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17 Geschichtsbücher

5 Lehrbücher

17 Prophetische Bücher
Neues Testament
5 Geschichtsbücher

21 Lehrbücher

1 Prophetisches Buch
P T H 1 Genesis (1. Mose)
P T H 2 Exodus (2. Mose)
P T H 3 Levitikus (3. Mose)
P T H 4 Numeri (4. Mose)
P T H 5 Deuteronomium (5. Mose)
P T H 6 Josua
P T H 7 Richter
P T H 8 Ruth
P T H 9 1. Samuel
P T H 10 2. Samuel
P T H 11 1. Könige
P T H 12 2. Könige
P T H 13 1. Chronik
P T H 14 2. Chronik
P T H 15 Esra
P T H 16 Nehemia
P T H 17 Ester
P T H 18 Hiob
P T H 19 Psalmen
P T H 20 Sprüche
P T H 21 Prediger
P T H 22 Hohelied
P T H 23 Jesaja
P T H 24 Jeremia
P T H 25 Klagelieder
P T H 26 Hesekiel
P T H 27 Daniel
P T H 28 Hosea
P T H 29 Joel
P T H 30 Amos
P T H 31 Obadja
P T H 32 Jona
P T H 33 Micha
P T H 34 Nahum
P T H 35 Habakuk
P T H 36 Zephanja
P T H 37 Haggai
P T H 38 Sacharja
P T H 39 Maleachi
P T G 40 Matthäus
P T G 41 Markus
P T G 42 Lukas
P T G 43 Johannes
P T G 44 Apostelgeschichte
P T G 45 Römer
P T G 46 1. Korinther
P T G 47 2. Korinther
P T G 48 Galater
P T G 49 Epheser
P T G 50 Philipper
P T G 51 Kolosser
P T G 52 1. Thessalonicher
P T G 53 2. Thessalonicher
P T G 54 1. Timotheus
P T G 55 2. Timotheus
P T G 56 Titus
P T G 57 Philemon
P T G 58 Hebräer
P T G 59 Jakobus
P T G 60 1. Petrus
P T G 61 2. Petrus
P T G 62 1. Johannes
P T G 63 2. Johannes
P T G 64 3. Johannes
P T G 65 Judas
P T G 66 Offenbarung

Markus

Inhaltsübersicht I
Inhaltsübersicht II

Kapitel 1

Teil 1: Prolog (1,1-13)

Johannes bereitet Jesus den Weg (1,1ff)

1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes;2 wie geschrieben steht in Jesajas, dem Propheten: 4 Johannes kam und taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Busse zur Vergebung der Sünden.5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle Bewohner von Jerusalem; und sie wurden im Jordanflusse von ihm getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.6 Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und einem ledernen Gürtel um seine Lenden; und er ass Heuschrecken und wilden Honig.7 Und er predigte und sagte:

Jesus lässt sich taufen (1,9ff)

9 Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus von Nazareth in Galiläa, und wurde von Johannes in dem Jordan getauft.10 Und sofort, als er von dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herniederfahren.11 Und eine Stimme geschah aus den Himmeln: 12 Und sofort treibt der Geist ihn hinaus in die Wüste.13 Und er war vierzig Tage in der Wüste und wurde von dem Satan versucht; und er war unter den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.

Teil 2: * Der Diener Jesu: Seine Werke (1,4-13,37)

Teil 3: Reise Jesu: In Galiläa (1,4-7,23)

14 Nachdem aber Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium des Reiches Gottes und sprach:

Jesus ruft Menschen in die Nachfolge / Die ersten Jünger / Follow me! (1,16ff)

16 Als er aber am See von Galiläa wandelte, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, die in dem See ein Netz hin- und herwarfen, denn sie waren Fischer.17 Und Jesus sprach zu ihnen: 18 und sofort verliessen sie ihre Netze und folgten ihm nach.19 Und von dort ein wenig weitergehend, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, auch sie im Schiffe, wie sie die Netze ausbesserten;20 und sofort rief er sie. Und sie liessen ihren Vater Zebedäus in dem Schiffe mit den Tagelöhnern und gingen weg, ihm nach.21 Und sie gehen hinein nach Kapernaum. Und sofort an dem Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.22 Und sie erstaunten sehr über seine Lehre: denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.

Jesus befreit schwer belastete Menschen (1,23ff)

23 Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geiste;24 und er schrie auf und sprach: {ELB: '24 und er schrie auf und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesu, Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes.'.}25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: 26 Und der unreine Geist zerrte ihn und rief mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus.27 Und sie entsetzten sich alle, so dass sie sich untereinander befragten und sprachen: 28 Und sofort ging das Gerücht von ihm aus in die ganze Umgegend von Galiläa.29 Und sofort gingen sie aus der Synagoge und kamen in das Haus Simons und Andreas', mit Jakobus und Johannes.

Jesus heilt Fieberkranke (1,30f)

30 Die Schwiegermutter Simons aber lag fieberkrank danieder; und sofort sagen sie ihm von ihr.31 Und er trat hinzu und richtete sie auf, indem er sie bei der Hand ergriff; und das Fieber verliess sie sofort, und sie diente ihnen.

Jesus heilt alle Leidenden und Besessene (1,32ff)

32 Als es aber Abend geworden war, als die Sonne unterging, brachten sie alle Leidenden und Besessenen zu ihm;33 und die ganze Stadt war an der Tür versammelt.34 Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten leidend waren; und er trieb viele Dämonen aus und erlaubte den Dämonen nicht zu reden, weil sie ihn kannten.
35 Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging hin an einen öden Ort und betete daselbst.36 Und Simon und die mit ihm waren, gingen ihm nach;37 und als sie ihn gefunden hatten, sagen sie zu ihm: 38 Und er spricht zu ihnen: 39 Und er predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus.

Jesus heilt einen Aussätzigen (1,40ff)

40 Und es kommt ein Aussätziger zu ihm, bittet ihn und kniet vor ihm nieder und spricht zu ihm: 41 Jesus aber, innerlich bewegt, streckte die Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: 42 Und während er redete, wich sofort der Aussatz von ihm, und er war gereinigt.43 Und er bedrohte ihn und schickte ihn sofort fort und spricht zu ihm:45 Er aber ging weg und fing an, es viel kundzumachen und die Sache auszubreiten, so dass er nicht mehr öffentlich in die Stadt gehen konnte; sondern er war draussen in öden Örtern, und sie kamen von allen Seiten zu ihm.

Kapitel 2

Jesus vergibt Sünden und heilt den Gelämten (2,1ff)

1 Und nach etlichen Tagen ging er wiederum hinein nach Kapernaum, und es wurde bekannt, dass er im Hause sei.2 Und sofort versammelten sich viele, so dass selbst an der Tür nicht mehr Raum war; und er redete zu ihnen das Wort.3 Und sie kommen zu ihm und bringen einen Gelähmten, von vieren getragen.4 Und da sie wegen der Volksmenge nicht nahe zu ihm kommen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und als sie es aufgebrochen hatten, liessen sie das Ruhebett hinab, auf welchem der Gelähmte lag.5 Als Jesus aber ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gelähmten: 6 Etliche aber von den Schriftgelehrten sassen daselbst und überlegten in ihren Herzen:8 Und sofort erkannte Jesus in seinem Geiste, dass sie also bei sich überlegten, und sprach zu ihnen: spricht er zu dem Gelähmten:12 Und sofort stand er auf, nahm das Ruhebett auf und ging hinaus vor allen, so dass alle ausser sich gerieten und Gott verherrlichten und sagten: 13 Und er ging wiederum hinaus an den See, und die ganze Volksmenge kam zu ihm, und er lehrte sie.

