkeit, wenn sie sich auch... nennen und sich stützen.} auf den Gott Israels, Jahwe der Heerscharen ist sein Name:3 Ich habe das Frühere vorlängst verkündet, und aus meinem Munde ist es hervorgegangen, und ich habe es hören lassen; plötzlich vollführte ich es, und es traf ein.4 Weil ich wusste, dass du hart bist, und dass dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirn von Erz ist,5 so habe ich es vorlängst dir verkündet, ehe es eintraf, habe ich es dich hören lassen; damit du nicht sagen möchtest: Mein Götze {Eig. Götzenbild.} hat es getan, und mein geschnitztes und mein gegossenes Bild hat es geboten.6 Du hast es gehört, betrachte es alles; und ihr, wollt ihr es nicht bekennen? Von nun an lasse ich dich Neues hören und Verborgengehaltenes und was du nicht gewusst hast.7 Jetzt ist es geschaffen und nicht vorlängst, und vor diesem Tage hast du nicht davon gehört; damit du nicht sagen möchtest: Siehe, ich habe es gewusst.8 Du hast es weder gehört noch gewusst, noch war von längsther dein Ohr geöffnet {Eig. offen.}; denn ich wusste, dass du gar treulos bist, und dass man dich von Mutterleibe an einen Übertreter {O. einen Abtrünnigen.} genannt hat.9 Um meines Namens willen verziehe ich meinen Zorn, und um meines Ruhmes willen bezwinge ich ihn, dir zu gut, um dich nicht auszurotten.10 Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht wie Silber; ich habe dich geprüft im Schmelzofen des Elends.11 Um meinetwillen, um meinetwillen will ich es tun; denn wie würde mein Name {W. er.} entweiht werden {Vergl. Hes. 36,19-24.}! und meine Ehre gebe ich keinem anderen.12 Höre auf mich, Jakob, und Israel, mein Berufener! Ich bin, der da ist {O. derselbe.}, ich der Erste, ich auch der Letzte.13 Auch hat meine Hand die Erde gegründet, und meine Rechte die Himmel ausgespannt; ich rufe ihnen zu: allesamt stehen sie da.14 Versammelt euch, ihr alle, und höret! Wer unter ihnen hat dieses verkündet? Den Jahwe liebt, der wird sein Wohlgefallen {O. seinen Willen.} vollführen an Babel und seinen Arm an den Chaldäern.15 Ich, ich habe geredet, ja, ich habe ihn gerufen; ich habe ihn kommen lassen, und sein Weg wird gelingen.16 Nahet euch zu mir, höret dieses! Ich habe vom Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es ward, bin ich da. - Und nun hat der Herr, Jahwe, mich gesandt und sein Geist. - {O. mit seinem Geiste.}17 So spricht Jahwe, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich lehrt {O. Ich, Jahwe, dein Gott lehre dich.}, zu tun, was dir frommt, der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst.18 O dass du gemerkt hättest auf meine Gebote! dann würde dein Friede gewesen sein wie ein Strom, und deine Gerechtigkeit wie des Meeres Wogen;19 und dein Same würde gewesen sein wie der Sand, und die Sprösslinge deines Leibes wie seine Körner; sein Name würde nicht ausgerottet und nicht vertilgt werden vor meinem Angesicht.20 Ziehet aus Babel, fliehet aus Chaldäa mit Jubelschall; verkündiget, lasst dieses hören, bringet es aus bis an das Ende der Erde! Sprechet: Jahwe hat seinen Knecht Jakob erlöst.21 Und sie dürsteten nicht, als er sie durch die Wüste führte; er liess ihnen Wasser rieseln aus dem Felsen, er spaltete den Felsen, und Wasser flossen heraus. -22 Kein Friede den Gesetzlosen! spricht Jahwe. -

Kapitel 49

1 Höret auf mich, ihr Inseln, und merket auf, ihr Völkerschaften in der Ferne! Jahwe hat mich berufen von Mutterleibe an, hat von meiner Mutter Schosse an meines Namens Erwähnung getan.2 Und er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, hat mich versteckt in dem Schatten seiner Hand; und er machte mich zu einem geglätteten Pfeile, hat mich verborgen in seinem Köcher.3 Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, an dem ich mich verherrlichen werde. -4 Ich aber sprach: Umsonst habe ich mich abgemüht, vergeblich und für nichts meine Kraft verzehrt; doch mein Recht ist bei Jahwe und mein Lohn bei meinem Gott. -5 Und nun spricht Jahwe, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knechte gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen, und Israel ist nicht gesammelt worden; aber {O. nach and. Les.: und damit Israel zu ihm gesammelt werde - und usw..} ich bin geehrt in den Augen Jahwes, und mein Gott ist meine Stärke geworden -6 ja, er spricht: Es ist zu gering, dass du mein Knecht seiest, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten von Israel zurückzubringen; ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt {O. und ich werde dich... setzen.}, um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde.7 So spricht Jahwe, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem von jedermann {Eig. von jeder Seele.} Verachteten {And. üb.: zu dem, der nicht wertgeachtet war, zu leben.}, zu dem Abscheu der Nation, zu dem Knechte der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, Fürsten, und sie werden sich niederwerfen, um Jahwes willen, der treu ist, des Heiligen Israels, der dich {O. dass er dich.} erwählt hat.8 So spricht Jahwe: Zur Zeit der Annehmung {O. der Huld; eig. der Betätigung des Wohlgefallens.} habe ich dich erhört, und am Tage des Heils habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich setzen zum Bunde des Volkes {Vergl. Kap. 42,6.}, um das Land aufzurichten, um die verwüsteten Erbteile auszuteilen,9 um den Gefangenen zu sagen: Gehet hinaus! zu denen, die in Finsternis sind: Kommet ans Licht! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein;10 sie werden nicht hungern und nicht dürsten, und weder Kimmung noch Sonne wird sie treffen {d.h. weder die Kimmung (s. die Anm. zu Kap. 35,7) wird sie täuschen, noch die Sonne stechen.}. Denn ihr Erbarmer wird sie führen und wird sie leiten an Wasserquellen.11 Und alle meine Berge will ich zum Wege machen, und meine Strassen {S. die Anm. zu Kap. 19,23.} werden erhöht werden.12 Siehe, diese werden von fernher kommen, und siehe, diese von Norden und von Westen, und diese aus dem Lande der Sinim {d.h. vielleicht der Sinesen oder Chinesen.}.13 Jubelt, ihr Himmel, und frohlocke, du Erde; und ihr Berge, brechet in Jubel aus! denn Jahwe hat sein Volk getröstet, und seiner Elenden erbarmt er sich.14 Und Zion sprach: Jahwe hat mich verlassen, und der Herr hat meiner vergessen.15 Könnte auch ein Weib ihres Säuglings vergessen, dass sie sich nicht erbarmte über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde deiner nicht vergessen.16 Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet; deine Mauern sind beständig vor mir.17 Deine Kinder eilen herbei, deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen aus dir hinweg.18 Erhebe ringsum deine Augen und sieh: sie alle versammeln sich, kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht Jahwe, du wirst sie alle wie ein Geschmeide anlegen und dich damit gürten wie eine Braut.19 Denn deine Trümmer und deine Wüsten und dein zerstörtes Land - ja, nun wirst du zu enge werden für die Bewohner; und deine Verschlinger werden fern sein.20 Die Kinder deiner Kinderlosigkeit {Eig. deiner Kinderberaubung.} werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng; mache mir Platz, dass ich wohnen möge.21 Und du wirst in deinem Herzen sprechen: Wer hat mir diese geboren, da ich doch der Kinder beraubt und unfruchtbar war, verbannt und umherirrend {Eig. fernweggegangen.}? Und diese, wer hat sie grossgezogen? Siehe, ich war ja allein übriggeblieben; diese, wo waren sie?22 So spricht der Herr, Jahwe: Siehe, ich werde meine Hand zu den Nationen hin erheben, und zu den Völkern hin mein Panier aufrichten; und sie werden deine Söhne im Busen bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden.23 Und Könige werden deine Wärter sein, und ihre Fürstinnen deine Ammen; sie werden sich vor dir niederwerfen mit dem Antlitz zur Erde, und den Staub deiner Füsse lecken. Und du wirst erkennen {O. erfahren.}, dass ich Jahwe bin: die auf mich harren, werden nicht beschämt werden {Eig. dass ich Jahwe bin, ich, dessen Hoffer nicht beschämt werden.}.24 Sollte wohl einem Helden die Beute entrissen werden? oder sollen rechtmässig Gefangene entrinnen?25 Ja, so spricht Jahwe: Auch die Gefangenen des Helden werden ihm entrissen werden, und die Beute des Gewaltigen wird entrinnen. Und ich werde den befehden, der dich befehdet; und ich werde deine Kinder retten.26 Und ich werde deine Bedrücker speisen mit ihrem eigenen Fleische, und von ihrem Blute sollen sie trunken werden wie von Most. Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, Jahwe, dein Heiland {O. Retter, Helfer.} bin, und ich, der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.