Jesus ruft den Zöllner Levi, Matthäus (2,14ff)

14 Und als er vorüberging, sah er Levi {sah er Levi. Im griechischen gibts ein Wort fürs 'sehen', das ein besonderes sehen meint. Damit ist kein normales sehen gemeint, sondern ein gutes Beobachten, einen göttlichen Eindruck. Es geht dabei um ein besonderes, ungewöhnliches sehen. Nicht wie wir Menschen wahrnehmen. Jesus sah den Levi, er sah mitten in sein Herz hinein.}, den Sohn des Alphäus, am Zollhause sitzen, und er spricht zu ihm: und er stand auf und folgte ihm nach. {und folgte ihm nach. Levi war unzufrieden mit seinem Leben, er wollte Veränderung haben. Er musste den Wunsch gehabt haben, innerlich ein verändertes Leben zu bekommen.}15 Und es geschah, als er in seinem Hause zu Tische lag, dass viele Zöllner und Sünder zu Tische lagen mit Jesu und seinen Jüngern; denn es waren ihrer viele, und sie folgten ihm nach.16 Und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer ihn mit den Sündern und Zöllnern essen sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: 17 Und als Jesus es hörte, spricht er zu ihnen: 18 Und die Jünger Johannes' und die Pharisäer fasteten; und sie kommen und sagen zu ihm: 19 Und Jesus sprach zu ihnen:

Jesus ist der Herr über den Sabbat (2,23ff)

23 Und es geschah, dass er am Sabbat durch die Saaten ging; und seine Jünger fingen an, im Gehen die Ähren abzupflücken.24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: 25 Und er sprach zu ihnen: 27 Und er sprach zu ihnen:

Kapitel 3

Jesus heilt am Sabbat (3,1ff)

1 Und er ging wiederum in die Synagoge; und es war daselbst ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte.2 Und sie lauerten auf ihn, ob er ihn am Sabbat heilen würde, auf dass sie ihn anklagen möchten.3 Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: 4 Und er spricht zu ihnen: Sie aber schwiegen.5 Und er blickte auf sie umher mit Zorn, betrübt über die Verstockung ihres Herzens, und spricht zu dem Menschen: Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt.6 Und die Pharisäer gingen sofort hinaus und hielten mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn umbrächten.7 Und Jesus entwich mit seinen Jüngern an den See; und es folgte ihm eine grosse Menge von Galiläa und von Judäa8 und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan; und die um Tyrus und Sidon, eine grosse Menge, als sie gehört hatten, wie vieles er tat, kamen zu ihm.9 Und er sagte seinen Jüngern, dass ein Schifflein für ihn in Bereitschaft bleiben solle wegen der Volksmenge, auf dass sie ihn nicht drängten.10 Denn er heilte viele, so dass alle, welche Plagen hatten, ihn überfielen, auf dass sie ihn anrühren möchten.11 Und wenn die unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und riefen und sprachen: 12 Und er bedrohte sie sehr, dass sie ihn nicht offenbar machten.

Die 12 Jünger Jesu (3,13ff)

13 Und er steigt auf den Berg und ruft herzu, welche er selbst wollte. Und sie kamen zu ihm;14 und er bestellte zwölf, auf dass sie bei ihm seien, und auf dass er sie aussende zu predigen15 und Gewalt zu haben, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben.16 Und er gab dem
Simon den Beinamen Petrus;17 und
Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und
Johannes, den Bruder des Jakobus, und er gab ihnen den Beinamen Boanerges, das ist Söhne des Donners;18 und
Andreas und
Philippus und
Bartholomäus und
Matthäus und
Thomas und
Jakobus, den Sohn des Alphäus, und
Thaddäus, und
Simon, den Kananäer,19 und
Judas Iskariot, der ihn auch überlieferte.20 Und die kommen in ein Haus. Und wiederum kommt eine Volksmenge zusammen, so dass sie nicht einmal essen konnten.21 Und als seine Angehörigen es hörten, gingen sie hinaus, um ihn zu greifen; denn sie sprachen: 22 Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: und: 23 Und er rief sie herzu und sprach in Gleichnissen zu ihnen: 30 weil sie sagten:

Jesus und seine wahre Familie (3,31ff)

31 Und es kommen seine Mutter und seine Brüder; und draussen stehend sandten sie zu ihm und riefen ihn.32 Und eine Volksmenge sass um ihn her; sie sagten aber zu ihm: 33 Und er antwortete ihnen und sprach: 34 Und im Kreise umherblickend auf die um ihn her Sitzenden, spricht er:

Kapitel 4

1 Und wiederum fing er an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine grosse Volksmenge zu ihm, so dass er in ein Schiff stieg und auf dem See sass; und die ganze Volksmenge war am See auf dem Lande.2 Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen; und er sprach zu ihnen in seiner Lehre:

Gleichnis vom Sämann (4,3ff)

9 Und er sprach: 10 Und als er allein war, fragten ihn, die um ihn waren mit den Zwölfen um die Gleichnisse.11 Und er sprach zu ihnen: 13 Und er spricht zu ihnen: 21 Und er sprach zu ihnen: 24 Und er sprach zu ihnen: 26 Und er sprach: 30 Und er sprach: 33 Und in vielen solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, wie sie es zu hören vermochten.34 Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; aber seinen Jüngern erklärte er alles besonders {besonders. d.h. wenn er mit ihnen alleine war.}.35 Und an jenem Tage, als es Abend geworden war, spricht er zu ihnen: 36 Und als er die Volksmenge entlassen hatte, nehmen sie ihn, wie er war, in dem Schiffe mit. Aber auch andere Schiffe waren mit ihm.37 Und es erhebt sich ein heftiger Sturmwind, und die Wellen schlugen in das Schiff, so dass es sich schon füllte.38 Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf einem Kopfkissen; und sie wecken ihn auf und sprechen zu ihm: 39 Und er wachte auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem See: Und der Wind legte sich, und es ward eine grosse Stille.40 Und er sprach zu ihnen: 41 Und sie fürchteten sich mit grosser Furcht und sprachen zueinander:

Kapitel 5

1 Und sie kamen an das jenseitige Ufer des Sees in das Land der Gadarener.2 Und als er aus dem Schiff gestiegen war, begegnete ihm sofort aus den Grüften ein Mensch mit einem unreinen Geiste,3 der seine Wohnung in den Grabstätten hatte; und selbst mit Ketten konnte keiner ihn binden,4 da er oft mit Fussfesseln und mit Ketten gebunden gewesen, und die Ketten von ihm in Stücke zerrissen und die Fussfesseln zerrieben worden waren; und niemand vermochte ihn zu bändigen.5 Und allezeit, Nacht und Tag, war er in den Grabstätten und auf den Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen.6 Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder;7 und mit lauter Stimme schreiend, sagt er: 8 Denn er sagte zu ihm: 9 Und er fragte ihn: Und er spricht zu ihm: 10 Und er bat ihn sehr, dass er sie nicht aus der Gegend fortschicken möchte.11 Es war aber daselbst an dem Berge eine grosse Herde Schweine, welche weidete.12 Und sie baten ihn und sprachen: 13 Und Jesus erlaubte es ihnen sofort. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See, (bei zweitausend) und sie ertranken in dem See.14 Und die Hüter flohen und verkündeten es in der Stadt und auf dem Lande; und sie gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war.15 Und sie kommen zu Jesu und sehen den Besessenen sitzen, bekleidet und vernünftig, den, der die Legion gehabt hatte; und sie fürchteten sich.16 Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie dem Besessenen geschehen war, und das von den Schweinen.17 Und sie fingen an, ihm zuzureden, aus ihren Grenzen wegzugehen.18 Und als er in das Schiff stieg, bat ihn der Besessene, dass er bei ihm sein dürfe.19 Und er liess es ihm nicht zu, sondern spricht zu ihm: 20 Und er ging hin und fing an, in der Dekapolis auszurufen, wieviel Jesus an ihm getan hatte; und alle verwunderten sich.

Jesus weckt Tote auf / Das Töchterchen Jairus (5,21ff)

21 Und als Jesus in dem Schiffe wieder an das jenseitige Ufer hinübergefahren war, versammelte sich eine grosse Volksmenge zu ihm; und er war am See.22 Und siehe, es kommt einer der Synagogenvorsteher, mit Namen Jairus, und als er ihn sieht, fällt er ihm zu Füssen;23 und er bat ihn sehr und sprach: 24 Und er ging mit ihm, und eine grosse Volksmenge folgte ihm und drängte ihn.
25 Und ein Weib, das zwölf Jahre mit einem Blutfluss behaftet war,26 und vieles erlitten hatte von vielen Ärzten und alle ihre Habe verwandt und keinen Nutzen davon gehabt hatte (es war vielmehr schlimmer mit ihr geworden), kam,27 als sie von Jesu gehört, in der Volksmenge von hinten und rührte sein Kleid an;28 denn sie sprach: 29 Und sofort vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie merkte am Leibe, dass sie von der Plage geheilt war.30 Und sofort erkannte Jesus in sich selbst die Kraft, die von ihm ausgegangen war, wandte sich um in der Volksmenge und sprach: 31 Und seine Jünger sprachen zu ihm: 32 Und er blickte umher, um sie zu sehen, die dieses getan hatte.33 Das Weib aber, voll Furcht und Zittern, wissend, was ihr geschehen war, kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit.34 Er aber sprach zu ihr: 35 Während er noch redete, kommen sie von dem Synagogenvorsteher und sagen: 36 Als aber Jesus das Wort reden hörte, spricht er sofort zu dem Synagogenvorsteher: 37 Und er erlaubte niemand, ihn zu begleiten, ausser Petrus und Jakobus und Johannes, dem Bruder des Jakobus.38 Und sie kommen in das Haus des Synagogenvorstehers, und er sieht ein Getümmel und Weinende und laut Heulende.39 Und als er eingetreten war, spricht er zu ihnen: 40 Und sie verlachten ihn. Als er aber alle hinausgetrieben hatte, nimmt er den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren mit und geht hinein, wo das Kind lag.41 Und indem er das Kind bei der Hand ergriff, spricht er zu ihm: das ist verdolmetscht: 42 Und sofort stand das Mägdlein auf und wandelte umher, denn es war zwölf Jahre alt. Und sie erstaunten mit grossem Erstaunen.43 Und er gebot ihnen dringend, dass niemand dies erführe, und hiess ihr zu essen geben.