Kapitel 50

1 So spricht Jahwe: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entliess? oder welchem von meinen Gläubigern habe ich euch verkauft? Siehe, um eurer Missetaten willen seid ihr verkauft, und um eurer Übertretungen willen ist eure Mutter entlassen.2 Warum bin ich gekommen, und kein Mensch war da? habe gerufen, und niemand antwortete? Ist meine Hand etwa zu kurz zur Erlösung? oder ist in mir keine Kraft, um zu erretten? Siehe, durch mein Schelten trockne ich das Meer aus, mache Ströme zu einer Wüste: es stinken ihre Fische, weil kein Wasser da ist, und sie sterben vor Durst.3 Ich kleide die Himmel in Schwarz und mache Sacktuch zu ihrer Decke. -4 Der Herr, Jahwe, hat mir eine Zunge der Belehrten {d.h. solcher, welche, durch eine göttliche Offenbarung unterwiesen, belehrt werden; dasselbe Wort wie "gelehrt" (Kap. 54,13) und "Jünger" (Kap. 8,16.} gegeben, damit ich wisse, den Müden durch ein Wort aufzurichten {Eig. dem Müden durch ein Wort beizustehen.}. Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre gleich solchen, die belehrt werden.5 Der Herr, Jahwe, hat mir das Ohr geöffnet, und ich, ich bin nicht widerspenstig gewesen, bin nicht zurückgewichen.6 Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach {Eig. Beschimpfungen.} und Speichel.7 Aber der Herr, Jahwe, hilft mir; darum bin ich nicht zu Schanden geworden, darum machte ich mein Angesicht wie einen Kieselstein, und wusste, dass ich nicht würde beschämt werden.8 Nahe ist der mich rechtfertigt: Wer will mit mir rechten? lasst uns zusammen hintreten! Wer hat eine Rechtssache wider mich? er trete her zu mir!9 Siehe, der Herr, Jahwe, wird mir helfen: wer ist es, der mich für schuldig erklären könnte? Siehe, allesamt werden sie zerfallen wie ein Kleid, die Motte wird sie fressen.10 Wer unter euch fürchtet Jahwe? wer hört auf die Stimme seines Knechtes? Wer in Finsternis wandelt und welchem kein Licht glänzt, vertraue auf den Namen Jahwes und stütze sich auf seinen Gott.11 Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer anzündet, mit Brandpfeilen euch rüstet: hinweg in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angesteckt habt! Solches geschieht euch von meiner Hand; in Herzeleid sollt ihr daliegen.

Kapitel 51

1 Höret auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjaget, die ihr Jahwe suchet! Blicket hin auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf die Höhlung der Grube, aus welcher ihr gegraben seid.2 Blicket hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat; denn ich rief ihn, den einen {Eig. als einen od. als einzelnen; vergl. Hes. 33,24.}, und ich segnete ihn und mehrte ihn.3 Denn Jahwe tröstet Zion, tröstet alle ihre Trümmer; und er macht ihre Wüste gleich Eden, und ihre Steppe gleich dem Garten Jahwes. Wonne und Freude werden darin gefunden werden, Danklied und Stimme des Gesanges.4 Merket auf mich, mein Volk, und meine Nation {Anderswo mit "Völkerschaft." übersetzt.}, horchet auf mich! denn ein Gesetz {O. denn Lehre, Unterweisung; wie Kap. 42,4.} wird von mir ausgehen, und mein Recht werde ich aufstellen zum Lichte der Völker.5 Nahe ist meine Gerechtigkeit, mein Heil ist ausgezogen, und meine Arme werden die Völker richten. Auf mich werden die Inseln hoffen, und sie werden harren auf meinen Arm.6 Hebet eure Augen auf gen Himmel und blicket auf die Erde unten! denn die Himmel werden zergehen wie Rauch, und die Erde wird zerfallen wie ein Kleid, und ihre Bewohner werden dahinsterben {Eig. sterben wie das! d.h. wie etwas durchaus Wertloses, Nichtiges.}. Aber mein Heil wird in Ewigkeit sein, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerschmettert werden.7 Höret auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennet, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist: Fürchtet nicht der Menschen Hohn, und erschrecket nicht vor ihren Schmähungen!8 Denn wie ein Kleid wird sie verzehren die Motte, und wie Wolle sie verzehren die Schabe; aber meine Gerechtigkeit wird in Ewigkeit sein, und mein Heil durch alle Geschlechter hindurch.9 Wache auf, wache auf; kleide dich in Macht, du Arm Jahwes! Wache auf wie in den Tagen der Vorzeit, in den Geschlechtern vor alters! Bist du es nicht, der Rahab {Ungestüm, auch Wasserungeheuer (sinnbildlicher Name Ägyptens).} zerhauen, das Seeungeheuer {Vergl. Hes. 29,3.} durchbohrt hat?10 Bist du es nicht, der das Meer, die Wasser der grossen Flut, trocken gelegt, der die Tiefen des Meeres zu einem Wege gemacht hat, damit die Erlösten hindurchzögen?11 Und die Befreiten {Eig. die Losgekauften; vergl. Kapitel 35,10.} Jahwes werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; sie werden Wonne und Freude erlangen, Kummer und Seufzen werden entfliehen {O. entflohen sind Kummer und Seufzen.}.12 Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist du, dass du dich vor dem Menschen fürchtest, der hinstirbt, und vor dem Menschenkinde, welches wie Gras dahingegeben wird?13 und dass du Jahwe vergissest, der dich gemacht, der die Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat; und dich beständig, den ganzen Tag, vor dem Grimme des Bedrängers fürchtest {O. weil.}, wenn er sich rüstet {Eig. wenn er richtet (den Pfeil oder den Bogen.}, um zu verderben? Wo ist denn der Grimm des Bedrängers?14 Der in Fesseln Gekrümmte wird alsbald losgelassen werden und wird nicht hinsterben in die Grube, und sein Brot wird ihm nicht mangeln.15 Denn ich bin Jahwe, dein Gott, der das Meer erregt, und seine Wogen brausen; Jahwe der Heerscharen ist sein Name. -16 Und ich habe meine Worte in deinen Mund gelegt und dich bedeckt mit dem Schatten meiner Hand, um die Himmel aufzuschlagen {wie ein Zelt; and. üb.: zu pflanzen.} und die Erde zu gründen, und zu Zion zu sagen: Du bist mein Volk!17 Erwache, erwache; stehe auf, Jerusalem, die du aus der Hand Jahwes den Becher seines Grimmes getrunken! Den Kelchbecher des Taumels hast du getrunken, hast ihn ausgeschlürft.18 Da war niemand, der sie leitete, von allen Kindern, die sie geboren; und niemand, der sie bei der Hand nahm von allen Kindern, die sie grossgezogen.19 Zweierlei war es, was dir begegnete - wer sollte dir Beileid bezeigen?: - die Verheerung und die Zerschmetterung, und die Hungersnot und das Schwert. Wie könnte ich dich trösten?20 Deine Kinder sind ohnmächtig hingesunken, sie lagen an allen Strassenecken wie eine Antilope im Netze; sie waren voll {Eig. sie, die voll waren.} des Grimmes Jahwes, des Scheltens deines Gottes.21 Darum höre doch dieses, du Elende und Trunkene, aber nicht von Wein!22 So spricht Jahwe, dein Herr, und dein Gott, der die Rechtssache seines Volkes führt: Siehe, ich nehme aus deiner Hand den Taumelbecher, den Kelchbecher meines Grimmes; du wirst ihn hinfort nicht mehr trinken.23 Und ich gebe ihn in die Hand deiner Peiniger, die zu deiner Seele sprachen: Bücke dich, dass wir darüber hinschreiten! Und du machtest deinen Rücken der Erde gleich, und gleich einer Strasse für die darüber Schreitenden.