Kapitel 6

1 Und er ging von dort hinweg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach.2 Und als es Sabbat geworden war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und viele, die zuhörten, erstaunten und sprachen: Woher diesem solches? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist, und solche Wunderwerke geschehen durch seine Hände?3 Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, und ein Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns?4 Und sie ärgerten sich an ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, ausser in seiner Vaterstadt und unter seinen Verwandten und in seinem Hause.5 Und er konnte daselbst kein Wunderwerk tun, ausser dass er einigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte.6 Und er verwunderte sich über ihren Unglauben. Und er ging durch die Dörfer ringsum und lehrte.
7 Und er ruft die Zwölfe herzu; und er fing an, sie zu zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Gewalt über die unreinen Geister.8 Und er gebot ihnen, dass sie nichts mit auf den Weg nehmen sollten, als nur einen Stab; keine Tasche, kein Brot, keine Münze in den Gürtel,9 sondern Sandalen untergebunden; und ziehet nicht zwei Leibröcke an.10 Und er sprach zu ihnen: Wo irgend ihr in ein Haus eintretet, daselbst bleibet, bis ihr von dort weggeht.11 Und welcher Ort irgend euch nicht aufnehmen, und wo man euch nicht hören wird, von dort gehet hinaus und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füssen ist, ihnen zum Zeugnis.12 Und sie gingen aus und predigten, dass die Busse tun sollten;13 und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Schwache mit Öl und heilten sie.
14 Und der König Herodes hörte von ihm (denn sein Name war bekannt geworden) und sagte: Johannes der Täufer ist aus den Toten auferstanden, und darum wirken solche Kräfte in ihm.15 Andere aber sagten: Es ist Elias; und andere sagten: Es ist ein Prophet, wie einer der Propheten.16 Als aber Herodes es hörte, sagte er: Johannes, den ich enthauptet habe, dieser ist auferweckt.17 Denn er, Herodes, hatte hingesandt und den Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen, um der Herodias willen, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte.18 Denn Johannes hatte dem Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, das Weib deines Bruders zu haben.19 Die Herodias aber trug es ihm nach und wollte ihn töten, und sie konnte nicht;20 denn Herodes fürchtete den Johannes, da er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er verwahrte ihn; und wenn er ihn gehört hatte, so tat er vieles, und er hörte ihn gern.21 Und als ein geeigneter Tag kam, als Herodes an seinem Geburtstage seinen Grossen und den Obersten und den Vornehmsten von Galiläa ein Gastmahl machte,22 als die Tochter der Herodias herein und tanzte, gefiel das dem Herodes und denen, die mit zu Tische lagen. Und der König sprach zu dem Mägdlein: Bitte von mir, was irgend du willst, und ich werde es dir geben.23 Und er schwur ihr: Was irgend du von mir bitten wirst, werde ich dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches.24 Sie aber ging hinaus und sagte ihrer Mutter: Um was soll ich bitten? Diese aber sprach: Um das Haupt Johannes' des Täufers.25 Und sie ging sofort mit Eile zu dem König hinein und bat und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schüssel das Haupt Johannes' des Täufers gebest.26 Und der König wurde sehr betrübt; doch um der Eide und um derer willen, die mit zu Tische lagen, wollte er sie nicht zurückweisen.27 Und sofort schickte der König einen von der Leibwache und befahl, sein Haupt zu bringen.28 Der aber ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis; und er brachte sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mägdlein, und das Mägdlein gab es ihrer Mutter.29 Und als seine Jünger es hörten, kamen sie und hoben seinen Leichnam auf und legten ihn in eine Gruft.
30 Und die Apostel versammeln sich zu Jesu; und die berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten.31 Und er sprach zu ihnen: Kommet ihr selbst her an einen öden Ort besonders und ruhet ein wenig aus. Denn derer, die da kamen und gingen, waren viele, und sie fanden nicht einmal Zeit, um zu essen.32 Und sie gingen hin in einem Schiffe an einen öden Ort besonders;33 und viele sahen sie wegfahren und erkannten sie, und liefen zu Fuss von allen Städten dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor.34 Und als Jesus aus dem Schiffe trat, sah er eine grosse Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.35 Und als es schon spät am Tage war, traten seine Jünger zu ihm und sagen: Der Ort ist öde, und es ist schon spät am Tage;36 entlass sie, auf dass sie hingehen auf das Land und in die Dörfer ringsum und sich Brote kaufen, denn sie haben nichts zu essen.37 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen. Und sie sagen zu ihm: Sollen hingehen und für zweihundert Denare Brote kaufen und ihnen zu essen geben?38 Er aber spricht zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Gehet hin und sehet. Und als sie es wussten, sagen sie: Fünf, und zwei Fische.
39 Und er befahl ihnen, dass sie alle sich lagern liessen, in Gruppen, auf dem grünen Grase.40 Und sie lagerten sich in Abteilungen zu je hundert und je fünfzig.41 Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel, segnete und brach die Brote und gab sie seinen Jüngern, auf dass sie ihnen vorlegten; und die zwei Fische verteilte er unter alle.42 Und sie assen alle und wurden gesättigt.43 Und sie hoben auf an Brocken zwölf Handkörbe voll, und von den Fischen.44 Und es waren derer, welche von den Broten gegessen hatten, fünftausend Männer.45 Und sofort nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen und an das jenseitige Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, während er die Volksmenge entlässt.46 Und als er sie verabschiedet hatte, ging er hin auf den Berg, um zu beten.47 Und als es Abend geworden, war das Schiff mitten auf dem See, und er allein auf dem Lande.48 Und als er sie beim Rudern Not leiden sah, denn der Wind war ihnen entgegen, kommt er um die vierte Nachtwache zu ihnen, wandelnd auf dem See; und er wollte an ihnen vorübergehen.49 Sie aber, als sie ihn auf dem See wandeln sahen, meinten, es sei ein Gespenst, und schrien auf;50 denn alle sahen ihn und wurden bestürzt. Und sofort redete er mit ihnen und spricht zu ihnen: Seid gutes Mutes, ich bin's; fürchtet euch nicht!51 Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Und sie erstaunten sehr über die Massen bei sich selbst und verwunderten sich;52 denn sie waren durch die Brote nicht verständig geworden, denn ihr Herz war verhärtet.
53 Und als sie hinübergefahren waren, kamen sie in das Land Genezareth und legten an.54 Und als sie aus dem Schiffe gestiegen waren, erkannten sie ihn sofort55 und liefen in jener ganzen Umgegend umher und fingen an, die Leidenden auf den Betten umherzutragen, wo sie hörten, dass er sei.56 Und wo irgend er eintrat in Dörfer oder Städte oder aufs Land, legten sie die Kranken auf den Marktplätzen hin und baten ihn, dass sie nur die Quaste seines Kleides anrühren dürften; und so viele irgend ihn anrührten, wurden geheilt.