Kapitel 52

1 Wache auf, wache auf; kleide dich, Zion, in deine Macht! Kleide dich in deine Prachtgewänder, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn hinfort wird kein Unbeschnittener und kein Unreiner in dich eintreten.2 Schüttle den Staub von dir ab, stehe auf, setze dich hin, Jerusalem! mache dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion!3 Denn so spricht Jahwe: Umsonst seid ihr verkauft worden, und nicht um Geld sollt ihr gelöst werden.4 Denn so spricht der Herr, Jahwe: Nach Ägypten zog mein Volk im Anfang hinab, um sich daselbst aufzuhalten; und Assyrien hat es ohne Ursache bedrückt.5 Und nun, was habe ich hier zu schaffen? spricht Jahwe. Denn mein Volk ist umsonst hinweggenommen; seine Beherrscher jauchzen, spricht Jahwe, und beständig, den ganzen Tag, wird mein Name gelästert.6 Darum soll mein Volk meinen Namen kennen lernen, darum an jenem Tage erfahren, dass ich es bin, der da spricht: Hier bin ich!7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse dessen, der frohe Botschaft bringt, der Frieden verkündigt, der Botschaft des Guten {O. des Glückes.} bringt, der Heil verkündigt, der zu Zion spricht: Dein Gott herrscht als König!8 Stimme deiner Wächter {Eig. Späher.}! Sie erheben die Stimme, sie jauchzen insgesamt; denn Auge in Auge sehen sie, wie Jahwe Zion wiederbringt.9 Brechet in Jubel aus, jauchzet insgesamt, ihr Trümmer Jerusalems! denn Jahwe hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst.10 Jahwe hat seinen heiligen Arm entblösst vor den Augen aller Nationen, und alle Enden der Erde sehen die Rettung unseres Gottes. -11 Weichet, weichet, gehet von dannen hinaus, rühret nichts Unreines an! Gehet hinaus aus ihrer Mitte, reiniget euch, die ihr die Geräte Jahwes traget!12 Denn nicht in Hast sollt ihr ausziehen, und nicht in Flucht weggehen; denn Jahwe zieht vor euch her, und eure Nachhut ist der Gott Israels.13 Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln; er wird erhoben und erhöht werden und sehr hoch sein.14 Gleichwie sich viele über dich entsetzt haben, - so entstellt war sein Aussehen, mehr als irgend eines Mannes, und seine Gestalt, mehr als der Menschenkinder -15 ebenso wird er viele Nationen in Staunen setzen {Eig. vor Bewunderung aufbeben machen.}, über ihn werden Könige ihren Mund verschliessen. Denn sie werden sehen, was ihnen nicht erzählt worden war; und was sie nicht gehört hatten, werden sie wahrnehmen {Eig. denn sie sehen..., denn sie nehmen wahr, was usw..}.

Kapitel 53

Er. (Jesus) (53,1ff)

1 Wer hat unserer Verkündigung {O. der uns betreffenden Kunde.} geglaubt, und wem ist der Arm Jahwes offenbar geworden? - {Eig. enthüllt worden.}2 Und er ist wie ein Reis vor ihm aufgeschossen, und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich {Vergl. Kap. 11,1.}. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; und als wir ihn sahen, da hatte er kein Ansehen, dass wir seiner begehrt hätten {O. Gefallen an ihm gefunden hätten.}.3 Er war verachtet und verlassen von den Menschen {Eig. von den Männern, d.h. den Hochgestellten.}, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet.4 Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft {Eig. für einen von göttlicher Strafe Getroffenen.}, von Gott geschlagen und niedergebeugt;5 doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.6 Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jahwe hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit. -7 Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, gleich dem Lamme, welches zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. -8 Er ist hinweggenommen worden aus der Angst {Eig. aus der Bedrückung.} und aus dem Gericht. Und wer wird sein Geschlecht aussprechen? denn er wurde abgeschnitten aus dem Lande der Lebendigen: wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe {Eig. Schlag, Plage.} getroffen {Und wer von seinen Zeitgenossen bedachte es, dass er... abgeschnitten wurde, indem ihn Strafe traf wegen der Übertretung meines Volkes?.}.9 Und man hat sein Grab bei Gesetzlosen bestimmt; aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tode {Eig. seinem qualvollen Tode; vergl. die Anm. zu Hes. 28,8.}, weil er kein Unrecht begangen hat {O. (aber bei einem Reichen usw.), obwohl er kein Unrecht begangen hat.} und kein Trug in seinem Munde gewesen ist.10 Doch Jahwe gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen. Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen {O. der Wille.} Jahwes wird in seiner Hand gedeihen.11 Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen {O. den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, die Vielen gerecht machen.}, und ihre Missetaten wird er auf sich laden.12 Darum werde ich ihm die Grossen zuteil geben {Eig. Anteil geben an den Grossen.}, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern {O. den (die) Abtrünnigen.} beigezählt worden ist {O. sich beizählen liess.}; er aber {O. jedoch, hingegen.} hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter {O. den (die) Abtrünnigen.} Fürbitte getan.

Kapitel 54

1 Juble, du Unfruchtbare, die nicht geboren, brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gehabt hat! denn der Kinder der Vereinsamten sind mehr als der Kinder der Vermählten, spricht Jahwe.2 Mache weit den Raum deines Zeltes, und man spanne aus die Behänge deiner Wohnstätte {Eig. deiner Wohnstätten, d.h. deiner geräumigen Wohnung.}; wehre nicht {O. spare nicht.}! Mache deine Seile lang, und deine Pflöcke stecke fest!3 Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken; und dein Same wird die Nationen in Besitz nehmen, und wird die verödeten Städte bevölkern.4 Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden, und schäme dich nicht, denn du wirst nicht zu Schanden werden; sondern du wirst der Schmach deiner Jugend vergessen und der Schande deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken.5 Denn der dich gemacht hat, ist dein Mann, - Jahwe der Heerscharen ist sein Name - und der Heilige Israels ist dein Erlöser: er wird der Gott der ganzen Erde genannt werden.6 Denn wie ein verlassenes und im Geiste betrübtes Weib ruft dich Jahwe, und wie ein Weib der Jugend, wenn sie verstossen ist, spricht dein Gott.7 Einen kleinen Augenblick habe ich dich verlassen, aber mit grossem Erbarmen will ich dich sammeln {O. aufnehmen.};8 im Zorneserguss habe ich einen Augenblick mein Angesicht vor dir verborgen, aber mit ewiger Güte werde ich mich deiner erbarmen, spricht Jahwe, dein Erlöser.9 Denn dieses soll mir sein wie die Wasser Noahs, als ich schwur, dass die Wasser Noahs die Erde nicht mehr überfluten sollten; so habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich ergrimmen, noch dich schelten werde.10 Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Güte wird {O. wenn auch die Berge wichen..., so wird doch usw..} nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht Jahwe, dein Erbarmer.11 Du Elende, Sturmbewegte, Ungetröstete! siehe, ich lege deine Steine in Bleiglanz {Eig. Stibium, womit die orientalischen Frauen ihre Augenlider schwarz färbten, um den Glanz der Augen zu erhöhen; hier als Mörtel gedacht.} und gründe dich mit Saphiren;12 und ich mache deine Zinnen aus Rubinen und deine Tore von Karfunkeln und dein ganzes Gebiet von Edelsteinen.13 Und alle deine Kinder werden von Jahwe gelehrt, und der Friede deiner Kinder wird gross sein.14 Durch Gerechtigkeit wirst du befestigt werden. Sei fern von Angst, denn du hast dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er wird dir nicht nahen.15 Siehe, wenn man sich auch rottet, so ist es nicht von mir aus; wer sich wider dich rottet, der wird um deinetwillen fallen.16 Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der das Kohlenfeuer anbläst und die Waffe hervorbringt, seinem Handwerk gemäss; und ich habe den Verderber geschaffen, um zu zerstören.17 Keiner Waffe, die wider dich gebildet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht wider dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen {Eig. als schuldig erweisen.}. Das ist das Erbteil der Knechte Jahwes und ihre Gerechtigkeit von mir aus {O. mit veränderter Interpunktion: und ihre Gerechtigkeit ist aus mir.}, spricht Jahwe.

Kapitel 55

1 He! ihr Durstigen alle, kommet zu den Wassern; und die ihr kein Geld habt, kommet, kaufet ein und esset! Ja, kommet, kaufet ohne Geld und ohne Kaufpreis Wein und Milch!2 Warum wäget ihr Geld dar für das, was nicht Brot ist, und euren Erwerb für das, was nicht sättigt? Höret doch auf mich und esset das Gute, und eure Seele labe sich an Fettem!3 Neiget euer Ohr und kommet zu mir; höret, und eure Seele wird leben. Und ich will einen ewigen Bund mit euch schliessen: die gewissen {O. zuversichtlichen, unwandelbaren.} Gnaden Davids. -4 Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten und Gebieter von Völkerschaften.5 Siehe, du wirst eine Nation herbeirufen, die du nicht kanntest; und eine Nation, die dich nicht kannte, wird dir zulaufen, um Jahwes willen, deines Gottes, und wegen des Heiligen Israels; denn er hat dich herrlich gemacht.6 Suchet Jahwe, während er sich finden lässt; rufet ihn an, während er nahe ist.7 Der Gesetzlose verlasse seinen Weg und der Mann des Frevels seine Gedanken; und er kehre um zu Jahwe, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung.8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jahwe.9 Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.10 Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel herabfällt und nicht dahin zurückkehrt, er habe denn die Erde getränkt und befruchtet und sie sprossen gemacht, und dem Säemann Samen gegeben und Brot dem Essenden:11 also wird mein Wort sein, das aus meinem Munde hervorgeht; es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.12 Denn in Freuden werdet ihr ausziehen und in Frieden geleitet werden; die Berge und die Hügel werden vor euch in Jubel ausbrechen, und alle Bäume des Feldes werden in die Hände klatschen;13 statt der Dornsträucher werden Zypressen aufschiessen, und statt der Brennesseln werden Myrten aufschiessen. Und es wird Jahwe zum Ruhme {W. zum Namen.}, zu einem ewigen Denkzeichen sein, das nicht ausgerottet wird.

Kapitel 56

1 So spricht Jahwe: Wahret das Recht und übet Gerechtigkeit! Denn mein Heil steht im Begriff {W. ist nahe.} zu kommen, und meine Gerechtigkeit geoffenbart zu werden.2 Glückselig der Mensch, der dieses tut, und das Menschenkind, welches hieran festhält: Der den Sabbat hält, dass er ihn nicht entweihe, und seine Hand davor bewahrt, irgend etwas Böses zu tun!3 Und der Sohn der Fremde, der sich Jahwe angeschlossen hat, spreche nicht und sage: Jahwe wird mich sicherlich von seinem Volke ausschliessen; und der Verschnittene sage nicht: Siehe, ich bin ein dürrer Baum.4 Denn so spricht Jahwe: Den Verschnittenen, welche meine Sabbate halten und das erwählen, woran ich Gefallen habe, und festhalten an meinem Bunde,5 ihnen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern einen Platz {O. einen Anteil.} geben, und einen Namen, besser als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen werde ich ihnen {Eig. ihm, d.h. einem jeden von ihnen.} geben, der nicht ausgerottet werden soll.6 Und die Söhne der Fremde, die sich Jahwe angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen Jahwes zu lieben, ihm zu Knechten zu sein, einen jeden, der den Sabbat hält, dass er ihn nicht entweihe, und die da festhalten an meinem Bunde:7 die werde ich zu meinem heiligen Berge bringen und sie erfreuen in meinem Bethause; ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar. Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker.8 Es spricht der Herr, Jahwe, der die Vertriebenen Israels sammelt: Zu ihm, zu seinen Gesammelten, werde ich noch mehr hinzusammeln.9 Kommet her, um zu fressen, alle ihr Tiere des Feldes, alle ihr Tiere im Walde!10 Seine Wächter {Eig. Späher.} sind blind, sind alle ohne Erkenntnis; sie alle sind stumme Hunde, die nicht bellen können; sie träumen {Eig. phantasieren.}, liegen da, lieben den Schlummer.11 Und die Hunde sind gefrässig, kennen keine Sättigung; und das sind Hirten! Sie haben kein Verständnis {Eig. wissen nicht zu verstehen, d.h. sind unfähig ein verständiges Urteil zu fällen.}; sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, ein jeder von ihnen allen seinem Vorteil nach:12 "Kommet her, ich will Wein holen, und lasst uns starkes Getränk saufen; und der morgende Tag soll wie dieser sein, herrlich über alle Massen!"

Kapitel 57

1 Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es zu Herzen, und die Frommen werden hinweggerafft, ohne dass jemand es beachtet, dass der Gerechte vor dem Unglück hinweggerafft wird.2 Er geht ein zum Frieden; sie ruhen auf ihren Lagerstätten, ein jeder, der in Geradheit {Eig. gerade vor sich hin.} gewandelt hat.3 Und ihr, nahet hierher, Kinder der Zauberin, Same des Ehebrechers und der Hure!4 Über wen machet ihr euch lustig {Eig. empfindet ihr Wonne, d.h. Schadenfreude.}, über wen sperret ihr das Maul auf und strecket die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder des Abfalls, ein Same der Lüge,5 die ihr für die Götzen entbranntet unter {O. die ihr bei den Terebinthen entbranntet, unter usw..} jedem grünen Baume, die ihr Kinder in den Tälern schlachtetet unter den Klüften der Felsen?6 An den glatten Steinen {d.h. Steinblöcken.} des Talbaches war dein Teil; sie, sie waren dein Los; auch gossest du ihnen Trankopfer aus, opfertest ihnen Speisopfer. Sollte ich mich darüber trösten?7 Auf einem hohen und erhabenen Berge schlugest du dein Lager auf; auch stiegest du dort hinauf, um Schlachtopfer zu opfern.8 Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Gedächtnis {Vergl. 5. Mose 6,9.}. Denn von mir abgewendet {Eig. von mir hinweg.} decktest du auf und bestiegest, machtest breit dein Lager, und du bedingtest dir Lohn von ihnen aus; du liebtest ihr Beilager, schautest ihre Blösse.9 Und du zogest mit Öl zu dem König und machtest viel deiner wohlriechenden Salben; und du sandtest deine Boten in die Ferne und erniedrigtest dich bis zum Scheol.10 Durch die Weite deines Weges bist du müde geworden, doch du sprachst nicht: Es ist umsonst! Du gewannst neue Kraft {Eig. Wiederbelebung deiner Kraft.}, darum bist du nicht erschlafft.11 Und vor wem hast du dich gescheut und gefürchtet, dass du gelogen hast, und meiner nicht gedachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Habe ich nicht geschwiegen, und zwar seit langer Zeit {Eig. seit ewiglang.}? und mich fürchtest du nicht.12 Ich, ich werde deine Gerechtigkeit kundtun; und deine Machwerke, sie werden dir nichts nützen.13 Wenn du schreist, mögen dich deine Götzenhaufen erretten! Aber ein Wind wird sie allesamt entführen, ein Hauch sie hinwegnehmen. Wer aber zu mir seine Zuflucht nimmt, wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen.14 Und man wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn; bereitet {Eig. räumet auf, lichtet.} einen Weg, hebet aus dem Wege meines Volkes jeden Anstoss hinweg!15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt {O. bleibt.}, und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum, und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.16 Denn ich will nicht ewiglich rechten und nicht auf immerdar ergrimmt sein; denn der Geist würde vor mir verschmachten, und die Seelen {W. die Odem.}, die ich ja gemacht habe.17 Wegen der Missetat seiner Habsucht ergrimmte ich und schlug es, indem ich mich verbarg und ergrimmt war; und es wandelte abtrünnig auf dem Wege seines Herzens.18 Seine Wege habe ich gesehen und werde es heilen; und ich werde es leiten, und Tröstungen erstatten ihm und {O. und zwar.} seinen Trauernden.19 Die Frucht der Lippen schaffend, spricht Jahwe: Friede, Friede den Fernen und den Nahen {W. Gespross der Lippen schaffend, Friede... den Nahen, spricht Jahwe.}, und ich will es heilen. -20 Aber die Gesetzlosen sind wie das aufgewühlte Meer; denn es kann nicht ruhig sein, und seine Wasser wühlen Schlamm und Kot auf.21 Kein Friede den Gesetzlosen! spricht mein Gott. -