Kapitel 7

1 Und es versammeln sich zu ihm die Pharisäer und etliche der Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren;2 und als sie etliche seiner Jünger mit unreinen, das ist ungewaschenen Händen Brot essen sahen3 (denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, es sei denn, dass sie sich sorgfältig die Hände waschen, indem sie die Überlieferung der Ältesten halten;4 und vom Markte kommend, essen sie nicht, es sei denn, dass sie sich waschen; und vieles andere ist, was sie zu halten überkommen haben: Waschungen {TRANS: Waschungen: gr. baptismon, plural. Gleiches Wort wie in Hebräer 6,2.} der Becher und Krüge und ehernen Gefässe und Tischlager),5 sodann fragen ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten: 6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen:

Spenden für einen 'höheren Zweck' hebt die Pflicht den Nächsten zu unterstützen nicht auf (7,9ff)

9 Und er sprach zu ihnen: 14 Und als er die Volksmenge wieder herzugerufen hatte, sprach er zu ihnen: 17 Und als er von der Volksmenge weg in ein Haus eintrat, befragten ihn seine Jünger über das Gleichnis.18 Und er spricht zu ihnen: 20 Er sagte aber:

Teil 4: Reise Jesu: Im Norden (7,24-9,50)

24 Und er stand auf von dort und ging hin in das Gebiet von Tyrus und Sidon; und als er in ein Haus getreten war, wollte er, dass niemand es erfahre; und er konnte nicht verborgen sein.25 Aber sofort hörte ein Weib von ihm, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, kam und fiel nieder zu seinen Füssen;26 das Weib aber war eine Griechin, eine Syro-Phönizierin von Geburt; und sie bat ihn, dass er den Dämon von ihrer Tochter austreibe.27 Jesus aber sprach zu ihr: 28 Sie aber antwortete und spricht zu ihm: 29 Und er sprach zu ihr: 30 Und sie ging hin nach ihrem Hause und fand den Dämon ausgefahren und die Tochter auf dem Bette liegen.31 Und als er aus dem Gebiet von Tyrus und Sidon wieder weggegangen war, kam er an den See von Galiläa, mitten durch das Gebiet von Dekapolis.32 Und sie bringen einen Tauben zu ihm, der schwer redete, und bitten ihn, dass er ihm die Hand auflege.33 Und er nahm ihn von der Volksmenge weg besonders und legte seine Finger in seine Ohren; und er spützte und rührte seine Zunge an;34 und, gen Himmel blickend, seufzte er und spricht zu ihm: das ist: 'Werde aufgetan'!35 Und sofort wurden seine Ohren aufgetan, und das Band seiner Zunge wurde gelöst, und er redete recht.36 Und er gebot ihnen, dass sie es niemand sagen sollten. Je mehr er es ihnen aber gebot, desto mehr machten sie es übermässig kund;37 und sie erstaunten überaus und sprachen:

Kapitel 8

1 In jenen Tagen, als wiederum eine grosse Volksmenge da war und nichts zu essen hatte, rief er seine Jünger herzu und spricht zu ihnen:2 Ich bin innerlich bewegt über die Volksmenge, denn schon drei Tage weilen sie bei mir und haben nichts zu essen;3 und wenn ich sie nach Hause entlassen, ohne dass sie gegessen haben, so werden sie auf dem Wege verschmachten; denn etliche von ihnen sind von ferne gekommen.4 Und seine Jünger antworteten ihm: Woher wird jemand diese hier in der Einöde mit Brot sättigen können?5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie aber sagten: Sieben.6 Und er gebot der Volksmenge, sich auf der Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte und brach sie und gab sie den Jüngern, auf dass sie vorlegten; und sie legten der Volksmenge vor.7 Und sie hatten einige kleine Fische; und als er sie gesegnet hatte, hiess er auch diese vorlegen.8 Sie assen aber und wurden gesättigt; und sie hoben auf, was an Brocken übrigblieb, sieben Körbe voll.9 Es waren aber derer, welche gegessen hatten, bei viertausend; und er entliess sie.
10 Und sofort stieg er mit seinen Jüngern in das Schiff und kam in die Gegenden von Dalmanutha.11 Und die Pharisäer kamen heraus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie, um ihn zu versuchen, ein Zeichen vom Himmel von ihm begehrten.12 Und in seinem Geiste tief seufzend, spricht er: Was begehrt dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Wenn diesem Geschlecht ein Zeichen gegeben werden wird!
13 Und er liess sie, stieg wieder in das Schiff und fuhr an das jenseitige Ufer.
14 Und sie vergassen Brote mitzunehmen, und hatten nichts bei sich auf dem Schiffe als nur ein Brot.15 Und er gebot ihnen und sprach: Sehet zu, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes.16 Und sie überlegten miteinander und sprachen: Weil wir keine Brote haben.17 Und als Jesus es erkannte, spricht er zu ihnen: Was überleget ihr, weil ihr keine Brote habt? Begreifet ihr noch nicht und verstehet auch nicht? Habt ihr euer Herz noch verhärtet?18 Augen habt ihr und sehet nicht? Und Ohren habt ihr und höret nicht? Und erinnert ihr euch nicht?19 Als ich die fünf Brote unter die fünftausend brach, wie viele Handkörbe voll Brocken hobet ihr auf? Sie sagen zu ihm: Zwölf.20 Als aber die sieben unter die viertausend, wie viele Körbe, mit Brocken gefüllt, hobet ihr auf? Sie aber sagten: Sieben.21 Und er sprach zu ihnen: Wie, verstehet ihr noch nicht?
22 Und er kommt nach Bethsaida; und sie bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, dass er ihn anrühre.23 Und er fasste den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorfe hinaus; und als er in seine Augen gespützt hatte, legte er ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sehe.24 Und aufblickend sprach er: Ich sehe die Menschen, denn ich gewahre solche, die wie Bäume umherwandeln.25 Dann legte er wiederum die Hände auf seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt und sah alles klar.26 Und er schickte ihn nach seinem Hause und sprach: Geh nicht in das Dorf, sage es auch niemand im Dorfe.
27 Und Jesus ging hinaus und seine Jünger in die Dörfer von Cäsarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Menschen, dass ich sei?28 Sie aber antworteten ihm und sagten: Johannes der Täufer; und andere: Elias; andere aber: einer der Propheten.29 Und er fragte sie: Ihr aber, wer saget ihr, dass ich sei? Petrus aber antwortete und spricht zu ihm: Du bist der Christus.30 Und er bedrohte sie, dass sie niemand von ihm sagen sollten.
31 Und er fing an, sie zu lehren, dass der Sohn des Menschen vieles leiden und verworfen werden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und dass er getötet werden und nach drei Tagen auferstehen müsse.32 Und er redete das Wort öffentlich. Und Petrus nahm ihn zu sich und fing an ihn zu strafen.33 Er aber wandte sich um, und als er seine Jünger sah, strafte er den Petrus und sagte: Geh hinter mich, Satan! Denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das was der Menschen ist.
34 Und als er die Volksmenge samt seinen Jüngern herzugerufen hatte, sprach er zu ihnen: Wer irgend mir nachkommen will, verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.35 Denn wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben verliert um meinet - und des Evangeliums willen, wird es erretten.36 Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und seine Seele einbüsste?37 Denn was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?38 Denn wer irgend sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Kapitel 9