Kapitel 58

1 Rufe aus voller Kehle, halte nicht zurück! erhebe deine Stimme gleich einer Posaune, und tue meinem Volke seine Übertretung {Eig. ihren Abfall.} kund, und dem Hause Jakob seine Sünden!2 Und doch fragen sie nach mir Tag für Tag und begehren meine Wege zu kennen; gleich einer Nation, welche Gerechtigkeit übt und das Recht ihres Gottes nicht verlassen hat, fordern sie von mir Gerichte der Gerechtigkeit, begehren das Herannahen Gottes.3 "Warum haben wir gefastet, und du hast es nicht gesehen, unsere Seelen kasteit, und du hast es nicht gemerkt?" Siehe, am Tage eures Fastens geht ihr euren Geschäften nach und dränget alle eure Arbeiter {O. und fordert streng alle eure Arbeiten.}.4 Siehe, zu Hader und Zank fastet ihr, und um zu schlagen mit boshafter Faust. Heutzutage fastet ihr nicht, um eure Stimme hören zu lassen in der Höhe.5 Ist dergleichen ein Fasten, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an welchem der Mensch seine Seele kasteit? Seinen Kopf zu beugen wie ein Schilf, und Sacktuch und Asche unter sich zu betten, nennst du das ein Fasten und einen dem Jahwe wohlgefälligen Tag?6 Ist nicht dieses ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass man löse die Schlingen der Bosheit, dass man losmache die Knoten des Joches und gewalttätig Behandelte als Freie entlasse, und dass ihr jedes Joch zersprenget?7 Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen, und dass du verfolgte {O. umherirrende.} Elende ins Haus führst? wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und deinem Fleische dich nicht entziehst?8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird eilends sprossen; und deine Gerechtigkeit wird vor dir herziehen, die Herrlichkeit Jahwes wird deine Nachhut sein.9 Dann wirst du rufen, und Jahwe wird antworten; du wirst um Hilfe schreien, und er wird sagen: Hier bin ich! Wenn du das Joch, das Fingerausstrecken {d.h. das Fingerdeuten, als Verhöhnung; wie Spr. 6,13.} und unheilvolle Reden aus deiner Mitte hinwegtust,10 und deine Speise {W. Seele; od.: Gier, Hunger; d.h. also hier was den Hunger stillt.} dem Hungrigen darreichst und die niedergedrückte Seele sättigst: so wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.11 Und beständig wird Jahwe dich leiten, und er wird deine Seele sättigen in Zeiten {O. an Örtern.} der Dürre und deine Gebeine rüstig machen. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie ein Wasserquell, dessen Gewässer nicht trügen.12 Und die aus dir kommen, werden die uralten Trümmer aufbauen; die Grundmauern vergangener Geschlechter wirst du aufrichten; und du wirst genannt werden: Vermaurer der Lücken, Wiederhersteller bewohnbarer Strassen.13 Wenn du deinen Fuss vom Sabbat zurückhältst, dass du dein Geschäft nicht tust an meinem heiligen Tage, und den Sabbat ein Ergötzen und den heiligen Tag Jahwes ehrwürdig nennst; und wenn du ihn ehrst, so dass du nicht deine Wege verfolgst {Eig. tust.}, dein Geschäft treibst und eitle Worte redest:14 dann wirst du dich an Jahwe ergötzen, und ich werde dich einherfahren lassen auf den Höhen der Erde {Vergl. 5. Mose 32,13; 33,29.}, und werde dich speisen mit dem Erbteil Jakobs, deines Vaters; denn der Mund Jahwes hat geredet.

Kapitel 59

1 Siehe, die Hand Jahwes ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören;2 sondern eure Missetaten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht {Eig. das Angesicht; d.h. das Angesicht, welches alles sieht und überall gegenwärtig ist.} vor euch verhüllt, dass er nicht hört.3 Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Ungerechtigkeit; eure Lippen reden Lüge, eure Zunge spricht Unrecht.4 Niemand ruft Gerechtigkeit aus {And. üb.: ruft Gerechtigkeit an.}, und niemand rechtet in Treue; man vertraut auf Nichtigkeit und redet Falschheit; man ist schwanger mit Mühsal und gebiert Unheil.5 Basiliskeneier brüten sie aus, und sie weben Spinnengewebe: wer von ihren Eiern isst, muss sterben, und wird eines zertreten, so fährt eine Otter heraus;6 ihr Gewebe taugt nicht zur Bekleidung, und mit ihrem Gewirke kann man sich nicht bedecken. Ihre Werke sind Werke des Unheils, und Gewalttat {Eig. Verübung von Gewalttat.} ist in ihren Händen.7 Ihre Füsse laufen zum Bösen und eilen, unschuldiges Blut zu vergiessen; ihre Gedanken sind Gedanken des Unheils, Verwüstung und Zertrümmerung ist auf ihren Bahnen.8 Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht ist in ihren Geleisen; ihre Pfade machen sie krumm: Wer irgend sie betritt, kennt keinen Frieden.9 Darum ist das Recht fern von uns, und die Gerechtigkeit erreicht uns nicht. Wir harren auf Licht, und siehe, Finsternis; auf Helle, aber in dichtem Dunkel wandeln wir.10 Wie Blinde tappen wir an der Wand herum, und wir tappen herum wie solche, die keine Augen haben; wir straucheln am Mittag wie in der Dämmerung. Wir sind unter Gesunden den Toten gleich.11 Wir brummen alle wie die Bären, und wir girren wie die Tauben. Wir harren auf Recht, und da ist keines; auf Rettung, aber sie ist fern von uns.12 Denn viele sind unserer Übertretungen {Eig. Treubrüche, Abtrünnigkeiten.} vor dir, und unsere Sünden zeugen wider uns; denn unserer Übertretungen sind wir uns bewusst, und unsere Missetaten, die kennen wir:13 Abfallen von Jahwe und ihn verleugnen und zurückweichen von unserem Gott {Eig. von hinter unserem Gott, d.h. von seiner Nachfolge.}, reden von Bedrückung und Abfall, Lügenworte in sich aufnehmen und sie aus dem Herzen sprechen.14 Und das Recht ist zurückgedrängt, und die Gerechtigkeit steht von ferne; denn die Wahrheit ist gestrauchelt auf dem Markte, und die Geradheit findet keinen Einlass.15 Und die Wahrheit wird vermisst; und wer das Böse meidet, setzt sich der Beraubung aus. Und Jahwe sah es, und es war böse in seinen Augen, dass kein Recht vorhanden war.16 Und er sah, dass kein Mann da war; und er staunte, dass kein Vermittler {Eig. kein Fürbittender.} vorhanden. Da half ihm sein Arm, und seine Gerechtigkeit, sie unterstützte ihn.17 Und er zog Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt, und er zog Rachegewänder an als Kleidung und hüllte sich in Eifer wie in einen Mantel {Eig. Talar.}.18 Nach den Taten, danach wird er vergelten: Grimm seinen Widersachern, Vergeltung seinen Feinden; den Inseln wird er Vergeltung erstatten.19 Und sie werden den Namen Jahwes fürchten vom Niedergang an, und vom Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. Wenn der Bedränger kommen wird wie ein Strom, so wird der Hauch Jahwes ihn in die Flucht schlagen.20 Und ein Erlöser wird kommen für Zion und für die, welche in Jakob von der Übertretung {Eig. dem Treubruch, dem Abfall.} umkehren, spricht Jahwe.21 Und ich, dies ist mein Bund mit ihnen, spricht Jahwe: Mein Geist, der auf dir ist, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, werden nicht aus deinem Munde weichen, noch aus dem Munde deiner Nachkommen, noch aus dem Munde der Nachkommen deiner Nachkommen {W. deines Samens.}, spricht Jahwe, von nun an bis in Ewigkeit.