1 Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind etliche von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes, in Macht gekommen, gesehen haben.
2 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg besonders allein. Und er wurde vor ihnen umgestaltet;3 und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiss wie Schnee, wie kein Walker {Walker. Die Aufgabe des Walkers war, Stoffe zu bearbeiten, entfetten, bleichen und verfilzen.} auf der Erde weiss machen kann.4 Und es erschien ihnen Elias mit Moses, und sie unterredeten sich mit Jesu.5 Und Petrus hob an und spricht zu Jesu: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind; und lass uns drei Hütten machen, dir eine und Moses eine und Elias eine.6 Denn er wusste nicht, was er sagen sollte, denn sie waren voll Furcht.7 Und es kam eine Wolke, welche sie überschattete; und eine Stimme kam aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn höret.8 Und plötzlich, als sie sich umblickten, sahen sie niemand mehr, sondern Jesus allein bei sich.
9 Als sie aber von dem Berge herabstiegen, gebot er ihnen, dass sie niemand erzählen sollten, was sie gesehen hatten, ausser wenn der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden wäre.10 Und sie behielten das Wort, indem sie sich untereinander befragten: Was ist das: aus den Toten auferstehen?11 Und sie fragten ihn und sprachen: Was sagen die Schriftgelehrten, dass Elias zuerst kommen müsse?12 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elias zwar kommt zuerst und stellt alle Dinge wieder her; und wie über den Sohn des Menschen geschrieben steht, dass er vieles leiden und für nichts geachtet werden soll.13 Aber ich sage euch, dass auch Elias gekommen ist, und sie haben ihm getan, was irgend sie wollten, so wie über ihn geschrieben steht.
14 Und als er zu den Jüngern kam, sah er eine grosse Volksmenge um sie her, und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen stritten.15 Und sofort, als die ganze Volksmenge ihn sah, war sie sehr erstaunt; und sie liefen herzu und begrüssten ihn.16 Und er fragte sie: Worüber streitet ihr euch mit ihnen?17 Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat;18 und wo immer er ihn ergreift, reisst er ihn, und er schäumt und knirscht mit seinen Zähnen, und er magert ab. Und ich sprach zu deinen Jüngern, dass sie ihn austreiben möchten, und sie vermochten es nicht.19 Er aber antwortet ihnen und spricht: O ungläubiges Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringet ihn zu mir.20 Und sie brachten ihn zu ihm. Und als er ihn sah, zerrte ihn sofort der Geist; und er fiel zur Erde und wälzte sich schäumend.21 Und er fragte seinen Vater: Wie lange Zeit ist es, dass ihm dies geschehen ist? Er aber sprach:22 Von Kindheit an; und oftmals hat er ihn sogar ins Feuer geworfen und ins Wasser, auf dass er ihn umbrächte; aber wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!23 Jesus aber sprach zu ihm: Das "wenn du kannst" ist, wenn du glauben kannst; dem Glaubenden ist alles möglich.24 Und sofort rief der Vater des Kindleins und sagte mit Tränen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!25 Als aber Jesus sah, dass eine Volksmenge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist, indem er zu ihm sprach: Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn.26 Und schreiend und ihn sehr zerrend fuhr er aus; und er wurde wie tot, so dass die meisten sagten:27 Er ist gestorben. Jesus aber nahm ihn bei der Hand und richtete ihn empor; und er stand auf.
28 Und als er in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger besonders: Warum haben wir ihn nicht austreiben können?29 Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren, als nur durch Gebet und Fasten.
30 Und sie gingen von dort hinweg und zogen durch Galiläa; und er wollte nicht, dass es jemand erführe.31 Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird überliefert in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten; und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.32 Sie aber verstanden die Rede nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.
33 Und er kam nach Kapernaum, und als er in dem Hause war, fragte er sie: Was habt ihr auf dem Wege verhandelt?34 Sie aber schwiegen; denn sie hatten sich auf dem Wege untereinander besprochen, wer der Grösste sei.35 Und nachdem er sich niedergesetzt hatte, rief er die Zwölfe; und er spricht zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so soll er der Letzte von allen und aller Diener sein.36 Und er nahm ein Kindlein und stellte es in ihre Mitte; und als er es in seine Arme genommen hatte, sprach er zu ihnen:37 Wer irgend eines solcher Kindlein aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer irgend mich aufnehmen wird, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
38 Johannes aber antwortete ihm und sprach: Lehrer, wir sahen jemand, der uns nicht nachfolgt, Dämonen austreiben in deinem Namen; und wir wehrten ihm, weil er uns nicht nachfolgt.39 Jesus aber sprach: Wehret ihm nicht, denn es ist niemand, der ein Wunderwerk in meinem Namen tun und bald übel von mir zu reden vermögen wird;40 denn wer nicht wider uns ist, ist für uns.
41 Denn wer irgend euch mit einem Becher Wassers tränken wird in meinem Namen, weil ihr Christi seid, wahrlich, ich sage euch: er wird seinen Lohn nicht verlieren.
42 Und wer irgend einen der Kleinen, die an mich glauben, ärgern wird, dem wäre besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt, und er ins Meer geworfen würde.43 Und wenn deine Hand dich ärgert, so haue sie ab. Es ist dir besser, als Krüppel in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle hinabzufahren, in das unauslöschliche Feuer,44 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.45 Und wenn dein Fuss dich ärgert, so haue ihn ab. Es ist dir besser, lahm in das Leben einzugehen, als mit zwei Füssen in die Hölle geworfen zu werden, in das unauslöschliche Feuer,46 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.47 Und wenn dein Auge dich ärgert, so wirf es weg. Es ist dir besser, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden,48 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
49 Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden, und jedes Schlachtopfer wird mit Salz gesalzen werden.50 Das Salz ist gut; wenn aber das Salz unsalzig geworden ist, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch selbst und seid in Frieden untereinander.

Kapitel 10

Teil 5: Reise Jesu: Die Wanderung nach Süden (10-13)

1 Und er stand auf von dort und kommt in das Gebiet von Judäa und jenseits des Jordan. Und wiederum kommen Volksmengen zu ihm zusammen, und wie er gewohnt war, lehrte er sie wiederum.
2 Und es traten Pharisäer herzu und fragten ihn: Ist es einem Manne erlaubt, sein Weib zu entlassen? indem sie ihn versuchten.3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Moses geboten?4 Sie aber sagten: Moses hat gestattet, einen Scheidebrief zu schreiben und zu entlassen.5 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Wegen eurer Herzenshärtigkeit hat er euch dieses Gebot geschrieben;6 von Anfang der Schöpfung aber schuf Gott sie Mann und Weib.7 "Um deswillen wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen,8 und es werden die zwei ein Fleisch sein"; also sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.10 Und in dem Hause befragten ihn die Jünger wiederum hierüber; und er spricht zu ihnen:11 Wer irgend sein Weib entlassen und eine andere heiraten wird, begeht Ehebruch gegen sie.12 Und wenn ein Weib ihren Mann entlassen und einen anderen heiraten wird, so begeht sie Ehebruch.
13 Und sie brachten Kindlein zu ihm, auf dass er sie anrühre. Die Jünger aber verwiesen es denen, welche sie herzubrachten.14 Als aber Jesus es sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes.15 Wahrlich, ich sage euch: Wer irgend das Reich Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kindlein, wird nicht in dasselbe eingehen.16 Und er nahm sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie.
17 Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Lehrer, was soll ich tun, auf dass ich ewiges Leben ererbe?18 Jesus aber sprach zu ihm: Was heissest du mich gut? Niemand ist gut als nur Einer, Gott.19 Die Gebote weisst du: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten; ehre deinen Vater und deine Mutter."20 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Lehrer, dieses alles habe ich beobachtet von meiner Jugend an.21 Jesus aber blickte ihn an, liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir; gehe hin, verkaufe, was irgend du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach, das Kreuz aufnehmend.22 Er aber ging, betrübt über das Wort, traurig hinweg, denn er hatte viele Güter.
23 Und Jesus blickte umher und spricht zu seinen Jüngern: Wie schwerlich werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes eingehen!24 Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Jesus aber antwortete wiederum und spricht zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, dass die, welche auf Güter vertrauen, in das Reich Gottes eingehen!25 Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe.26 Sie aber waren über die Massen erstaunt und sprachen zueinander: Und wer kann dann errettet werden?27 Jesus aber sah sie an und spricht: Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.
28 Petrus fing an, zu ihm zu sagen: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.29 Jesus antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Da ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinet - und um des Evangeliums willen,30 der nicht hundertfältig empfange, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, mit Verfolgungen, und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben.31 Aber viele Erste werden Letzte, und Letzte Erste sein.
32 Sie waren aber auf dem Wege hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging vor ihnen her; und sie entsetzten sich und, indem sie nachfolgten, fürchteten sie sich. Und er nahm wiederum die Zwölfe zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren sollte:33 Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten überliefert werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Nationen überliefern;34 und sie werden ihn verspotten und ihn geisseln und ihn anspeien und ihn töten; und nach drei Tagen wird er auferstehen.
35 Und es treten zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sagen zu ihm: Lehrer, wir wollen, dass du uns tuest, um was irgend wir dich bitten werden.36 Er aber sprach zu ihnen:37 Was wollt ihr, dass ich euch tun soll? Sie aber sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen mögen in deiner Herrlichkeit.38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?39 Sie aber sprachen zu ihm: Wir können es. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden;40 aber das Sitzen zu meiner Rechten oder Linken steht nicht bei mir zu vergeben, sondern ist für die, welchen es bereitet ist.
41 Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, unwillig zu werden über Jakobus und Johannes.42 Und als Jesus sie herzugerufen hatte, spricht er zu ihnen: Ihr wisset, dass die, welche als Regenten der Nationen gelten, über dieselben herrschen, und ihre Grossen Gewalt über sie üben.43 Aber also ist es nicht unter euch; sondern wer irgend unter euch gross werden will, soll euer Diener sein;44 und wer irgend von euch der Erste sein will, soll aller Knecht sein.45 Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
46 Und sie kommen nach Jericho. Und als er aus Jericho ging mit seinen Jüngern und einer zahlreichen Volksmenge, sass der Sohn des Timäus, Bartimäus, der Blinde, bettelnd am Wege.47 Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener sei, fing er an zu schreien und zu sagen: O Sohn Davids, Jesu, erbarme dich meiner!48 Und viele bedrohten ihn, dass er schweigen solle; er aber schrie um so mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!49 Und Jesus blieb stehen und hiess ihn rufen. Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei gutes Mutes; stehe auf, er ruft dich!50 Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf und kam zu Jesu.51 Und Jesus hob an und spricht zu ihm: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde.52 Jesus aber sprach zu ihm: Gehe hin, dein Glaube hat dich geheilt. Und sofort wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.

Kapitel 11

1 Und als sie Jerusalem, Bethphage und Bethanien nahen, gegen den Ölberg hin, sendet er zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen:2 Gehet hin in das Dorf, das euch gegenüber liegt; und sofort, wenn ihr in dasselbe kommet, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem kein Mensch je gesessen hat; bindet es los und führet es her.3 Und wenn jemand zu euch sagt: Warum tut ihr dies? so saget: Der Herr bedarf seiner; und sofort sendet er es hierher.4 Sie aber gingen hin und fanden ein Füllen angebunden an der Tür draussen auf dem Wege; und sie binden es los.5 Und etliche von denen, die daselbst standen, sprachen zu ihnen: Was tut ihr, dass ihr das Füllen losbindet?6 Sie aber sprachen zu ihnen, wie Jesus gesagt hatte.7 Und sie liessen sie. Und sie führten das Füllen zu Jesu und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe.8 Viele aber breiteten ihre Kleider aus auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg;9 und die vorangingen und nachfolgten, riefen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!10 Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in der Höhe!11 Und er zog in Jerusalem ein und ging in den Tempel; und als er über alles umhergeblickt hatte, ging er, da es schon spät an der Zeit war, mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien.
12 Und des folgenden Tages, als sie von Bethanien weggegangen waren, hungerte ihn. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah,13 der Blätter hatte, ging er hin, ob er vielleicht etwas an ihm fände; und als er zu ihm kam, fand er nichts als nur Blätter, denn es war nicht die Zeit der Feigen.14 Und er hob an und sprach zu ihm: Nimmermehr esse jemand Frucht von dir in Ewigkeit! Und seine Jünger hörten es.
15 Und sie kommen nach Jerusalem. Und als er in den Tempel eingetreten war, fing er an auszutreiben, die im Tempel verkauften und kauften; und die Tische der Wechsler und die Sitze der Taubenverkäufer stiess er um.16 Und er erlaubte nicht, dass jemand ein Gefäss durch den Tempel trug.17 Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: "Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Nationen"? "Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht".18 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten es und suchten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten ihn, weil die ganze Volksmenge sehr erstaunt war über seine Lehre.19 Und wenn es Abend wurde, ging er zur Stadt hinaus.

Vom Glauben (11,20ff)

20 Und als sie frühmorgens vorbeigingen, sahen sie den Feigenbaum verdorrt von den Wurzeln an.21 Und Petrus erinnerte sich und spricht zu ihm: 22 Und Jesus antwortet und spricht zu ihnen:

Antwortet mir, so antworte ich euch (11,20ff)

27 Und sie kommen wiederum nach Jerusalem. Und als er in dem Tempel umherwandelte, kommen die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und28 die Ältesten zu ihm und sagen zu ihm: 29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: 31 Und sie überlegten miteinander und sprachen: ... {...: ELIPSE (Auslassung): Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten,.} sie fürchteten das Volk; denn alle hielten von Johannes, dass er wirklich ein Prophet war.33 Und sie antworten und sagen zu Jesu: Und Jesus antwortet und spricht zu ihnen:

Kapitel 12

1 Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und setzte einen Zaun um denselben und grub einen Keltertrog und baute einen Turm; und er verdingte ihn an Weingärtner und reiste ausser Landes.2 Und er sandte zur bestimmten Zeit einen Knecht zu den Weingärtnern, auf dass er von den Weingärtnern von der Frucht des Weinbergs empfinge.3 Sie aber nahmen ihn, schlugen ihn und sandten ihn leer fort.4 Und wiederum sandte er einen anderen Knecht zu ihnen; und den verwundeten sie durch Steinwürfe am Kopf und sandten ihn entehrt fort.5 Und wiederum sandte er einen anderen, und den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die anderen töteten sie.6 Da er nun noch einen geliebten Sohn hatte, sandte er auch ihn, den letzten, zu ihnen, indem er sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen.7 Jene Weingärtner aber sprachen zueinander: Dieser ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, und das Erbe wird unser sein.8 Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn zum Weinberg hinaus.9 Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg anderen geben.10 Habt ihr nicht auch diese Schrift gelesen: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden;11 von dem Herrn her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen"?12 Und sie suchten ihn zu greifen, und sie fürchteten die Volksmenge; denn sie erkannten, dass er das Gleichnis auf sie geredet hatte. Und sie liessen ihn und gingen hinweg.
13 Und sie senden etliche der Pharisäer und die Herodianer zu ihm, auf dass sie ihn in der Rede fingen.14 Sie aber kommen und sagen zu ihm: Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person der Menschen, sondern lehrst den Weg Gottes in Wahrheit; ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben oder nicht? Sollen wir sie geben, oder sollen wir sie nicht geben?15 Da er aber ihre Heuchelei kannte, sprach er zu ihnen: Was versuchet ihr mich? Bringet mir einen Denar, auf dass ich ihn sehe.16 Sie aber brachten ihn. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und die Überschrift? Und sie sprachen zu ihm: Des Kaisers.17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Und sie verwunderten sich über ihn.
18 Und es kommen Sadduzäer zu ihm, welche sagen, es gebe keine Auferstehung; und sie fragten ihn und sprachen:19 Lehrer, Moses hat uns geschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt und hinterlässt ein Weib und hinterlässt keine Kinder, dass sein Bruder sein Weib nehme und seinem Bruder Samen erwecke.20 Es waren sieben Brüder. Und der erste nahm ein Weib; und als er starb, hinterliess er keinen Samen;21 und der zweite nahm sie und starb, und auch er hinterliess keinen Samen; und der dritte desgleichen.22 Und die sieben nahmen sie und hinterliessen keinen Samen. Am letzten von allen starb auch das Weib.23 In der Auferstehung, wenn sie auferstehen werden, wessen Weib von ihnen wird sie sein? Denn die sieben haben sie zum Weibe gehabt.24 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Irret ihr deshalb nicht, indem ihr die Schriften nicht kennet, noch die Kraft Gottes?25 Denn wenn sie aus den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln.26 Was aber die Toten betrifft, dass sie auferstehen, habt ihr nicht in dem Buche Moses gelesen, "in dem Dornbusch", wie Gott zu ihm redete und sprach: "Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs"?27 Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Ihr irret also sehr.
28 Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie sich befragten, trat herzu, und als er wahrnahm, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?29 Jesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot von allen ist: "Höre, Israel: der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr;30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstande und aus deiner ganzen Kraft". Dies ist das erste Gebot.31 Und das zweite, ihm gleiche, ist dieses: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Grösser als diese ist kein anderes Gebot.32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, Lehrer, du hast nach der Wahrheit geredet; denn er ist ein einiger Gott, und da ist kein anderer ausser ihm;33 und ihn lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft, und den Nächsten lieben wie sich selbst, ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.34 Und als Jesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reiche Gottes. Und hinfort wagte niemand ihn zu befragen.
35 Und Jesus hob an und sprach, als er im Tempel lehrte: Wie sagen die Schriftgelehrten, dass der Christus Davids Sohn sei?36 Denn David selbst hat in dem Heiligen Geiste gesagt: "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füsse".37 David selbst also nennt ihn Herr, und woher ist er sein Sohn? Und die grosse Menge des Volkes hörte ihn gern.
38 Und er sprach zu ihnen in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern einhergehen wollen und die Begrüssungen auf den Märkten lieben39 und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern;40 welche die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
41 Und Jesus setzte sich dem Schatzkasten gegenüber und sah, wie die Volksmenge Geld in den Schatzkasten legte; und viele Reiche legten viel ein.42 Und eine arme Witwe kam und legte zwei Scherflein ein, das ist ein Pfennig.43 Und er rief seine Jünger herzu und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den Schatzkasten eingelegt haben.44 Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrem Mangel, alles was sie hatte, eingelegt, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Kapitel 13

Teil 6: Reise Jesu: Wendepunkt der Weltgeschichte (14,1-16,8)