Kapitel 60

1 Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jahwes ist über dir aufgegangen.2 Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt Jahwe auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.3 Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs.4 Erhebe ringsum deine Augen und sieh! Sie alle versammeln sich, kommen zu dir: deine Söhne kommen von ferne, und deine Töchter werden auf den Armen {Eig. an der Seite.} herbeigetragen. -5 Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden; denn des Meeres Fülle wird sich zu dir wenden, der Reichtum der Nationen zu dir kommen.6 Eine Menge Kamele wird dich bedecken, junge Kamele von Midian und Epha. Allesamt werden sie aus Scheba {Jemen, das glückliche Arabien.} kommen, Gold und Weihrauch bringen, und sie werden das Lob {O. die Ruhmestaten.} Jahwes fröhlich verkündigen.7 Alle Herden Kedars werden sich zu dir versammeln, die Widder Nebajoths werden dir zu Diensten stehen: Wohlgefällig werden sie auf meinen Altar kommen; und das Haus meiner Pracht werde ich prächtig machen. -8 Wer sind diese, die wie eine Wolke geflogen kommen und gleich Tauben zu ihren Schlägen?9 Denn auf mich hoffen die Inseln, und die Tarsisschiffe ziehen voran, um deine Kinder aus der Ferne zu bringen, und ihr Silber und ihr Gold mit ihnen, zu dem Namen Jahwes, deines Gottes, und zu dem Heiligen Israels, weil er dich herrlich gemacht hat. -10 Und die Söhne der Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige dich bedienen; denn in meinem Grimm habe ich dich geschlagen, aber in meiner Huld habe ich mich deiner erbarmt.11 Und deine Tore werden beständig offen stehen; Tag und Nacht werden sie nicht geschlossen werden, um zu dir zu bringen den Reichtum der Nationen und ihre hinweggeführten {O. herbeigetriebenen.} Könige.12 Denn die Nation und das Königreich, welche dir nicht dienen wollen, werden untergehen, und diese Nationen werden gewisslich vertilgt werden.13 Die Herrlichkeit des Libanon wird zu dir kommen, Zypresse, Platane und Scherbinzeder miteinander, um die Stätte meines Heiligtums zu schmücken; und ich werde herrlich machen die Stätte meiner Füsse.14 Und gebeugt werden zu dir kommen die Kinder deiner Bedrücker, und alle deine Schmäher werden niederfallen zu den Sohlen deiner Füsse; und sie werden dich nennen: Stadt Jahwes, Zion des Heiligen Israels.15 Statt dass du verlassen warst und gehasst, und niemand hindurchzog, will ich dich zum ewigen Stolz machen, zur Wonne von Geschlecht zu Geschlecht.16 Und du wirst saugen die Milch der Nationen, und saugen an der Brust der Könige; und du wirst erkennen {O. erfahren.}, dass ich, Jahwe, dein Heiland bin, und ich, der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.17 Statt des Erzes werde ich Gold bringen, und statt des Eisens Silber bringen, und statt des Holzes Erz, und statt der Steine Eisen. Und ich werde den Frieden setzen zu deinen Aufsehern, und die Gerechtigkeit zu deinen Vögten.18 Nicht wird man ferner von Gewalttat hören in deinem Lande, von Verheerung und Zertrümmerung in deinen Grenzen; sondern deine Mauern wirst du Heil nennen, und deine Tore Ruhm.19 Nicht wird ferner die Sonne dir zum Licht sein bei Tage, noch zur Helle der Mond dir scheinen; sondern Jahwe wird dir zum ewigen Licht sein, und dein Gott zu deinem Schmuck.20 Nicht wird ferner deine Sonne untergehen, noch dein Mond sich zurückziehen {O. verschwinden.}; denn Jahwe wird dir zum ewigen Licht sein. Und die Tage deines Trauerns werden ein Ende haben.21 Und dein Volk, sie alle werden Gerechte sein, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Spross meiner Pflanzungen, ein Werk meiner Hände, zu meiner Verherrlichung.22 Der Kleinste wird zu einem Tausend werden, und der Geringste zu einer gewaltigen Nation. Ich, Jahwe, werde es zu seiner Zeit eilends ausführen.

Kapitel 61

1 Der Geist des Herrn, Jahwes, ist auf mir, weil Jahwe mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, um zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen;2 um auszurufen das Jahr der Annehmung {O. der Huld; eig. der Betätigung des Wohlgefallens.} Jahwes und den Tag der Rache unseres Gottes und zu trösten alle Trauernden;3 um den Trauernden Zions aufzusetzen und ihnen zu geben Kopfschmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten {Eig. verglimmenden.} Geistes; damit sie genannt werden Terebinthen der Gerechtigkeit, eine Pflanzung Jahwes, zu seiner Verherrlichung.4 Und sie werden die uralten Trümmer aufbauen, die Verwüstungen der Vorzeit {Eig. der Vorfahren.} aufrichten; und sie werden die verödeten Städte erneuern, was wüst lag von Geschlecht zu Geschlecht.5 Und Fremdlinge werden dastehen und eure Herden weiden, und Söhne der Fremde werden eure Ackersleute und eure Weingärtner sein.6 Ihr aber, ihr werdet Priester Jahwes genannt werden; Diener unseres Gottes wird man euch heissen. Ihr werdet der Nationen Reichtümer geniessen und in ihre Herrlichkeit eintreten {And. üb.: und ihre Herrlichkeit euch rühmen.}.7 Anstatt eurer Schmach werdet ihr das Doppelte haben, und anstatt der Schande werden sie jubeln über ihr Teil; darum {d.h. somit, folglich.} werden sie in ihrem Lande das Doppelte besitzen, werden ewige Freude haben.8 Denn ich, Jahwe, liebe das Recht, ich hasse den frevelhaften Raub; und ich werde ihnen ihre Belohnung getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schliessen.9 Und ihr Same wird bekannt werden unter den Nationen, und ihre Sprösslinge inmitten der Völker: Alle, die sie sehen, werden sie erkennen, dass sie ein Same sind, den Jahwe gesegnet hat.10 Hoch erfreue ich mich in Jahwe; meine Seele soll frohlocken in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel {Eig. Talar.} der Gerechtigkeit mir umgetan, wie ein Bräutigam den Kopfschmuck {d.i. den Turban.} nach Priesterart anlegt, und wie eine Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide.11 Denn wie die Erde ihr Gespross hervorbringt, und wie ein Garten sein Gesätes aufsprossen lässt, also wird der Herr, Jahwe, Gerechtigkeit und Ruhm aufsprossen lassen vor allen Nationen.

Kapitel 62

1 Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht still sein, bis ihre Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und ihr Heil wie eine lodernde Fackel.2 Und die Nationen werden deine Gerechtigkeit sehen, und alle Könige deine Herrlichkeit; und du wirst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen der Mund Jahwes bestimmen wird.3 Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand Jahwes und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes.4 Nicht mehr wird man dich "Verlassene" heissen, und dein Land nicht mehr "Wüste" heissen; sondern man wird dich nennen "meine Lust an ihr", und dein Land "Vermählte" {Land ist im Hebräischen weiblich.}; denn Jahwe wird Lust an dir haben, und dein Land wird vermählt werden.5 Denn wie der Jüngling sich mit der Jungfrau vermählt, so werden deine Kinder sich mit dir vermählen; und wie der Bräutigam sich an der Braut erfreut, so wird dein Gott sich an dir erfreuen.6 Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt; den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie keinen Augenblick schweigen. Ihr, die ihr Jahwe erinnert, gönnet euch keine Ruhe7 und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem befestigt und bis er es zum Ruhme macht auf Erden! -8 Jahwe hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Wenn ich fortan deinen Feinden dein Korn zur Speise gebe, und wenn Söhne der Fremde deinen Most trinken werden, um welchen du dich abgemüht hast!9 Sondern die es einsammeln, sollen es essen und Jahwe preisen; und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums.10 Ziehet, ziehet durch die Tore, bereitet {Eig. räumet auf, lichtet.} den Weg des Volkes; bahnet, bahnet die Strasse, reiniget sie von Steinen; erhebet ein Panier über die Völker!11 Siehe, Jahwe hat eine Kunde erschallen lassen nach dem Ende der Erde hin: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; siehe sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung geht vor ihm her.12 Und man wird sie nennen: das heilige Volk, die Erlösten Jahwes; und dich wird man nennen: die Gesuchte {Eig. die, nach welcher man fragt; vergl. Jer. 30,17.}, Stadt, die nicht mehr verlassen wird.

Kapitel 63

1 Wer ist dieser, der von Edom kommt, von Bozra in hochroten Kleidern, dieser, prächtig in seinem Gewande, der einherzieht {Eig. stolz einhergeht.} in der Grösse seiner Kraft? Ich bin's, der in Gerechtigkeit redet, der mächtig ist zu retten. - {O. zu helfen.}2 Warum ist Rot an deinem Gewande, und sind deine Kleider wie die eines Keltertreters? -3 Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern war niemand bei mir; und ich zertrat sie {d.h. die Völker; wie V.6.} in meinem Zorn und zerstampfte sie in meinem Grimm; und ihr Saft spritzte auf meine Kleider, und ich besudelte mein ganzes Gewand.4 Denn der Tag der Rache war in meinem Herzen, und das Jahr meiner Erlösung {And. üb.: meiner Erlösten.} war gekommen.5 Und ich blickte umher, und da war kein Helfer; und ich staunte, und da war kein Unterstützer. Da hat mein Arm mir geholfen, und mein Grimm, er hat mich unterstützt.6 Und ich trat die Völker nieder in meinem Zorn und machte sie trunken in meinem Grimm, und ich liess ihren Saft zur Erde rinnen.7 Ich will der Gütigkeiten Jahwes gedenken {d.h. rühmend gedenken.}, der Ruhmestaten Jahwes, nach allem, was Jahwe uns erwiesen hat, und der grossen Güte gegen das Haus Israel, welche er ihnen erwiesen nach seinen Erbarmungen und nach der Menge seiner Gütigkeiten.8 Und er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht trügen werden; und er ward ihnen zum Heiland {O. Retter, Helfer.}.9 In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt, und der Engel seines Angesichts hat sie gerettet. In seiner Liebe und in seiner Erbarmung {Eig. seiner Schonung, seinem Mitleid.} hat er sie erlöst; und er hob sie empor und trug sie alle Tage vor alters.10 Sie aber sind widerspenstig gewesen und haben seinen heiligen Geist betrübt; da wandelte er sich ihnen in einen Feind: Er selbst stritt wider sie.11 Da gedachte sein Volk der Tage vor alters, der Tage Moses {O. vor alters und Moses.}: "Wo ist der, welcher sie aus dem Meere heraufführte samt den Hirten seiner Herde? Wo ist der, welcher seinen heiligen Geist in ihre Mitte gab {Eig. legte (vergl. Neh. 9,20).};12 der seinen herrlichen {O. majestätischen.} Arm zur Rechten Moses einherziehen liess; der die Wasser vor ihnen her spaltete, um sich einen ewigen Namen zu machen;13 der sie durch die Tiefen {O. Fluten.} ziehen liess, gleich dem Rosse in der Steppe, ohne dass sie strauchelten?14 Gleich dem Vieh, welches in das Tal hinabsteigt, brachte der Geist Jahwes sie zur Ruhe. Also hast du dein Volk geleitet, um dir einen herrlichen Namen zu machen." -15 "Blicke vom Himmel herab und sieh, von der Wohnstätte deiner Heiligkeit und deiner Majestät! wo sind dein Eifer und deine Machttaten? Die Regung deines Innern und deine Erbarmungen halten sich gegen mich zurück.16 Denn du bist unser Vater; denn Abraham weiss nicht von uns, und Israel kennt uns nicht; du, Jahwe, bist unser Vater; unser Erlöser von alters her ist dein Name {Nach and. Interpunktion: unser Erlöser ist dein Name von alters her.}.17 Warum, Jahwe, lässt du uns von deinen Wegen abirren, verhärtest unser Herz, dass wir dich nicht fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, der Stämme deines Erbteils!18 Auf eine kleine Zeit hat dein heiliges Volk es besessen: Unsere Widersacher haben dein Heiligtum zertreten.19 Wir sind zu solchen geworden, über die du von alters her nicht geherrscht hast, die nicht genannt gewesen sind nach deinem Namen." - "O dass du die Himmel zerrissest, herniederführest, dass vor deinem Angesicht die Berge erbebten -

Kapitel 64

1 wie Feuer Reisig entzündet, Feuer die Wasser wallen macht, um deinen Namen kundzutun deinen Widersachern: Damit die Nationen vor deinem Angesicht erzittern,2 indem du furchtbare Taten vollziehst, die wir nicht erwarteten; o dass du herniederführest, dass vor deinem Angesicht die Berge erbebten {And. üb.:... erzittern. Als du furchtbare Taten vollzogst..., fuhrst du hernieder, vor deinem Angesicht erbebten die Berge.}!3 Denn von alters her hat man nicht gehört noch vernommen, hat kein Auge einen Gott gesehen, ausser dir, der sich wirksam erwiese für den auf ihn Harrenden.4 Du kommst dem entgegen, der Freude daran hat, Gerechtigkeit zu üben {O. der Freude an Gerechtigkeit hat und sie übt.}, denen, die auf deinen Wegen deiner gedenken. Siehe, du, du ergrimmtest, und wir haben gesündigt; darin {d.h. in diesem Zustande; W. in ihnen, (den soeben beschriebenen Dingen).} sind wir schon lang {Eig. ewig lang. And. üb.: in ihnen (auf "Wege" bezogen) ist Beständigkeit. (W. Ewigkeit).}, so lass uns gerettet werden {O. und sollten wir gerettet werden?.}!5 Und wir allesamt sind dem Unreinen gleich geworden, und alle unsere Gerechtigkeiten gleich einem unflätigen Kleide; und wir verwelkten allesamt wie ein Blatt, und unsere Missetaten rafften uns dahin wie der Wind.6 Und da war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufmachte, dich zu ergreifen; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und uns vergehen lassen durch unsere Missetaten." - {Eig. und uns zerrinnen lassen, indem du unseren Missetaten uns preisgabst.}7 "Und nun, Jahwe, du bist unser Vater; wir sind der Ton, und du bist unser Bildner, und wir alle sind das Werk deiner Hände.8 Jahwe, zürne nicht allzusehr {Eig. ganz und gar.}, und gedenke nicht ewiglich der Missetat. Sieh, schau doch her, dein Volk sind wir alle!9 Deine heiligen Städte sind eine Wüste geworden, Zion ist eine Wüste geworden, Jerusalem eine Einöde.10 Unser heiliges und herrliches Haus, worin unsere Väter dich lobten, ist mit Feuer verbrannt, und alle unsere Kostbarkeiten sind verheert.11 Willst du, Jahwe, bei solchem {O. trotzdem.} an dich halten? Willst du schweigen und uns ganz und gar niederbeugen?"