1 Und als er aus dem Tempel heraustrat, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Lehrer, siehe, was für Steine und was für Gebäude! {Der grösste Stein ist 13 Meter lang, 3 Meter hoch und 1 Meter breit und wiegt 200 Tonnen.}2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Siehst du diese grossen Gebäude? Es wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden, der nicht abgebrochen werden wird.
3 Und als er auf dem Ölberge sass, dem Tempel gegenüber, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas besonders:4 Sage uns, wann wird dieses sein, und was ist das Zeichen, wann dieses alles vollendet werden soll?5 Jesus aber antwortete ihnen und fing an zu reden: Sehet zu, dass euch niemand verführe!6 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin's! - und sie werden viele verführen.7 Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören werdet, so erschrecket nicht; denn dies muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.8 Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich; und es werden Erdbeben sein an verschiedenen Orten, und es werden Hungersnöte und Unruhen sein. Dies sind die Anfänge der Wehen.
9 Ihr aber, sehet auf euch selbst, denn sie werden euch an Synedrien und an Synagogen überliefern; ihr werdet geschlagen und vor Statthalter und Könige gestellt werden um meinetwillen, ihnen zu einem Zeugnis;10 und allen Nationen muss zuvor das Evangelium gepredigt werden.11 Wenn sie euch aber hinführen, um euch zu überliefern, so sorget nicht zuvor, was ihr reden sollt, bereitet euch auch nicht vor sondern was irgend euch in jener Stunde gegeben wird, das redet; denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Heilige Geist.12 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern, und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben wider die Eltern und sie zum Tode bringen.13 Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen; wer aber ausharrt bis ans Ende, dieser wird errettet werden.
14 Wenn ihr aber den Greuel der Verwüstung stehen sehet, wo er nicht sollte (wer es liest, der beachte es), dass alsdann, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen,15 und wer auf dem Dache ist, nicht in das Haus hinabsteige, noch hineingehe, um etwas aus seinem Hause zu holen;16 und wer auf dem Felde ist, sich nicht zurückwende, um sein Kleid zu holen.17 Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen!18 Betet aber, dass es nicht im Winter geschehe;19 denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie dergleichen von Anfang der Schöpfung, welche Gott schuf, bis jetzthin nicht gewesen ist und nicht sein wird.20 Und wenn nicht der Herr die Tage verkürzt hätte, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
21 Und alsdann, wenn jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist der Christus! oder: Siehe dort! so glaubet nicht.22 Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und werden Zeichen und Wunder tun, um wenn möglich auch die Auserwählten zu verführen.23 Ihr aber sehet zu! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.
24 Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben;25 und die Sterne des Himmels werden herabfallen, und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden.26 Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in Wolken mit grosser Macht und Herrlichkeit.27 Und dann wird er seine Engel aussenden und seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
28 Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, dass der Sommer nahe ist.29 Also auch ihr, wenn ihr dies geschehen sehet, so erkennet, dass es nahe an der Tür ist.30 Wahrlich, ich sage euch: dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles dieses geschehen ist.31 Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber sollen nicht vergehen.32 Von jenem Tage aber oder der Stunde weiss niemand, weder die Engel, die im Himmel sind, noch der Sohn, sondern nur der Vater.
33 Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wisset nicht, wann die Zeit ist.34 Gleichwie ein Mensch, der ausser Landes reiste, sein Haus verliess und seinen Knechten die Gewalt gab {Gewalt gab. Wörtlich: Autorität gab.} und einem jeden sein Werk, und dem Türhüter einschärfte, dass er wache.35 So wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, des Abends, oder um Mitternacht, oder um den Hahnenschrei, oder frühmorgens;36 damit er nicht, plötzlich kommend, euch schlafend finde.37 Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wachet!

Kapitel 14

Teil 7: * Der Diener Jesu: Ist gehorsam bis zum Tod (14+15)

1 Es war aber nach zwei Tagen das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List griffen und töteten; denn sie sagten:2 Nicht an dem Feste, damit nicht etwa ein Aufruhr des Volkes entstehe.
3 Und als er in Bethanien war, in dem Hause Simons, des Esseners {ELB:'des Aussätzigen'. TRANS: Rückhebraisierung Sim'on ha-Zanua, was fälschlicherweise leicht als Sim'on ha-Zarua gelesen werden konnte. Zenua bedeutet bescheiden, fromm, keusch und demütig. Eine talmudische Bezeichnung der Essener.}, kam, während er zu Tische lag, ein Weib, die ein Alabasterfläschchen mit Salbe von echter, kostbarer Narde hatte; und sie zerbrach das Fläschchen und goss es auf sein Haupt.4 Es waren aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen: Wozu ist dieser Verlust der Salbe geschehen?5 Denn diese Salbe hätte für mehr als dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben werden können. Und sie zürnten mit ihr.6 Jesus aber sprach: Lasset sie; was machet ihr ihr Mühe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan;7 denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun; mich aber habt ihr nicht allezeit.8 Sie hat getan, was sie vermochte; sie hat zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.9 Und wahrlich, ich sage euch: Wo irgend dieses Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird auch von dem geredet werden, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
10 Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, auf dass er ihn denselben überlieferte.11 Sie aber freuten sich, als sie es hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben; und er suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit überliefern könnte.12 Und an dem ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passah {Passah. Siehe 2. Mose 12,6.} schlachtete, sagen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und bereiten, auf dass du das Passah essest?13 Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Gehet hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt; folget ihm. {ein Mensch, der einen Krug Wasser trägt. Vermutlich ein Essener. Essener war es in Jerusalem verboten, zu heiraten. Also mussten die Männer das Wasser holen gehen, was sonst nach orientalischer Gepflogenheit eine typische Arbeit der Frauen war.}14 Und wo irgend er hineingeht, sprechet zu dem Hausherrn: Der Lehrer sagt: Wo ist mein Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passah essen mag?15 Und derselbe wird euch einen grossen Obersaal zeigen, mit Polstern belegt und fertig; daselbst bereitet für uns.16 Und seine Jünger gingen aus und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah.
17 Und als es Abend geworden war, kommt er mit den Zwölfen.18 Und während sie zu Tische lagen und assen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern, der, welcher mit mir isset.19 Sie aber fingen an, betrübt zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: Doch nicht ich? und ein anderer: Doch nicht ich?20 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel eintaucht.21 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch welchen der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.
22 Und während sie assen, nahm Jesus Brot, segnete und brach und gab es ihnen und sprach: Nehmet; dieses ist mein Leib.23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.24 Und er sprach zu ihnen: Dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.25 Wahrlich, ich sage euch, dass ich hinfort nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde bis an jenem Tage, da ich es neu trinken werde in dem Reiche Gottes.26 Und als sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus nach dem Ölberg.
27 Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle ärgern, denn es steht geschrieben: "Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden".28 Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich vor euch hingehen nach Galiläa.29 Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle ärgern werden, ich aber nicht.30 Und Jesus spricht zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, dass du heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen wirst.31 Er aber sprach über die Massen mehr: Wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Desgleichen aber sprachen auch alle.
32 Und sie kommen an einen Ort, mit Namen Gethsemane, und er spricht zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis ich gebetet habe.33 Und er nimmt den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich und fing an, sehr bestürzt und beängstigt zu werden.34 Und er spricht zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tode; bleibet hier und wachet.35 Und er ging ein wenig weiter und fiel auf die Erde; und er betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüber gehe.36 Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir weg; doch nicht was ich will, sondern was du willst!37 Und er kommt und findet sie schlafend, und er spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen?38 Wachet und betet, auf dass ihr nicht in Versuchung kommet; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.39 Und er ging wiederum hin, betete und sprach dasselbe Wort.40 Und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend, denn ihre Augen waren beschwert; und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.41 Und er kommt zum dritten Mal und spricht zu ihnen: So schlafet denn fort und ruhet aus. Es ist genug; die Stunde ist gekommen, siehe, der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder überliefert.42 Stehet auf, lasst uns gehen; siehe, der mich überliefert, ist nahe gekommen.43 Und sofort, während er noch redete, kommt Judas, einer der Zwölfe, herzu, und mit ihm eine grosse Volksmenge mit Schwertern und Stöcken, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.44 Der ihn aber überlieferte, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen irgend ich küssen werde, der ist es; ihn greifet und führet ihn sicher fort.45 Und als er kam, trat er sofort zu ihm und spricht: Rabbi, Rabbi! und küsste ihn sehr.46 Sie aber legten ihre Hände an ihn und griffen ihn.47 Einer aber von den Dabeistehenden zog das Schwert, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
48 Und Jesus hob an und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber, mit Schwertern und Stöcken, mich zu fangen?49 Täglich war ich bei euch, im Tempel lehrend, und ihr habt mich nicht gegriffen; aber auf dass die Schriften erfüllt würden.50 Und es verliessen ihn alle und flohen.51 Und ein gewisser Jüngling folgte ihm, der eine feine Leinwand um den blossen Leib geworfen hatte; und die Jünglinge greifen ihn.52 Er aber liess die feine Leinwand fahren und floh nackt von ihnen.
53 Und sie führten Jesus hinweg zu dem Hohenpriester; und alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten versammeln sich zu ihm.54 Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er sass mit bei den Dienern und wärmte sich an dem Feuer.
55 Die Hohenpriester aber und das ganze Synedrium suchten Zeugnis wider Jesus, um ihn zum Tode zu bringen; und sie fanden keines.56 Denn viele gaben falsches Zeugnis wider ihn, und die Zeugnisse waren nicht übereinstimmend.
57 Und etliche standen auf und gaben falsches Zeugnis wider ihn und sprachen:58 Wir hörten ihn sagen: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in drei Tagen werde ich einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist.59 Und auch also war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.60 Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts? Was zeugen diese wider dich?61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Gesegneten?62 Jesus aber sprach: Ich bin's! Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.63 Der Hohepriester aber zerriss seine Kleider und spricht: Was bedürfen wir noch Zeugen?64 Ihr habt die Lästerung gehört; was dünkt euch? Sie aber verurteilten ihn, dass er des Todes schuldig sei.65 Und etliche fingen an, ihn anzuspeien, und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener gaben ihm Backenstreiche.
66 Und als Petrus unten im Hofe war, kommt eine von den Mägden des Hohenpriesters,67 und als sie den Petrus sich wärmen sah, blickt sie ihn an und spricht: Auch du warst mit dem Nazarener Jesus.68 Er aber leugnete und sprach: Ich weiss nicht, verstehe auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte.69 Und als die Magd ihn sah, fing sie wiederum an, zu den Dabeistehenden zu sagen: Dieser ist einer von ihnen. Er aber leugnete wiederum.70 Und kurz nachher sagten wiederum die Dabeistehenden zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von ihnen, denn du bist auch ein Galiläer.71 Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von welchem ihr redet.72 Und zum zweiten Male krähte der Hahn. Und Petrus gedachte des Wortes, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und als er daran dachte, weinte er.

Kapitel 15

1 Und sofort am frühen Morgen hielten die Hohenpriester Rat samt den Ältesten und Schriftgelehrten und das ganze Synedrium, und sie banden Jesus und führten ihn weg und überlieferten ihn dem Pilatus.2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Du sagst es.3 Und die Hohenpriester klagten ihn vieler Dinge an.4 Pilatus aber fragte ihn wiederum und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie vieles sie wider dich zeugen!5 Jesus aber antwortete gar nichts mehr, so dass Pilatus sich verwunderte.
6 Auf das Fest aber pflegte er ihnen einen Gefangenen loszugeben, um welchen sie baten.7 Es war aber einer, genannt Barabbas, mit seinen Mitaufrührern gebunden, welche in dem Aufstande einen Mord begangen hatten.8 Und die Volksmenge erhob ein Geschrei und fing an zu begehren, dass er täte, wie er ihnen allezeit getan.9 Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe?10 Denn er wusste, dass die Hohenpriester ihn aus Neid überliefert hatten.11 Die Hohenpriester aber wiegelten die Volksmenge auf, dass er ihnen lieber den Barabbas losgebe.12 Pilatus aber antwortete und sprach wiederum zu ihnen: Was wollt ihr denn, dass ich mit dem tue, welchen ihr König der Juden nennet?13 Sie aber schrien wiederum: Kreuzige ihn!14 Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrien übermässig: Kreuzige ihn!15 Da aber Pilatus der Volksmenge willfahren wollte, gab er ihnen den Barabbas los und überliefere Jesus, nachdem er ihn hatte geisseln lassen, auf dass er gekreuzigt würde.16 Die Kriegsknechte aber führten ihn in den Hof hinein, das ist das Prätorium; und sie rufen die ganze Schar zusammen.17 Und sie legen ihm einen Purpur an und flechten eine Dornenkrone und setzen sie ihm auf;18 und sie fingen an, ihn zu grüssen: Sei gegrüsst, König der Juden!19 Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spieen ihn an, und sie beugten die Knie und huldigten ihm.20 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an; und sie führten ihn hinaus, auf dass sie ihn kreuzigten.21 Und sie zwingen einen Vorübergehenden, einen gewissen Simon von Kyrene, der vom Felde kam, den Vater Alexanders und Rufus', dass er sein Kreuz trüge.
22 Und sie bringen ihn nach der Stätte Golgatha, was verdolmetscht ist Schädelstätte.23 Und sie gaben ihm Wein, mit Myrrhen vermischt, zu trinken er aber nahm es nicht.24 Und als sie ihn gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über dieselben warfen, was jeder bekommen sollte.25 Es war aber die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.26 Und die Überschrift seiner Beschuldigung war oben über geschrieben: Der König der Juden.27 Und mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.28 Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: "Und er ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden".
29 Und die Vorübergehenden lästerten ihn, indem sie ihre Köpfe schüttelten und sagten: Ha! Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust,30 rette dich selbst und steige herab vom Kreuze.31 Gleicherweise spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten untereinander und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.32 Der Christus, der König Israels, steige jetzt herab vom Kreuze, auf dass wir sehen und glauben. Auch die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
33 Als es aber die sechste Stunde war, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde;34 und zur neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme und sagte: Eloi, Eloi, lama sabachthani? was verdolmetscht ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?35 Und als etliche der Dabeistehenden es hörten, sagten sie: Siehe, er ruft den Elias.36 Es lief aber einer und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elias kommt, ihn herabzunehmen.37 Jesus aber gab einen lauten Schrei von sich und verschied.38 Und der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke, von oben bis unten.
39 Als aber der Hauptmann {Hauptmann. Zenturio.}, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er also schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!40 Es waren aber auch Weiber, die von ferne zusahen, unter welchen auch Maria Magdalene war und Maria, Jakobus des Kleinen und Joses' Mutter, und Salome,41 welche auch, als er in Galiläa war, ihm nachfolgten und ihm dienten; und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgekommen waren.
42 Und als es schon Abend geworden, (dieweil es Rüsttag war, welches der VorSabbat ist)43 kam Joseph von Arimathia, ein ehrbarer Ratsherr, der auch selbst das Reich Gottes erwartete, und ging kühn zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu.44 Pilatus aber wunderte sich, dass er schon gestorben sei; und er rief den Hauptmann herzu und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.45 Und als er es von dem Hauptmann erfuhr, schenkte er dem Joseph den Leib.46 Und er kaufte feine Leinwand, nahm ihn herab und wickelte ihn in die feine Leinwand und legte ihn in eine Gruft, die aus einem Felsen gehauen war; und er wälzte einen Stein an die Tür der Gruft.47 Aber Maria Magdalene und Maria, die Mutter des Joses, sahen zu, wo er hingelegt wurde.

Kapitel 16

Teil 8: * Der Diener Jesu: Seine Auferstehung und Auffahrt (16)

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalene und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Spezereien, auf dass sie kämen und ihn salbten.
2 Und sehr früh am ersten Wochentage kommen sie zur Gruft, als die Sonne aufgegangen war.3 Und sie sprachen zueinander: Wer wird uns den Stein von der Tür der Gruft wälzen?4 Und als sie aufblickten, sehen sie, dass der Stein weggewälzt ist; denn er war sehr gross.5 Und als sie in die Gruft eintraten, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, angetan mit einem weissen Gewande, und sie entsetzten sich.6 Er aber spricht zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten.7 Aber gehet hin, saget seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.8 Und sie gingen hinaus und flohen von der Gruft. Denn Zittern und Bestürzung hatte sie ergriffen, und sie sagten niemand etwas, denn sie fürchteten sich.

Teil 9: Epilog (16,9ff)

9 Als er aber früh am ersten Wochentage auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalene, von welcher er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.10 Diese ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, welche trauerten und weinten.11 Und als jene hörten, dass er lebe und von ihr gesehen worden sei, glaubten sie es nicht.12 Nach diesem aber offenbarte er sich zweien aus ihnen in einer anderen Gestalt, während sie wandelten, als sie aufs Land gingen.13 Und diese gingen hin und verkündeten es den übrigen; auch denen glaubten sie nicht.
14 Nachher, als sie zu Tische lagen, offenbarte er sich den Elfen und schalt ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, dass sie denen, die ihn auferweckt gesehen, nicht geglaubt hatten.15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in die ganze Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung.16 Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.17 Diese Zeichen aber werden denen folgen, welche glauben {werden denen folgen. TRANS: Hier steht in Indikativ (Aussagesatz), kein Imperativ (Ausrufesatz). Offenbar meinte Jesus nicht, dass alle, die Christen sind, Dämonen austreiben.}: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden,18 werden Schlangen aufnehmen, und wenn sie etwas Tödliches trinken, so wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.
19 Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.20 Jene aber gingen aus und predigten überall, indem der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die darauf folgenden Zeichen.