Kapitel 65

1 Ich bin gesucht worden von denen, die nicht nach mir fragten; ich bin gefunden worden von denen, die mich nicht suchten {O. Ich war zu erfragen für die, welche nicht fragten; ich war zu finden für die, welche mich nicht suchten.}. Ich sprach: Hier bin, ich, hier bin ich! zu einer Nation, die nicht mit meinem Namen genannt war {And. l.: die meinen Namen nicht anrief.}.2 Ich habe den ganzen Tag meine Hände ausgebreitet zu einem widerspenstigen Volke, welches seinen eigenen Gedanken nach auf dem Wege wandelt, der nicht gut ist.3 Das Volk, das mich beständig ins Angesicht reizt, in den Gärten opfert und auf Ziegelsteinen räuchert;4 welches in {O. unter.} den Gräbern sitzt und in verborgenen Orten übernachtet; welches Schweinefleisch isst und Greuelbrühe in seinen Gefässen hat;5 das da spricht: Bleibe für dich und nahe mir nicht, denn ich bin dir heilig: - diese sind ein Rauch in meiner Nase, ein Feuer, das den ganzen Tag brennt.6 Siehe, das ist vor mir aufgeschrieben. Ich werde nicht schweigen, ich habe denn vergolten; und in ihren Busen werde ich vergelten7 eure Missetaten und die Missetaten eurer Väter miteinander, spricht Jahwe, die {O. weil sie.} auf den Bergen geräuchert und mich auf den Hügeln verhöhnt haben; und ich werde zuvor {d.h. bevor die Segnungen kommen; vergl. Jer. 16,18.} ihren Lohn in ihren Busen messen.8 So spricht Jahwe: Wie wenn sich Most in der Traube findet, und man spricht: Verdirb sie nicht, denn ein Segen ist in ihr; so werde ich tun um meiner Knechte willen, dass ich nicht das Ganze verderbe.9 Und ich werde aus Jakob einen Samen hervorgehen lassen, und aus Juda einen Besitzer meiner Berge; und meine Auserwählten sollen es {d.h. das Land.} besitzen, und meine Knechte sollen daselbst wohnen.10 Und Saron {Vergl. Kap. 33,9.} wird zu einer Trift der Schafe {Eig. des Kleinviehes.}, und das Tal Achor zu einem Lagerplatz der Rinder werden, für mein Volk, das mich gesucht hat {Eig. nach mir gefragt hat.}.11 Ihr aber, die ihr Jahwe verlasset, die ihr meines heiligen Berges vergesset, die ihr dem Gad einen Tisch zurichtet und der Meni {Gad (der Planet Jupiter) wurde als Glücksgott verehrt, Meni (der Planet Venus) als Schicksals- oder Bestimmungsgöttin.} Mischtrank einschenket:12 Ich habe euch dem Schwerte bestimmt {Im Hebr. ein Wortspiel mit dem Namen "Meni".}, und ihr alle werdet zur Schlachtung niedersinken; weil ich gerufen, und ihr nicht geantwortet habt, geredet, und ihr nicht gehört habt, sondern getan, was böse ist in meinen Augen, und das erwählet, woran ich kein Gefallen habe.13 Darum spricht der Herr, Jahwe, also: Siehe, meine Knechte werden essen, ihr aber werdet hungern; siehe, meine Knechte werden trinken, ihr aber werdet dürsten. Siehe, meine Knechte werden sich freuen, ihr aber werdet beschämt sein;14 siehe, meine Knechte werden jubeln vor Freude {Eig. Wohlsein, Behagen.} des Herzens, ihr aber werdet schreien vor Herzeleid und heulen vor Kummer {Eig. Zerschlagung, Verwundung.} des Geistes.15 Und ihr werdet euren Namen meinen Auserwählten zum Fluchwort hinterlassen; und der Herr, Jahwe, wird dich töten. Seine Knechte aber wird er mit einem anderen Namen nennen:16 so dass, wer sich im Lande segnet, sich bei dem Gott der Treue {O. der Wahrheit; W. des Amen.} segnen wird, und wer im Lande schwört, bei dem Gott der Treue {O. der Wahrheit, W. des Amen.} schwören wird; denn die früheren Drangsale werden vergessen und vor meinen Augen verborgen sein.17 Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen.18 Sondern freuet euch und frohlocket für und für über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle {Eig. schaffe.} Jerusalem in Frohlocken um und sein Volk in Freude.19 Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen; und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird nicht mehr darin gehört werden.20 Und dort wird kein Säugling von einigen Tagen und kein Greis mehr sein {Eig. Und von dort wird... entstehen.}, der seine Tage nicht erfüllte; denn der Jüngling wird als Hundertjähriger sterben, und der Sünder als Hundertjähriger verflucht werden.21 Und sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.22 Sie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen, sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen; denn gleich den Tagen der Bäume sollen die Tage meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände verbrauchen.23 Nicht vergeblich werden sie sich mühen, und nicht zum jähen Untergang werden sie zeugen {O. gebären.}; denn sie sind der Same der Gesegneten Jahwes, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein.24 Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören.25 Wolf und Lamm werden beisammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Speise sein. Man wird nicht übeltun noch verderbt handeln auf meinem ganzen heiligen Gebirge, spricht Jahwe.

Kapitel 66

1 So spricht Jahwe: Der Himmel ist mein Thron, und die Erde der Schemel meiner Füsse. Welches ist das Haus, das ihr mir bauen könntet, und welches der Ort zu meiner Ruhestätte?2 Hat doch meine Hand dieses alles gemacht, und alles dieses ist geworden, spricht Jahwe. Aber auf diesen will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist, und der da zittert vor meinem Worte.3 Wer ein Rind schlachtet, erschlägt einen Menschen; wer ein Schaf opfert, bricht einem Hunde das Genick; wer Speisopfer opfert: es ist Schweinsblut; wer Weihrauch als Gedächtnisopfer darbringt, preist einen Götzen. So wie diese ihre Wege erwählt haben und ihre Seele Lust hat an ihren Scheusalen,4 ebenso werde ich ihre Missgeschicke erwählen und ihre Schrecknisse über sie bringen; weil ich gerufen, und niemand geantwortet hat, geredet, und sie nicht gehört haben, sondern getan, was böse ist in meinen Augen, und das erwählten, woran ich kein Gefallen habe.5 Höret das Wort Jahwes, die ihr zittert vor seinem Worte! Es sagen eure Brüder, die euch hassen, die euch verstossen um meines Namens willen: Jahwe erzeige sich herrlich, dass wir eure Freude sehen mögen! aber sie werden beschämt werden.6 Stimme eines Getöses von der Stadt her! Stimme aus dem Tempel! Stimme Jahwes, der Vergeltung erstattet seinen Feinden!7 Ehe sie Wehen hatte, hat sie geboren; ehe Schmerzen sie ankamen, wurde sie von einem Knaben entbunden.8 Wer hat solches gehört, wer hat dergleichen gesehen? Kann ein Land an einem Tage zur Welt gebracht {And. üb.: kreissend gemacht.}, oder eine Nation mit einem Male geboren werden? Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren.9 Sollte ich zum Durchbruch bringen und nicht gebären lassen? spricht Jahwe; oder sollte ich, der gebären lässt, verschliessen? spricht dein Gott.10 Freuet euch mit Jerusalem und frohlocket über sie, alle, die ihr sie liebet; seid hocherfreut mit ihr, alle, die ihr über sie trauert!11 auf dass ihr sauget und euch sättiget an der Brust ihrer Tröstungen, auf dass ihr schlürfet und euch ergötzet an der Fülle ihrer Herrlichkeit.12 Denn so spricht Jahwe: Siehe, ich wende ihr Frieden {O. Wohlfahrt.} zu wie einen Strom, und die Herrlichkeit der Nationen wie einen überflutenden Bach, und ihr werdet saugen; auf den Armen {Eig. an der Seite.} werdet ihr getragen und auf den Knieen geliebkost werden.13 Wie einen, den seine Mutter tröstet, also werde ich euch trösten; und in Jerusalem sollt ihr getröstet werden.14 Und ihr werdet es sehen, und euer Herz wird sich freuen; und eure Gebeine werden sprossen wie das junge Gras. Und die Hand Jahwes wird sich kundgeben an seinen Knechten, und gegen seine Feinde wird er ergrimmen.15 Denn siehe, Jahwe wird kommen im Feuer, und seine Wagen sind wie der Sturmwind, um seinen Zorn zu vergelten in Glut und sein Schelten in Feuerflammen.16 Denn durch Feuer und durch sein Schwert wird Jahwe Gericht üben an allem Fleische, und der Erschlagenen Jahwes werden viele sein.17 Die sich weihen und sich reinigen für die Gärten {d.h. für den Götzendienst, der in den Gärten stattfindet.}, hinter einem her in der Mitte; die Schweinefleisch essen und Greuel und Mäuse: allzumal werden sie ein Ende nehmen, spricht Jahwe.18 Und ich, ihre Werke und ihre Gedanken sind vor mir. Es kommt die Zeit, alle Nationen und Sprachen zu versammeln; und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.19 Und ich werde ein Wunderzeichen an ihnen tun, und werde von ihnen Entronnene an die Nationen senden, nach Tarsis, Pul {Wahrsch. ist "Put" zu lesen, wie Hes. 27,10; 30,5.} und Lud, die den Bogen spannen, nach Tubal und Jawan {Griechenland.}, nach den fernen Inseln, die von mir {Eig. die meine Kunde.} nicht gehört und meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie werden meine Herrlichkeit unter den Nationen verkündigen.20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für Jahwe bringen, auf Rossen und auf Wagen und auf Sänften und auf Maultieren und auf Dromedaren, nach meinem heiligen Berge, nach Jerusalem, spricht Jahwe, gleichwie die Kinder Israel das Speisopfer in einem reinen Gefässe zum Hause Jahwes bringen.21 Und auch aus ihnen werde ich zu Priestern und zu Leviten nehmen {O. zu den Priestern und zu den Leviten hinzunehmen.}, spricht Jahwe.22 Denn gleichwie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, spricht Jahwe, also wird euer Same und euer Name bestehen.23 Und es wird geschehen: von Neumond zu Neumond und von Sabbat zu Sabbat wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten, spricht Jahwe.24 Und sie werden hinausgehen und sich die Leichname der Menschen ansehen, die von mir abgefallen sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen, und sie werden ein Abscheu sein allem Fleische.